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Schlossruine und Romedikirchl in Thaur

Kraftort in der Region Hall-Wattens

Oberhalb des Dorfes Thaur thront das idyllische Romedikirchl. Unweit davon befindet sich die Schlossruine. Sie befinden sich im Naturpark Karwendel. Beide sind über zahlreiche Wanderwege erreichbar. ZB kann man direkt von der Thaurer Dorfpfarrkirche Mariä Himmelfahrt über den steilen Kreuzweg mit seinen Grotten und dem romantischen Torbogen zum Romedius-Kirchlein auf 793 m Höhe wandern.

Kürzere Wege führen vom Parkplatz Thaurer Alm (Langgasse) über den Adolf-Pichler-Weg zuerst zur Ruine der Thaurer Burg und danach weiter zum Romediwirt bzw. dem Schlosskirchl. Auch vom Parkplatz Thaurer Stollen in Kapons führt ein Wanderweg hinauf auf den Hügel. Es ist dies der Berufungsweg, welcher 2007 errichtet wurde. Die Bildsäulen wurden von Georg Haider entworfen und von Fritz Lekar in Beton gegossen. Der Reliefschmuck stammt vom Absamer Künstler Siegfried Obleitner. Die Reliefs stellen Christus als den Guten Hirten, die Gottesmutter Maria, die heiligen Apostel Petrus und Paulus und den hl. Romedius dar. Jeden ersten Mittwoch im Monat (Mai-Oktober) findet ein Bittgang mit anschließender Schlossmesse statt.

Oben angelangt, versteht man schnell, weshalb wir diesen Platz zu einem unserer Kraftorte auserkoren haben. Spiritualität, Geschichte und Kulinarik liegen selten so eng beeinander wie an diesem traumhaften Aussichtspunkt.

Der Kraftort Schlossruine & Romedikirchl

in Thaur auf einen Blick

Zur Geschichte der Romedikirche in Thaur

Die Kirche auf diesem idyllischen Fleck in Thaur ist den Heiligen Petrus und Paulus sowie dem Heiligen Romedius geweiht. Deren Vorgängerbau wurde 1367 erstmals urkundlich erwähnt. Für die Jahre 1378 und 1379 sind Messstiftungen für die Schlosskirche urkundlich belegt. 1432 wurde der neue Hochaltar geweiht.

So eindeutig sich die Rolle der Schlosskirche als neuzeitliche Romediuskirche darstellt, so unklar ist ihre Stellung im Mittelalter; es fehlen nämlich aufschlussgebende archäologische Grabungen. Lediglich Mauerreste einer doppelstöckigen romanischen Kirche und die heutige Krypta haben sich erhalten. 1625 scheint die alte Kirche derart baufällig gewesen zu sein, dass Erzherzog Leopold einen namhaften Betrag zu ihrer Instandsetzung gestiftet hat. Dennoch entschloss man sich 1633 zu einem Neubau, der durch Zuwendungen der Landesfürstin Claudia von Medici, der Erzherzogin Maria, des Haller Damenstiftsarztes Hippolyt Guarinoni und zahlreicher anderer Wohltäter ermöglicht wurde. 1640 war der Bau der neuen Schlosskirche vollendet, die Weihe der Kirche und der drei Altäre erfolgte am 7. August 1648.

In den Jahren 1778/79 wurde die alte, als schwerfällig beschriebene Kirche durch den heutigen, nach Plänen des Hofbaumeisters Michael Umhauser errichteten Sakralbau ersetzt. Zeitweilig war das Kirchlein gesperrt und wurde erst 1791 wieder eröffnet. Das Innere der Kirche erweist sich als lichterfüllter Zentralraum und erfreut durch seine einheitliche Rokokoausstattung. Auf die Patrone der Kirche weist eine stuckierte Inschriftkartusche am Chorbogenscheitel hin und nennt zudem, als Chronogramm ausgeführt, auch das Erbauungsdatum der Kirche. In die Gesamtkonzeption fügen sich auch die Wand- und Deckengemälde der Thaurer Künstler Franz und Josef Giner gut ein.

Die drei Altäre sind noch aus der Erbauungszeit der Kirche. Der Hochaltar birgt anstelle eines Tabernackels einen Reliquienschrein, in dem die Kopfreliquie eines Begleiters des hl. Romedius verwahrt wird, während eine Rippe und ein Wirbel des Heiligen in einem eigenen Reliquar verwahrt werden. Darüber findet sich der auf dem Bären sitzende hl. Romedius, eine hochbarocke Plastik, die urkundlich 1713 von Franz Stöckl geschnitzt wurde.

Um 1840 wurde eine Einsiedelei errichtet, in den Jahren 1914/15 die künstlerische Ausstattung durch die Kunstanstalt Vogl aus Hall restauriert, 1969 das Dach neu mit Kupferblech gedeckt. Die bisher letzte und umfassendste bauchliche Instandsetzung und Restaurierung der Kirche wurde in den Jahren 1993/94 durchgeführt.
Obwohl das Kirchlein oft als Schlosskapelle bezeichnet wird, steht sie mit der Burganlage in keinem Zusammenhang.

Quelle: Thaurer Dorfbuch, Reinhard Rampold

Palmeselprozession
Das Romedikirchl spielt vor allem zu Ostern eine ganz besondere Rolle. Führt hier herauf doch die Palmeselprozession, eine seit mehr als 200 Jahren lieb gewordene Tradition in Thaur. Die Palmeselprozession ist aus dem Dorfleben von Thaur nicht mehr weg zu denken und zieht jährlich unzählige Gläubige an. Die Christus-Figur, die auf einem Esel sitzend in einem kleinen Leiterwagen mitgeführt wird, ist Mittelpunkt der Prozession. Sie beginnt an jedem Palmsonntag um 13:00 Uhr in der Thaurer Kirche. Von dort geht’s dann betend aufwärts zum Romedius-Kirchlein, wo eine Litanei abgehalten wird. Anschließend bewegt sich die Prozession durch die Felder von Thaur in Richtung Rum.
Übrigens ist in der Fastenzeit im Romedikirchl die Fastenkrippe zu bewundern. Sie wurde 2005 renoviert und ist jährlich vom Aschermittwoch bis zum Weißen Sonntag aufgestellt. Hier sei anzumerken, dass das Krippenwesen in Thaur eine ganz besondere und wichtige Rolle spielt!

Der Kreuzweg
Den Fußweg zur Kirche begleiten sieben Stationskapellen, die 1873 erbaut wurden und mit einem Satteldach, einfachem Gesims sowie einer Rundbogenöffnung versehen sind und 1976/77 mit glasierten, die Passion Christi darstellenden Tonreliefs von Romed Speckbacher d.J. versehen wurden.

Die sogenannte Kerkerkapelle ist Teil des Kreuzwegs von Thaur zum Romedikirchl. Der zinnenbekrönte gemauerte Nischenbildstock aus dem 19. Jahrhundert hat eine tiefe, tonnengewölbte Rundbogennische, die mit einem Schmiedeeisengitter verschlossen ist. In der Nische befindet sich eine barocke bekleidete Schnitzfigur des knienden Schmerzensmannes.

Das Heilige Grab ist ebenfalls Teil des Kreuzwegs. Die Anlage besteht aus der in den Felsen gehauenen Grabnische mit einer Christusfigur von Johann Baptist Pendl vom Anfang des 19. Jahrhunderts, flankiert von zwei Rundbogennischen mit Bretterfiguren der Propheten Daniel und Jeremias von Franz Pernlocher von 1968, sowie zwei römischen Wachsoldaten und Engeln vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Davor befindet sich eine barockisierende, kulissenförmige Gartenarchitektur mit Steinpfeilern und Eisengitter.

Die Portalanlage, die den Weg von Thaur zum Romedikirchl überspannt, bildet den Abschluss des Kreuzwegs zur Kirche. Der gemauerte, reich gegliederte Torbogen wurde 1872 errichtet. Es ist ein typischer neugotischer Bau mit Zinnen, Strebepfeilern und weitem, rundbogigem Durchgang. An der mittleren Zinne befindet sich an der Westseite eine Reliefdarstellung des Auferstandenen

Zur Geschichte der Schlossruine Thaur

Urkundlich erstmals fassbar ist die Burg zum Jahr 1232, als Graf Albert III. von Tirol dem Marien- und Johanneshospital am Ritten bei Bozen 12 Karren Salz schenkte, die aus seiner Saline stammen, die er im Inntal bei seiner Burg Thaur besitzt.

Vor dem Jahr 1209 hat sich Schloss Thaur im Besitz der Andechser befunden. Nach dem Aussterben der Andechser (1248) und dem Tod Graf Alberts III. von Tirol (1253) fiel das Schloss samt dem gleichnamigen Landgericht an Graf Gebhard von Hirschberg. 1267 scheint sich die Burg Thaur noch im Besitz des Hirschbergers befunden zu haben, wie ein dort ausgestellter Vertrag zwischen ihm und Graf Meinhard II. beweist. Einige Jahre später hingegen - nämlich 1274 - erfolgt eine Schenkung Meinhards an das Kloster Georgenberg, die auf Schloss Thaur ausgestellt worden ist. Die Herren von Thaur erscheinen nun in landesfürstlichen Urkunden häufig unter den Gefolgsleuten des Tiroler Grafen auf.

Die Burg Thaur fällt in die Hand des Landesfürsten
Aus all diesen Nennungen kann nichts anderes geschlossen werden, als dass Meinhard II. bereits vor der endgültigen Erwerbung der vier Landgerichte Thaur, Rettenberg, Freundsberg und Rottenburg in den Jahren 1282 bis 1284 im tatsächlichen Besitz des Schlosses Thaur sowie der dortigen Saline war. Die Burg diente bald nur noch militärischen Zwecken.
Im 14. Jahrhundert begann sich die finanzielle Lage des Tiroler Landesfürstentums aus verschiedenen Gründen immer mehr zu verschlechtern. Um an Geld zu gelangen, ging man dazu über, Güter und Rechte zu verpfänden. So fiel das Landgericht Thaur zusammen mit der Burg, deren militärische Bedeutung zu jener Zeit nicht mehr jenen Stellenwert wie früher besaß, im Jahr 1340 pfandweise an den Adeligen Engelmar von Vilanders.
Im Jahr 1706 erhielten die Familie Sternbach die Herrschaft Thaur samt dem Schloss zunächst als Pfandschaft, 1744 dann als Lehen und 1877 schließlich als freies Eigen. 1967 kam die Ruine durch Kauf an die Familie Liphart. Heutiger Besitzer ist Dr. Christoph Liphart.

Die Burganlage am Thaurer Schlossbichl
Die einst so stolze Burganlage befindet sich auf 820 Meter Seehöhe und ist im Laufe der Jahrhunderte zur Ruine verfallen. Die Burg Thaur zählt mit einer Ausdehnung von rund 3000 m² zu den weitläufigsten Anlagen im Inntal. Allerdings haben sich von der ehemals sicher imposanten Burg infolge des starken Verfalls nur spärliche Reste erhalten, sodass eine Rekonstruktion des ursprünglichen Baubestandes nicht ganz einfach war.

Der Eingang zur Burg befand sich im Nordwesten, wo auch heute noch der Wanderer vom Schlosshof kommend in das Burgareal spaziert. Das leicht erhöhte Tor war nur über eine Zugbrücke erreichbar, von der noch Achs- und Widerlager sowie weitere Reste erhalten sind. Über die Brücke gelangte man in die so genannte Barbakane, ein turmartiges Vorwerk aus der Zeit Maximilians, welches den Eingang zur Kernburg sicherte und in dieser Form in Tirol nur sehr selten anzutreffen ist. Die Mauern dieses Vorwerks waren zweieinhalb Meter dick und besaßen fünf breite Schießscharten. Dieses Vorwerk war über gemauerte Rundbögen mit der eigentlichen Kernburg verbunden; im Mauerwerk über den Bögen lassen sich heute noch die Reste von Wehrgängen entdecken.

Blüte und Niedergang
Aus zahlreichen Rechnungsbelegen kann rekonstruiert werden, dass die Burg um 1300 neben der Kernburg auch eine umfangreiche Vorburg besaß. Außerhalb davon stand der sogenannte Burggrafenturm. Schließlich gehörten auch noch die Kapelle sowie diverse Wirtschaftsgebäude (Ställe, Speicher etc.) dazu. Dieser Umfang der Anlage dürfte im Wesentlichen bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts Bestand gehabt haben, ehe unter Erzherzog Sigmund (1439 - 1490/96) und Kaiser Maximilian (1490-1519) umfangreiche Baumaßnahmen auf Schloss Thaur erfolgten. In dieser Zeit wurde die Zahl der herzoglichen Gemächer von vier auf sechs erhöht, im Anschluss an das Burgtor wurde ein neuer, geräumiger Saal errichetet, die Wirtschaftsgebäude wurden erweitert und eine eigene Backstube geschaffen; schließlich dürfte in jenem Zeitraum auch noch die aufwendige Toranlage, die sogenannte Barbakane, entstanden sein. Gleichzeitig erfuhr die Burg, da sie den Fürsten als Aufenthaltsort während ihrer Jagden diente, auch eine qualitative Verbesserung ihrer ansonsten wenig komfortablen Ausstattung. So bildete die Zeit Sigmunds und Maximilians mit Sicherheit die Blütezeit der Burg schlechthin.

Im 16. Jahrhundert verlor die Anlage immer mehr an Bedeutung, vor allem auch weil sie nicht mehr als Jagdresidenz der Landesfürsten genutzt wurde. Die Geldquellen zur Erhaltung des Schlosses flossen immer spärlicher und zunehmend verfiel die Burg. Da man Sanierungen nicht durchführte bzw. das dafür notwendige Geld nicht bereitgestellt wurde, übersiedelte der Pfleger (Richter) notgedrungen im Jahr 1616 in das Dorf hinunter. Dies führte zum vollständigen Verfall der Anlage, da nun alles noch Brauchbare abgetragen wurde; selbst Steine wurden anderenorts als Baumaterial verwendet. Man vermutet auch, dass das gewaltige Erdbeben, das im Jahr 1670 in Hall große Schäden anrichtete, Schloss Thaur den sprichwörtlichen "letzten Rest" gegeben hat.

Thaur diente nicht nur verschiedenen Landesfürsten (Margarethe Maultasch, Sigmund dem Münzreichen, Maximilian I., und als letzter Anna Katharina von Gonzaga, der Gemahlin Erzherzog Ferdinands II.) als Unterkunft, das Verlies des Schlosses beraubte so manchen Zeitgenossen seiner Freiheit. So zB auch den berühmten Geigenbauer Jakob Stainer aus Absam, den man verdächtigte, ein heimlicher Anhänger des Protestantismus zu sein. Er wurde jedoch bald wieder frei gelassen.

Quelle: Dorfbuch Thaur, Christoph Haidacher

Die heutige Verwendung der Burg
1939 wurde die Anlage unter Denkmalschutz gestellt. Die heutige Burgruine wurde ab 2003 restauriert und wissenschaftlich untersucht. Treibende Kraft dahinter ist der Thaurer Dorfchronist Mag. Josef Bertsch und sein Verein CHRONOS. 2015 wurde ein Begehungskonzept für die Besucher der Ruine umgesetzt. Besucher können sich die App "Horch, was dir Knappe Kunibert erzählt!" herunterladen und auf einem interaktiven Rundgang viel Spannendes zur Geschichte der Burg und ihrer Bewohner erfahren.

Die Thaurer Schlossspiele
Das Theaterspiel mit Laienkräften hat in Thaur alte Tradition. Im Museum Ferdinandeum befinden sich vergilbte Urkunden, aus denen hervorgeht, dass in Thaur schon Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts sogenannte Mysterienspiele aufgeführt wurden. Seit 2001 gibt es die Thaurer Schlossspiele vom Theaterverein Thaur. Das erste aufgeführte Stück war "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal.

Der Romediwirt

Direkt neben dem Thaurer Wahrzeichen, dem Romedikirchl, findet man den modernen und trotzdem traditionellen Romediwirt. Er wurde 2018 neu eröffnet. Die Architektur ist in Form eines Widums gehalten, damit es sich harmonisch neben dem Kirchlein einfügt. Die Gestaltung des Gastraumes ist hell und mit natürlichen Materialien ausgestattet.

Frische, saisonale Produkte aus dem Thaurer Gemüsegarten bzw. Tirol und Österreich in exzellenter Qualität stehen im Mittelpunkt der Küche.
Der Romediwirt ist auch hervorragend für Feiern jeglicher Art geeignet. Außerdem gibt es immer wieder Highlights wie zB das samstägliche Brunch-Buffet oder Grillen im Sommer!

Ausstellung rundumTHAUR

Diese besondere Ausstellung im Obergeschoss des Romediwirts widmet sich der Thaurer Dorfgeschichte und den heutigen Bewohnern am Ort - den Eulen im Karwendel. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Verein Chronos in Thaur, dem Naturpark Karwendel und der Gemeinde 2018 realisiert. Es ist eine Bestandsaufnahme von 6000 Jahren Siedlungsgeschichte.

Gleich beim Eingangsbereich wird man von einem Bogen mit vielen Farben empfangen. Die rund 200 Schichten repräsentieren die ebenfalls so vielen Generationen, die im Laufe der 6000-jährigen Siedlungsgeschichte an verschiedenen Orten der Gemeinde ihre Spuren hinterlassen haben. Die Farben und Tiefen der Schaukästen entsprechen dabei dem Alter der Fundstücke: dunkelblau und tief verborgen sind prähistorische Pfeilspitzen und Schmuckperlen, gelb ottonische Armbrustbolzen, in sattem Grün zeigt sich die Geschichte der Burg Thaur im Mittelalter, in Rotorange Romedius als Namenspatron der Kirche am Burghügel.

Vier Eulenarten können in dieser Gegend beobachtet werden, sie sind als Tierpräparate, aber auch mit Eiern und Gewölle ausgestellt. Zudem erzählt ein Film kurzweilig von der ersten Besiedelung und der weiteren Geschichte.

Öffnungszeiten und Kontakt

rundumthaur
Romediwirt, 1. Stock
Schlossgasse 17 in Thaur

Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Führungen auf Anfrage
+43 650 3161570, josef.bertsch@gmail.com

Anfahrt
Keine direkte Zufahrt möglich! Bitte verwenden Sie die Parkplätze beim Thaurer Almweg bzw. beim Thaurer Stollen.

Das Dorf Thaur

Thaur war schon früh besiedelt, wie die große Zahl an prähistorischen Funden zeigt. Gerade in der Gegend oberhalb von Thaur, also rund um das Kirchl und die Ruine haben sich viele romanische Namen erhalten, während sie im unteren Dorfbereich von bayrischen verdrängt wurden. Der Dorfname Thaur selbst konnte sprachwissenschaftlich noch nicht komplett erörtert werden. Eine Möglichkeit wäre das Alpenwort taur, welches „Bodenschwellung“ oder in weiterer Folge „stark ableitiger Hügel“ bedeutet. Dies würde genau die Lage Thaurs auf dem großen Schwemmkegel des Langenbaches beschreiben. Allerdings ist eine eindeutige Erklärung des Namens noch nicht möglich und wartet auf neue, weiterführende Erkenntnisse der Sprachwissenschaft.

In den Urkunden wird der Ort bereits 827 zum erstenmal erwähnt. Schon früh war es ein blühender Ort, was vermutlich den Salzquellen zu verdanken ist. Bis 1270 dürfte sich die Saline in Thaur befunden haben, ehe sie nach Hall i.T. verlegt wurde. Es wäre auch denkbar, dass die Urkunden, die von den Salinen berichten, nicht den Ort, sondern das Gericht Thaur meinten, welches sich im Schloss Thaur befunden hat und das Gebiet von Mühlau bis Vomperbach umfasste, bis es 1830 mit dem Stadtgericht Hall vereinigt wurde.

Das Wappen von Thaur erinnert an das Schloss und Gericht Thaur, wurde 1983 von der Tiroler Landesregierung verliehen, aber schon im 18. Jahrhundert als Siegel verwendet.

Quelle: Thaurer Dorfbuch

Der heilige Romedius

In kaum einem anderen Tiroler Dorf gibt es derat viele Menschen mit dem Vornamen Romedius wie in Thaur. Der heilige Romedius wird am 15. Jänner mit großer Würde und Feierlichkeit begangen.

Die Legende
Romedius entstammte gemäß der Legende dem vornehmen und begüterten Geschlecht der Grafen von Thaur und wurde im vierten nachchristlichen Jahrhundert auf dem gleichnamigen Schloss geboren. Bereits im jugendlichen Alter fühlte er sich mehr zu Gott als zu den irdischen Dingen hingezogen; viele Stunden verbrachte er betend in einer nahen Felshöhle. Über dieser Grotte errichtete er eine dem heiligen Petrus geweihte kleine Kapelle, die später zum heutigen Schlosskirchlein umgestaltet worden ist.
Dort hatte er Jesus Christus gelobt, allen irdischen Freuden und Reichtümern zu entsagen und künftig ein auf die jenseitigen Schätze ausgerichtetes Leben zu führen. Er verschenkte seinen Besitz an die Armen und machte sich auf Pilgerschaft u.a. bis nach Rom zum Papst und zu den Gräbern der Apostel. Auf den Weg dorthin machte er in Trient halt, wo der heilige Vigilius als Bischof wirkte. Dieser billigte sein gottgefälliges Vorhaben und gab ihm seinen Segen. Tief beeindruckt von den Begegnungen mit dem Papst und den Apostelgräbern kehrte Romedius wieder nach Trient zurück. Dort verbrachte er fortan sein Leben als Einsiedler am Nonsberg, wo er ein Kirchlein errichtete.
Romedius, mittlerweile bereits im hohen Alter stehend, hegte den Wunsch, vor seinem Tod nach einmal den heiligen Vigilius zu sehen und seinen bischöflichen Segen zu empfangen. Als man das Rösslein des Einsiedlers von der Weide holen wollte, fand man es von einem Bären zerrissen. Trotz der Angst, ließ Romedius dem Bären ein Zaumzeug anlegen und dieser war brav wie ein Lämmchen. Unter großem Staunen und Jubel ritt Romedius auf dem Bären in die Stadt Trient ein und vollbrachte hier einige wundersame Heilungen.
Nachdem er einige Tage bei dem von ihm hochverehrte Vigilius verbracht hatte, kehrte Romedius mit seinem Bären wieder in die Einsiedelei zurück, wo er bald darauf verstarb. In der von ihm erbauten Kapelle auf dem Hügel fand er seine letzte Ruhestätte.

Soweit die Legende. Die Figur des historischen Romedius ist nach wie vor Gegenstand spannender, wenn auch teils kontroversieller Forschungen.

Quelle: Thaurer Dorfbuch, Christoph Haidacher

Der Romedius Pilgerweg

Auf 180 km wandert man vom Romedikirchl in Thaur bis nach San Romedio im italienischen Nonstal. Dabei sind sportliche 10.000 Höhenmeter zu überwinden. Und man durchquert Tirol, Südtirol und das Trentino. Die genaue Beschreibung und detaillierte Informationen zum Pilgerweg finden Sie hier.

Sommerwanderungen rund um den Schlossberg in Thaur

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