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Walderalm bei Gnadenwald

Kraftort in der Region Hall-Wattens

Die Wanderung auf die Walderalm

Es ist kein Geheimnis, dass die Walderalm eine sehr beliebte Wanderung bei Jung und Alt ist. Der Grund dafür liegt auf der Hand: unterschiedliche Varianten und Schwierigkeitsgrade des Anstieges, die traumhafte Lage eingebettet im Naturpark Karwendel und die hervorragende Bewirtung sprechen für sich. Wie man diesen besonderen Kraftort erreichen kann, erfahren Sie in der Beschreibung der vier untenstehenden Wanderungen.

1. Familienwanderung Hinterhornalm - Walderalm
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Walderalm zu erreichen. Die beliebteste und einfachste ist mit dem Auto über die Mautstraße Hinterhornalm. Dort parkt man und geht zu Fuß ca. 30 Minuten bis zur Walderalm. Über einen breiten Forstweg gelangt man sehr einfach zum Ziel. Rechter Hand laden spektakuläre Ausblicke auf das Inntal immer wieder zum verweilen ein.

2. Karwendeltour über den Hinterhornalmsteig
Wer das Auto lieber im Tal stehen lassen möchte (Parkplatz St. Martin), kann entweder über die aspahltierte Mautstrasse oder aber über den abwechslungsreichen Steig hinauf zur Hinterhornalm wandern. Dies nimmt in etwa 1,5 Stunden in Anspruch. Flora und Fauna sind hier sehr beeindruckend. Von der Hinterhormalm geht es wie oben beschrieben in 30 Minuten zur Walderalm.

3. Waldaufsteig über den Gungglkopf
Das Auto parken wir etwas weiter östlich des Weilers St. Michael. Von dort aus geht es durch den Wald in ca. 1,5 Stunden zur Walderalm. Im oberen Bereich, an der Waldgrenze, trifft dieser Weg auf den Forstweg, welcher von der Hinterhornalm kommt.

4. Rundwanderung Ganalm - Walderalm
Diese landschaftlich schöne Rundwanderung führt meist durch Wald, trotzdem genießt man viele Ausblicke auf die Berglandschaft. Bei Mairbach zweigt der Forstweg am Südhang des Walder Joches zur Maria Schnee-Kapelle und zum Gh. Schönblick ab. Hier beginnt der Anstieg aus dem Inntal zur Ganalm im Vomper Loch. Der Weg führt am Nordhang des Walder Joches westlich zur urigen Ganalm auf 1.190 m. Dann geht's links am Fußsteig über Almwiesen oder rechts am Forstweg zur schön gelegenen Walderalm. Der direkte Abstieg erfolgt am Forstweg nach Gnadenwald. Die Dauer der Rundwanderung betragt ca. 3,5 Stunden.

Der Kraftort

Walderalm bei Gnadenwald auf einen Blick

Die Walderalm ist Kaspressknödelsieger in Tirol

KaspressknoedelWalderalm_HallWattens-004

Wer hätte gedacht, dass das Thema Kaspressknödel derart die Gemüter erhitzt. Aber seien wir mal ehrlich: eine wärmende Suppe nach einer anstrengenden Wanderung schmeckt uns allen. Kein Wunder also, dass bei der TT-Umfrage (TT = Tiroler-Tageszeitung) zu den besten Kaspressknödeln in Tirol, die Wogen hochgingen. Im positiven Sinne versteht sich! Kaspressknödel und Alm gehören halt einfach zusammen wie Topf und Deckel.

Was uns aber noch viel mehr erfreut, ist der Gewinner dieser Umfrage. Denn der Pächter Hermann Krismer von der Walderalm hatte hier ganz klar die Nase vorn. Was ist nun eigentlich das Geheimnis seines Kaspressknödelerfolges? Zum einen natürlich die Zutaten. Es sind 5 Käsesorten enthalten und ein Knödel wiegt ca. 200 Gramm. Durchschnittlich bestellt jeder dritte Gast einen Kaspressknödel entweder mit Salat oder Sauerkraut oder auch in der Suppe. Täglich mischt der 61-Jährige fünf Kilo Brot, drei Kilo Käse, Gewürze und anderes mehr in einer Wanne mit seinen großen Händen zusammen. Lachend sagt er, dass ihm durch das Kneten am Abend die Hände weh tun. Um die Arbeit zu erleichtern, hat man vor einigen Jahren eine Rührmaschine gekauft. Allerdings haben die Gäste den Unterschied sofort erkannt, denn vermutlich rührte die Maschine die Masse so fein, dass dies den Besuchern nicht mehr so gut schmeckte. Deshalb knetet und mischt Hermann die Masse nun wieder von Hand.

Wie man gute Kaspressknödel zubereitet, finden Sie auf unserem Blog mit Rezept und Fotos bzw. Videos.

Geschichtliches zur Walderalm bei Gnadenwald

Walderalm Gnadenwald (29)

Als östlicher Ausläufer der Gleirsch-Halltal-Kette thront die Walderalm schon lange oberhalb des Inntals im Süden und des einsamen Vomperlochs im Norden. Die urigen Hütten, die sich im Herzen der aussichtsreichen Almfläche zusammendrängen, versetzen den modernen Besucher in eine andere Zeit. Wie vielerorts in der Almwirtschaft ist auch auf der Walderalm die jahrhundertelange Tradition noch erstaunlich gegenwärtig - an die Besonderheiten ihrer Geschichte erinnert aber nicht mehr allzu viel.

Wie Gebietsnamen und Fundstücke zeigen, war das Karwendel auch schon in vorrömischer Zeit besiedelt und es ist anzunehmen, dass diese frühen Bergbewohner ihr Vieh im Sommer in hochgelegene Weidegründe trieben. Dass dies auch hier der Fall war, ist insofern unwahrscheinlich, als die waldreiche Fläche im Mittelalter zunächst als Schwaighof Erwähnung findet und so primär der Rodung gewidmet war.
Die Wurzeln der Almwirtschaft liegen im 15. Jahrhundert, dem Beginn des Schwazer Silberbergbaus. Vom Fuße des Großen Lafatschers transportierten die Knappen das dort geschürfte Bleierz über das Vomperloch und die Walderalm ins Inntal. Nur der ausgesetze "Knappensteig" gibt noch einen sprechenden Hinweis auf diese Zeit. Dabei waren wohl die Knappen die ersten, die im Sommer Vieh auf die gerodeten Flächen trieben und so die Walderalm als Weidefläche nutzten.

Ob die Knappen dann auch im Winter geblieben sind, ist ebenso unklar, wie die Frage der Arbeitsteilung. Dass sich Bauern und Knappen auf ihr Métier beschränkten, legt aber der Übergang zum selbstständigen Almbetrieb nahe, den fortan mehrere Besitzer gemeinsam verrichten. Ursprünglich zu acht (heute sind es nur mehr drei), war schon 1598 der Almalltag durch zahlreiche Abkommen der Bauern untereinander wie gegenüber den angrenzenden Waldbesitzern geregelt. Weil die Walderalm neben den Freiflächen namentlich auch als Waldweide genutzt wurde, gibt es bis heute eine Wald-Weide-Trennung, die die Bezugsrechte klar unterscheidet. So grasen die 75 Kühe immer noch zwischen Lärchen und Fichten auf der 200ha großen Almfläche, die sich bis hinunter ins Vomperloch erstreckt.

In dessen unzugänglichen Tiefen versteckten sich in den letzten beiden Jahren des zweiten Weltkriegs bis zu zwanzig Deserteure - eine der größten Deserteursgruppen in ganz Österreich - erfolgreich vor der Gestapo. Kurz zuvor, 1935/36, bauten Zwangsarbeiter den Weg von Gnadenwald zu einer Straße aus, sodass der Milchtransport nicht mehr wie zuvor per Pferd oder gar auf dem eigenen Rücken geschehen musste. Die asphaltierte Mautstraße zur Hinterhornalm machte es sodann möglich, die Milch jeden Morgen bequem per LKW abzuholen.

Quelle: Naturpark Karwendel

Exkurs zu den Schwaighöfen:
Schwaighöfe lagen meistens über der oberen Besiedlungsgrenze (1200-1600 m Seehöhe) und waren ganzjährig bewohnte Einzelhöfe, die fast ausschließlich der Viehzucht dienten. Die entstanden in der Siedlungs- und Wirtschaftsform des 12.-14. Jahrhunderts im gesamten Alpenbogen. In lateinischen Urkunden heißen sie: "curia armentaria, vaccaria, olive und auch swaigalis". Der Name "Schwaige" bedeutet "Viehhof oder Herde". Solche Höfe wurden von der Grundherrschaft erbaut, eingerichtet und mit fünf bis sechs Kühen und 20-30 Schafen und Ziegen bestückt. Weil sich damals die Heubevorratung noch nicht überall durchgesetzt hatte, waren die Tiere im Winter oft auf die Futtersuche in den Waldweiden angewiesen, sodass sie nur hungernd die langen Schneemonate überleben konnten. Und weil ein Getreideanbau meistens nicht möglich war, erhielten die neuen Siedler in diesem abgelegenen Gegenden vom Grundherrn sogar Getreide und Salz zugeteilt, hatten ihm aber Grundzins zu zahlen. Überwiegend in Form von Magerkäse, seltener mit Fleisch oder lebenden Haustieren und noch seltener aber sehr kostbar auf dem Markt, mit Butterschmalz.
Solche Schwaighöfe erschlossen bis dahin unbewohnte und oft ungenutzt gebliebene Höhenlagen und Talschlüsse. Aber wegen längerer Kälteperioden oder auch wegen Änderungen der wirtschaftlichen Situation wurden bald viele dieser Dauersiedlungen wieder aufgegeben, und die Industrialisierung im frühen 19. Jahrhundert ließ aus den letzten Schwaighöfen wieder Almen werden, die die Weidegebiete nur mehr im Sommer weiter bewirtschafteten.

Die Kapelle Maria Schutz östlich der Walderalm

In den Jahren 1965-67 entstand am östlichen Hang oberhalb der Alm eine Kapelle, die in Eigeninitiative von Innerebner Josef, KR Zährer und Platzer Hans gebaut wurde. Sie soll ein Dank dafür sein, dass einige Soldaten aus dem schrecklichen Krieg heimgekehrt sind. Sie ist unter dem Namen "Maria Schutz" geweiht. Wenn das Kapellentor bei einer Almmesse geöffnet ist, können die Besucher die grandiose Bergwelt des Karwendels durch das nördliche Fenster wie ein immer wieder neu gemaltes Altarbild bewundern.

Die Walderalmteiche und deren Revitalisierung durch den Alpenpark Karwendel

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Die Walderalm und ihre Teiche waren schon immer ein beliebtes Fotomotiv. Allerdings hat in den 1990er Jahren die Qualität der Walderalmteiche in jeglicher Hinsicht massiv gelitten. Schlussendlich stellten sie sich als massiv überdüngte, von Wasserlinsen und Algen überwucherte Kloaken dar, die mit einem Wort "unansehnlich" waren. Mit dieser Entwicklung ging ein starker Verlust der Artenvielfalt unter den wassergebundenen Tierarten wie etwa Amphibien und Libellen einher. Leider gelang es sehr lange nicht, ein Projekt auszuarbeiten, das sowohl den Vorstellungen der Grundbesitzer und Weideberechtigten, als auch den Interessen des Naturschutzes entsprach. Erst 2011 gelang eine Annäherung und es wurde vom Alpenpark Karwendel ein Projekt ausgearbeitet, welches folgende Aspekte beinhaltete: Ausbaggerung der beiden Teiche unter entsprechenden naturschutzfachlichen Auflagen und einer unabhängigen ökologischen Bauaufsicht, der Bau einer kleinen Beobachtungs-Plattform und die permanente Weidefreistellung rund um die Teiche. Letzteres ist besonders wichtig, um auch einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Die Umsetzung der Weidefreistellung erfolgte mittels eines traditionellen Legzaunes, welcher auch dem hohen Schneedruck im Winter standhält.

Heute ist die Revitalisierung der Walderalmteiche abgeschlossen. Einige Arbeiten wie Mähen, Zaunaufstellen etc. fallen jedoch jährlich an, damit die Teiche in ihrer Pracht erhalten bleiben. Um die Walderalm als "Gesamtkunstwerk" zu bewahren, ist es notwendig, auch weiterhin ein Auge darauf zu haben und im Spannungsfeld Almwirtschaft-Naturschutz Lösungen zu finden.

Freiwillige Helfer können immer wieder bei Pflegeaktionen der Walderalmteiche mithelfen. Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Naturpark Karwendel.

Quelle: Naturpark Karwendel

Die Walderalmteiche: Lebensraum von Bergmolch & Co.

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Bergmolch, Foto: Naturpark Karwendel

Gerade oberhalb der Waldgrenze bzw. im Almbereich sind offene Wasserflächen eher dünn gesät. Unter diesem Aspekt erfüllen die Walderalmteiche vielfältige Funktionen. Sie sind nicht nur eine Augenweide für den Betrachter, sondern auch Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Einige typische Arten sollen hier kurz vorgestellt werden.

Bereits imi zeitigen Frühling suchen die Bergmolche den Weg zu den Teichen, um sich zu vermehren. Im Laufe des Frühsommers gesellen sich noch zahlreiche andere Tiere hinzu. Am auffälligsten sind die verschiedenen Libellenarten, die teils knapp über der Wasseroberläche andere Insekten jagen. Bereits im ersten Jahr nach der Revitalisierung konnten acht unterschiedliche Arten nachgewiesen werden. Im zweiten Jahr kamen neue hinzu. Außerdem ist davon auszugehen, dass weitere Arten im Laufe der Zeit die Walderalmteiche als Lebensmittelpunkt auswählen werden. Ein anderer prominenter Neuzugang ist der Gelbrandkäfer, dessen Larven, ähnlich den Libellenlarven, zu gefürchteten Jägern unter der Wasseroberfläche zählen.
Im Sommer tauchen dann die ersten Molchlarven auf, die mit ihren Kiemenbüscheln leicht zu erkennen sind. Auch eine Ringelnatter hat sich bereits eingefunden.
Natürlich gibt es auch zahlreiche wassergebundene Pflanzenarten, die die Teiche besiedeln, wie etwa den geschützten Fieberklee, der die Bauarbeiten sehr gut überlebt hat, oder die teils recht seltenen Armleutcheralgen, die in ihrem Inneren Kalk abgelagert haben. Wichtig sind auch die unterschiedlichen Seggenarten, die am Randbereich zur Reinigung des Wassers beitragen und gute Versteckmöglichkeiten für die oben erwähnten Tierarten bieten. Auch die Sumpfdotterblume oder das Gefleckte Knabenkraut finden in den feuchteren Bereichen bzw. Gräben gute Lebensbedingungen. Sie alle und noch viele andere bilden die sogenannte "Lebensgemeinschaft Teich".

Quelle: Naturpark Karwendel

Freiheitsheld Josef Speckbacher und die Walderalm bei Gnadenwald

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Der am 13.07.1767 in Gnadenwald geborene Josef Speckbacher war ein Tiroler Freiheitsheld und wesentlich bei den Franzosenkriegen von Napoleon zwischen 1797 und 1809 beteiligt.

Er verbrachte eine ungestüme Jugend und war im Alter von zwölf Jahren schon bald als Wilderer berüchtigt und immer wieder in Konflikten mit Aufsichtsjägern verwickelt. Später arbeitete er im Haller Salzbergwerk und erlernte erst danach das Schreiben und Lesen. 1797 heiratete er Maria Schmiederer von Judenstein und übersiedelte dorthin.

Er galt als geachteter Scharfschütze und diese Kunst erlernte er vor allem auf seinen Streifzügen rund um die Walderalm. Denn die Berge und Schluchten des Walderjoches bildeten auch den Schauplatz des jugendlichen und stürmischen Wilderers Josef Speckbacher. Geschichten berichten, dass er als zwölfjähriger Knabe mit Hilfe eines Schafes einen mächtigen Lämmergeier allein überwältigte und fortschleppte, obwohl das Tier sich wehrte und mit Flügeln, Schnabel und Klauen ihn misshandelte. Ein andernmal wagte er es, mit seinem Gewehr auf einen jungen Bären zu schießen, der sich dann in einer Falle fing. Später konnte er mit seiner Büchse derart zielsicher umgehen, dass er gewettet haben soll, auf 50 Schritte einen Taler aus der Hand eines vertrauten Kameraden zu schießen oder eine Taube auf dem Dach am Fuß zu treffen. Da er häufig Raubtiere erlegte, die in der Gegend rund um die Walderalm bei den Herden oft viel Schaden anrichteten, wurde von seiten der Obrigkeiten in Bezug auf sein Wildern ein Auge zugedrückt. Daher war sein Wildschützenleben in der Gnadenwalder Jugendzeit eine gute Vorbereitung auf den Krieg.

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