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Schwarzbrunn im Voldertal

Kraftort in der Region Hall-Wattens

Schwarzbrunn im hintersten Voldertal ist unter den 10 Kraftorten der Region Hall-Wattens vermutlich der unbekannteste. Zugleich aber auch einer der schönsten und einsamsten unter allen. Allein schon die Anreise ist spektakulär, denn das Voldertal bietet neben einer atemberaubenden Aussicht hinab ins Inntal auch zahlreiche wunderschöne Bauernhöfe, Almen und Volderwildbad, ein ehemaliger Kurort. Es ranken sich unzählige Geschichte und Sagen rund um das Voldertal, wie zB "Das Pitzl mit dem alten Kopf", "Hilfreiche Mandln" oder "Die Schimmelreiterin". Im unteren Abschnitt ist die Sage vom "Glungezerriesen" zu lesen. Sie verrät uns die Herkunft des Namens unseres Kraftortes.

Das Volderwildbad führt uns zurück in die Geschichte, als es dort noch einen Kurort gab. Der Haller Arzt und Universalgelehrte Dr. Hippolyt Guarinoni - von ihm stammt übrigens das Werk "Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts" und er ließ die Karlskirche in Volders erbauen - ist eng mit dem Volderwildbad verbunden.

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Der Kraftort Schwarzbrunn im Voldertal

auf einen Blick

  • das geheimnisvolle Volderwildtal
  • intensive Almwirtschaft
  • Bergbau im hinteren Voldertal
  • spannende Sagen und Geschichten
  • Hippolyt Guarinoni und das Volderwildbad

Wie gelangt man nach Schwarzbrunn im Voldertal?

Die Wanderung nach Schwarzbrunn
Man kann über mehrere Varianten nach Schwarzbrunn gelangen. Die gängigste ist von Volders aus. Mit dem Auto kann man relativ weit hoch fahren und beim Parkplatz Nösslach stehen bleiben. Ab Volderwildbad - dort gibt es auch eine Parkmöglichkeit - ist die Straße allerdings mautpflichtig. Der Parkautomat befindet sich etwas unterhalb von Volderwildbad, linker Hand bei einem Bauernhof, dem Auerhof.
Vom Parkplatz Nösslach wandert man den breiten Fahrweg immer weiter hinein in das grüne Voldertal. Gleich am Anfang sieht man rechter Hand das "Dörfl", eine Anhäufung von Hütten. Nun geht es etwas abseits des Voldertalbaches immer weiter, den Talschluss schon vor Augen bis auf eine Höhe von etwa 1650 Metern. An einer Lichtung angekommen macht der Fahrweg eine Linkskurve. Schaut man nach rechts, erkennt man gleich einen allein stehenden Baum, auf welchem das Schild mit der Aufschrift "Schwarzbrunn" zu lesen ist. Hier biegt man rechts in den Weg ein und wandert fast eben hinüber nach Schwarzbrunn. Dort angekommen, trifft man auf eine private Hütte. Vor dieser eröffnet sich dem Betrachter ein idyllisches, fast kitschiges Landschaftsbild: der Voldertalbach ist hier schon fast lieblich und bildet immer wieder größere Ausläufer, an denen Kinder wunderbar spielen können. Ein kleiner Holzsteg führt auf die andere Bachseite. Die Vegetation ist teilweise sumpfig, entsprechend auch die Blumen in diesem Bereich. Immer wieder sehen wir große Felsblöcke und linker Hand führt ein Steig weiter hinauf auf Steinkasern. eine urige Almsiedlung auf 2002 Metern Seehöhe.

Eine weitere Wandermöglichkeit ist über die Tulfer Seite, Halsmarter - Voldertalhütte und danach weiter wie oben beschrieben.

Zur Geschichte von Schwarzbrunn im Voldertal

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Im Jahre 1753 unternahmen drei Mitglieder der Innsbrucker Gelehrtenakademie einen Forschungsritt nach Schwarzbrunn. Neben der Untersuchung des "Gesund- oder Schwarzbrunnenwasser im Volderbad" war das eigentliche Ziel der Forschung die Untersuchung des erstmals im Voldertal bekannt gewordenen "Veilchensteins" (die rote Grünalge Trentepohlia Jolithus) sowie der Brunnenkresse (Nasturtium officinale). Letztere Pflanze gäbe lt. den Gelehrten seltsame Erleichterung. Die Kresse bei Schwarzbrunn sei vom ersten Frühjahr an bis in den rauhen Winter zu finden. Sie wurde gesammelt, geschnitten in Wasser gelegt und danach eine zeitlang gesotten um sodann ihre Wirkung zu entfalten. Dieser alten Heilpflanze werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Sie soll ein Aphrodisiakum sein und in der Naturheilkunde zur Entschlackung von Leber, Lunge und Magen empfohlen. Echte Brunnenkresse ist übrigens nur sehr selten in der Natur zu finden und wächst nur an Stellen, wo es sehr sauberes Wasser gibt. Außerdem haben neueste amerikanische Studien ergeben, dass die Nährstoffe und deren Dichte in der Brunnenkresse um ein vielfaches höher sind, als in anderem Gemüse.

Was unseren Kraftort betifft, strebte man also schon sehr früh danach, die Qualität des Heilwassers durch die dort wachsende Pflanzenwelt zu kennzeichnen. Nach einer Untersuchung der beim Schwarzbrunnen ausgegrabenen Veilchensteine ließen die Gelehrten die Brunnenquellen "in ihrem Wert und Unwert" beruhen.

Obwohl wir heute bei Schwarzbrunn außer der privaten Hütte keine Infrastruktur vorfinden, wurde dies in der Vergangenheit reghaft diskutiert. Viele weitere Gelehrte greifen nach 1753 das Heilwasser bei Schwarzbrunn immer wieder in ihren Dissertationen und Veröffentlichungen auf, weshalb man an dieser Stelle ein Badehaus errichten wollte. Diese Pläne wurden jedoch immer wieder von der Haller Saline vereitelt, da die Wälder des Voldertales für den Holzkohlenbedarf des Salz- und Münzamtes in Hall unentbehrlich waren. Auch andere Erhoben Einspruch gegen den Bau einer Badhütte. Es waren dies der damalige Volderwildbadbesitzer, die Bergmahdinhaber des Tales, weil die Badgäste durch ihre Bergmähder hätten fahren müssen und auch die Polizei, da sie während der unbewohnten Winterzeit befürchtete, dass sich "wildscheues" und anderes Gesindel dort aufzuhalten pflegte.
Nach der Ablehnung des fünften Ansuchens enden die seit 1656 nachweisbaren Bestrebungen, beim Schwarzbrunnen ein Wildbad zu erbauen.

Der gewaltigen Felssturz von 1820 und weitere kleine prägen das heutige Landschaftsbild bei Schwarzbrunn mit kleinen Seen, einem verflachten Bachlauf und den großen Felsentrümmern. Aus der Überlieferung erfährt man, dass die Quelle nach dem Bergsturz fast ganz versiegte und der unterirdische Quell-Lauf teilweise verlegt wurde. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Interesse an Baulichkeiten beim Schwarzbrunnen abflaute, da nunmehr die besondere Gefährdung durch nachfolgende Fels- und Bergstürze, Lawinen und Steinschläge offensichtlich war.

Woher kommt der Name Schwarzbrunn?
Viel haben wir nun gehört, weshalb gerade in der Vergangenheit unser Kraftort Schwarzbrunn bzw. die auch übliche Schreibweise Schwarzbrunnen von solch hoher Bedeutung für die Bevölkerung war. Doch weshalb eigentlich der Name Schwarzbrunn? An der Stelle von Schwarzbrunn gab es einen Kohlenmeiler, da diese zum Löschen immer in der Nähe von Wasser angesiedelt waren. Wie im unteren Abschnitt unter Voldertal zu lesen ist, war die Holzkohlenerzeugung ein wichtiger Wirtschaftszweig im Voldertal. Bei Besichtigungen im Jahr 1951 wurde festgestellt, dass der Wasserstrahl des Schwarzbrunnens nicht unmittelbar aus dem Boden fließt, sondern aus schwarzer Kohlenmeilererde. Dies dürfte wohl der Grund für die Namensgebung sein. Die Holzkohlenschichte trug außerdem dazu bei, das ohnehin schon mineralstoffarme Wasser zu filtern und absorbieren, wodurch - zumindest früher - ein tatsächlich sehr mineralstoffarmes, reines, "mildes" Wasser ausfloss. Derartiges Wasser hat bei längerem Gebrauch eine entschlakende Wirkung auf den menschlichen Organismus. Ein Mitgrund für die ständigen Bemühungen, bei Schwarzbrunn ein Heilbad zu errichten.

Das Voldertal

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Das Voldertal ist ein Seitental des Inntals und liegt verteilt auf zwei Gemeindegebieten, nämlich jenem von Tulfes und jenem von Volders. Offensichtlich ist, dass das Dorf Volders dem Tal seinen Namen gab. Auf der östlichen Seite, die zum Gemeindegebiet von Volders zählen, sind die Hänge eher lieblich und sanft, während es zum Glungezer hin, also westseitig, meist steil und schrof anmutet. Dieser Teil wird dem Gemeindegebiet von Tulfes zugeordnet. Durch das Tal fließt der Voldertalbach, der bei Volders in den Inn mündet.

Im Voldertal treffen wir auf zahlreiche, wildromantische Almen, denn die Almwirtschaft spielt neben der Forstwirtschaft die größte Rolle in diesem besonderen Tal. Unter ihnen die Vorbergalm, die Steinkasernalm, Markissalm, Largozalm und die Stiftsalm. Das Voldertal wird von vielen - vor allem bei Einheimischen - bekannten Erhebungen umrahmt, nämlich die Grünbergspitze, Malgrübler, Haneburger und der Largoz. Letzterer ist ein besonders schöner Aussichtsberg.

Das Voldertal stand in der Vergangenheit in enger Verbindung mit der Haller Saline und deren Waldämtern. Um 1543 wurden die Wälder des hinteren Voldertals von Vorberg bis Steinkasern von der Haller Saline für den eigenen Bedarf (Versieden der Sole) und für den der Münzstätte und der Glashütte in Hall in riesigen Kahlschlägen entholzt. Aufzeichnungen über die Waldwirtschaft im Voldertal gibt es schon recht früh, bereits um 1483. Aber die ersten genauen Angaben über die Wälder des Voldertals finden sich in der Waldberaitung vom Jahre 1555. In dieser Waldberaitung stand folgende Anweisung: Aller Wald des hinteren Voldertals sei auf die Lände (= Anlegeplatz bei Flüssen) zu triften. Unter "Triften" wird das Schwemmen von Holz in Bächen verstanden. Eine Lände befand sich im mittleren Voldertal, die große Lände beim Voldertalbach im Ort Volders. Im Bereich des hinteren Voldertales ortete Walter Grabherr vor zwei Jahrzehnten zwei Schwenzklausen. Schwenzklausen waren Holz- oder Steinsperren mit Durchlasstoren an Seitenbächen. Vor den Klausen befanden sich die sogenannten "Klaushöfe", in denen sich das Schmelzwasser stauen konnte. War die Klause voll, wurde das Klaustor geöffnet. Das herausschießende Wasser schwemmte das Holz talwärts. Eine dieser Schwenzklausen befand sich vor dem Aufstieg nach Steinkasern auf 1.860 Meter, die andere weiter unten beim Schwarzbrunnen. Diese alten Schwenzklausen dürften am häufigsten im 16. Jahrhundert in Betrieb gewesen sein.

Neben der Holztrift war seit Mitte des 16. Jahrhunderts im Voldertal schon früh die Holzkohlenerzeugung im Köhlereibetrieb ein wichtiger Erwerbszweig der dortigen Bauern. Bis ins 19. Jahrhundert benötigten die Metall verarbeitenden Betriebe und die Salinen zur Feuerung Holzkohle in großen Mengen. Nur allmählich lösten Steinkohle und Koks die Holzkohle als industrielle und gewerbliche Energiequelle ab. Die Köhlerei betrieben die Bauern des Voldertals in Eigenregie, sie lieferten die Holzkohle zu vertraglich festgelegten Preisen. Fast jeder Kohlbauer besaß in der Nähe seines Hofes seinen eigenen Meiler. Ebenso gab es gemeindeeigene Kohlenmeiler. Die Zentren der Köhlerei befanden sich an verschiedenen Stellen im Voldertal, eine davon auch bei Schwarzbrunn.
Um 1800 ließ die Nachfrage nach Holzkohle nach. Mit der Saline Hall, die seit 1782 Steinkohle zur Beheizung der Sudpfannen verwendete, verloren die Voldertaler Köhler ihren Hauptabnehmer. Um 1895 verrauchten die letzten Kohlemeiler im Voldertal.

Neben der Holztrift und den Kohlebetrieben kam noch ein weiterer Wirtschaftszweig im Voldertal hinzu, nämlich die Mühlen. Der Bereich des Volderwildbad bis hinunter zur Au war das alte "Mühlviertel". Dort standen bis in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts fünf Bauernmühlen: Badmühle, Traxlmühle, Lumper- oder Heißlmühle, Guggenbichler- oder Hauswurzmühle und Auermühle. Die meisten dieser Heimmühlen kamen bereits vor 50 Jahren außer Mahlbetrieb und wurden später aufgelassen.

Volderwildbad

Kupferstich Volderwildbad

Das Volderwildbad ist ein idyllischer Ort und auch geschichtlich sehr interessant. Die Struktur mit der tollen Veranda ist heute in Privatbesitz und wird für Veranstaltungen, insbesondere Hochzeiten genutzt. Die Kapelle befindet sich ebenfalls auf dem privaten Anwesen, ist aber im Besitz der Gemeinde Volders.

Zu den Ursprüngen des Volderwildbad
"Im Voldertal quillt ein Wasser, das schwefelsaure Erde enthält und gegen Rheuma, chronische Ausschläge, Leiden der Unterleibsorgane und Neurosen nicht selten hilfreich ist, wozu die angenehmen Umgebungen, die reine Luft, die Güte der Einrichtungen das ihrige beitragen." In diesen Worten wurde 1830 im "Boten für Tirol und Vorarlberg" das Volderwildbad beworben. Der Badbesuch wurde für alle möglichen und unmöglichen Leiden, an denen "alle Doktoren verzweifelt sind", empfohlen. Der berühmte Haller Stiftsarzt Arzt Dr. Hippolytus Guarinoni hatte die Quelle untersucht und Eisen, Salpeter, Vitriol, Schwefel und Alaun gefunden. In einer Publikation aus dem Jahre 1756 geht hervor, dass es sich beim Wasser im Voldertal um einen wahren Jungbrunnen handelt. Auch andere Gelehrte aus Innsbruck hatten vor Guarinoni die Quellen bei Schwarzbrunn und Volderwildbad untersucht und kamen zu den selben Ergebnissen. Sogar Kriegswunden, wie aus dem Leib gezogene Flintenkugeln, konnte das Wasser heilen. Kein Wunder also, dass das Bauernbadl einen weithin bekannten Ruf genoss.

Bereits im 15. Jahrhundert, im Jahr 1463, wurde das Bad im Voldertal genutzt und rege besucht. Obwohl Volderwildbad als typisches "Bauernbadl" zu bezeichnen ist, verbrachten auch Adel und angesehene Persönlichkeiten aus dem Großbürgertum dort ihren Kuraufenthalt. Unter anderem auch der Habsburger Kaiser Maximilian I..

Der Tagesablauf im Voldertaler Bauernbadl war recht einfach. Der verstorbene Altbürgermeister von Großvolderberg Josef Fink hatte Badereisen ins Volderwildbad noch erlebt und erzählte: "Mit Sack und Pack, mit Bettzeug, Küchen- und Essgerät zog man ins Bad. Das Heilwasser in den Zirbenholzwannen bildete den Schwerpunkt des mehrwöchigen Aufenthalts. Gebadet wurde ausgiebig, stundenlang Tag für Tag. In dieser staatlich anerkannten Heilquelle verpflegten sich die Familien zum Teil selbst. In der Rauchküche im Speckbacherhaus wurde auf mehreren Feuerstellen gekocht und gebraten."
Der Badebetrieb wurde bis 1968 aufrecht erhalten.

Zu den Baulichkeiten des Volderwildbades gehören das ehemalige Gasthaus mit Veranda, Spritzenhaus, Fürstenhaus und das lang gestreckte Badhaus/Priesterhaus. Sie bilden ein volkskundlich interessantes Ensemble, das aus dem 19. und Anfang 20. Jahrhundert stammt. Die nahe stehende Kirche wurde 1625 von den Freiherren von Gienger gestiftet und erbaut. Die Kapelle wurde 1660 den Heiligen Kosmas und Damian geweiht. Der Bau ist ähnlich der Volderer Karlskirche und ist nach Plänen des Hippolyt Guarinoni ausgeführt worden. 1886 wurde mit Erlaubnis des Bischofs von Brixen auf dem neu errichteten Altar das Allerheiligste feierlich eingesetzt.
Die Kapelle wurde 2019 von der Gemeinde und dem Denkmalamt wieder fachkundig restauriert.

  • Kapelle Kosmas und Damian
  • Ansicht Volderwildbad, Kuperstich um 1650
  • Volderwildbad

Die Almen im Voldertal - damals und heute

Steinkasern (4)

Verfallene Strukturen und Einrichtungen aus vergangener Almwirtschaft

Dass im Voldertal so viele Almen anzutreffen sind, hat vor allem einen wichtigen geschichtlichen Aspekt. Die Hochweideflächen und deren Bauten sind seit jeher ein bedeutender Teil unseres Kulturlandschaft und sind in mühevoller Arbeit von den Bergbauern errichtet worden.
Obwohl noch heute viele Almen und Wirtschaftsgebäude im Voldertal anzutreffen sind, sind trotzdem einige dem Verfall preisgegeben. Die Archäologie nennt diese "Wüstungen" - also sichtbare Überreste einstiger Bauten.

Westlich des Voldertalbaches, also auf dem Gemeindegebiet von Tulfes gab es allein im Gebiet rund um die Stalsinsalm und Steinkasernalm früher insgesamt 31 Bauten aus der Weidewirtschaft und dem Bergbau. Oberhalb der Stalsinsalm auf knapp 2.000 m Höhe erkennt man heute noch sehr gut den verfallenen Oberleger der Alm, denn die Trockenmauern beim Eingangsbereich sind noch gut erhalten. Außerdem findet sich dort ein rostiger Eisenherd. In der Nähe der Gwannschafalm finden sich ebenfalls Almwüstungen.

Teilweise wurden die Überreste der alten Steinmauern zusammengetragen. Man nannte dies "Almputzen". Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach: dort wo Steine liegen, wächst kein Gras und dieses war und ist auch heute noch ausgesprochen wertvoll für die gealpten Tiere.

Auch rund um Steinkasern lassen sich vergangene Bauten ausmachen, vor allem Hirtenunterstände und Pferche für die Tiere sowie aufgelassene Hochleger.

Aktive Almwirtschaft im Voldertal

STALSINSALM oder auch "GOASALM"
Die Stalsinsalm liegt auf 1.724 Meter Höhe und nur wenige hundert Meter oberhalb der Voldertalhütte auf der westlichen Talseite. Sie ist sehr steil gelegen und nicht bewirtschaftet, weshalb sie heute ausschließlich als Ziegenalm verwendet wird.

STIFTSALM
Die Stiftsalm auf Tulfer Gemeindegebiet ist eine Gemeinschaftsalm und gehört sechs Bauern aus Tulfes, Volders und Aldrans. Es werden fast 60 Milchkühe am Niederleger auf 1.200 m Seehöhe und ca. 40 Stück Jungvieh am Hochleger auf 1.400 m Seehöhe gealpt. Die Almzeit beträgt knapp vier Monate. Das dafür notwendige Heu wird auf der Alm selbst erzeugt.
Gerade im Frühling präsentiert sich die Landschaft rund um die Stiftsalm in einer farbenfrohen Blütenpracht. Vom Stiefmütterchen bis hin zu Vergissmeinnicht und auf den felsigen Böden Hauswurz oder Sonnenröschen. Die Vielfalt von Blumen und die Ruhe rund um die Alm, lässt den Betrachter die Zeit vergessen.

GWANNSCHAFALM
Wie der Name schon richtig verratet, hat diese Alm etwas mit Schafen zu tun. Sie ist ebenfalls nicht bewirtschaftet und liegt auf dem Weg zum Rosenjoch, einem tollen Aussichtsgipfel.

STEINKASERN
Auch die Steinkasernalm ist nicht bewirtschaftet, jedoch in jedem Fall ein Besuch wert. Man gelangt entweder über den Fahrweg, vorbei an der ebenfalls nicht bewirtschafteten Vorbergalm, nach Steinkasern oder aber von unserem Kraftort Schwarzbrunn führt ein netter Steig hinauf auf das Hüttenensemble Steinkasern inmitten großer Felsblöcke. Beim Brunnen stehen dem Wanderer gekühlte Getränke gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung. Steinkasern befindet sich am Talschluss und man kann von dort zu diversen Jöchern und Gipfeln aufsteigen.

WEITERE UNBEWIRTSCHAFTETE ALMEN
Es gibt noch einige weitere Almen, die jedoch alle nicht bewirtschaftet sind und auf dem Rundwanderweg Markiss - Largoz liegen. Dabei wandert man von der Voldertalhütte in Richtung Nösslachalm und gelangt weiter am Fahrweg über die Vorbergalm zur Markissalm (1.896 m). Nach einem kurzem Abstieg zweigt man rechts ab und steigt auf zur Largozalm auf 1.930 m. Etwas abseits dieses Rundwanderweges liegen weiters die Haglach- und Sternbachalm.

Bergbau im Voldertal

Nicht nur verfallene Almen sind Zeugen vergangener Spuren im Voldertal. Wie der Flurname im hinteren Voldertal erahnen lässt, wurde beim Eisenkar Bergbau betrieben. Unter dem Bergkamm der beiden Täler Voldertal und Wattental durchziehen Erzschichten. Das belegen sowohl schriftliche Dokumente, als auch heute noch gut erkennbare Abbauspuren sowie verfallene Strukturen der Knappen.

Zur Geschichte der Bergbaus
Der Eisenbergbau im Voldertal wird erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt. Dokumente der Saline Hall belegen dies. Der Saline musste Bericht erstattet werden, welche Eingriffe am Berg vonstatten gingen. Wir erinnern uns, dass die Saline bis zum Jahr 1853 große Teile der Wälder im Voldertal bzw. in ganz Tirol verwaltete, da sie dringend Holz zum Befeuern der Sudpfannen benötigte.

Weiters sind verfallene Strukturen Zeitzeugen der ehemaligen Bergbaugeschichte im hinteren Voldertal. Südöstlich der Steinkasernalm befinden sich teilweise offene Stollenmundlöcher, verfallene Knappenhütten, Felsdächer oder Pochplätze zum Zerkleinern des Erzes.

Literatur: Burkhard Weishäupl, Hochalpine Wüstungen im Voldertal in den Tuxer Alpen

Die Sage zum Glungezer Riese und Schwarzer Brunn

Am Volderberg, wo die Tulfeiner Alm liegt, stand einst inmitten duftender Wiesen der Palast eines Hirtenkönigs, den er mit seinen vier liebreizenden Töchtern bewohnte. Der König war milde und gut zu seinem Volk, und auch seine Töchter waren freundlich zu den Hirten und standen ihnen in mancher Gefahr bei. Die Hirten verehrten deshalb die wunderschönen Mädchen, als ob sie ihre Schutzgeister wären.
Da brach in das friedliche Bergparadies ein Riese ein und richtete sich hoch oben in der Nähe des Glungezergipfels eine Höhle ein. Damit war es mit der Ruhe zu Ende, denn der Riese brüllte zur Nachtzeit so furchtbar, dass die Menschen erzitterten und Lawinen, Muren und Felsbrocken losbrachen und in die fruchtbaren Täler niederstürzten.
Auf seinen Wegen über die Almen erblickte der Riese eines Tages die vier schönen Töchter des Hirtenkönigs. Sehnsucht erfasste sein wildes Herz und er wollte eine von ihnen freien. So ging er zum König und auf das Tulfeiner Schloss und trug ihm seinen Wunsch vor. Der gute König erschrak bis ins Herz, als er die Bitte des rauen Brautwerbers hörte, wollte aber nicht unfreundlich sein und den Brautwerber einfach abweisen. So antwortete er dem Riesen, dass er seinen Töchtern in ihrer Wahl freie Hand lasse. Gewinne also der Riese die Zuneigung eines der Mädchen, dann sei er auch dem König als Schwiegersohn willkommen.
Der Glungezer Riese putzte sich so fein als möglich heraus und brachte vor den Königstöchtern seine Werbung vor. Die vier aber brachen in silberhelles Lachen aus, als sie den plumpen Riesen verliebte Worte stammeln hörten, und schickten ihn mit vier Riesenkörben wieder heim.
Der abgewiesene Freier aber sann auf furchtbare Rache. In der nächsten Nacht wälzte er vom Glungezer herab haushohe Felsblöcke gegen den Palast des Königs. Die Felsen schoben den Palast hinab in die Tiefe, an den Rand eines Wildsees, in dessen Fluten das Schloss mit seinen Bewohnern versank. Die nachstürzenden Felsen und Steine lagerten sich darüber und füllten die Senke des Sees fast zur Gänze aus. Was von dem dunklen Gewässer noch übrig blieb, nennt man heute den Schwarzen Brunn.
Bald nach seiner schrecklichen Tag erfasste den Riesen bittere Reue. Am Ufer des Wildsees saß er tage- und nächtelang, weinte bitterlich und trauerte um die unschuldigen Königstöchter und den milden, gütigen König - allein, er vermochte die Ertrunkenen nicht mehr zu erwecken. Schließlich verfluchte der Glungezer Riese sich selbst und wurde in ein eisgraues Bergmandl verwandelt. Sehnsuchtsvoll sitzt er am Schwarzen Brunnen und streckt seine Arme aus nach den lichten Gestalten der vier Königstöchter, die als Salige über den See schweben. Aber der Unglückliche kann diese Geistergebilde nicht fassen und stürzt sich in seiner Verzweiflung in die Wellen des Sees, um die brennende Glut seines leidenschaftlichen Herzens zu kühlen.

Die Sage stammt aus dem Buch "Geheimnisvolles Hall - Sagen, Legenden und merkwürdige Geschichten" von Christine Zucchelli

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