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Der Mölssee in der Wattener Lizum am Wattenberg

Kraftort in der Region Hall-Wattens

Obwohl der Mölssee unter unseren 10 Kraftorten jener ist, der am schwierigsten erreichbar ist, kann man sich seiner Faszination nicht entziehen. Das klare Wasser und die Bergszenerie tragen viel dazu bei, dass man dem Alltag entschwindet und sich dabei frei und sorgenlos fühlt. Denn das Verweilen in der Natur ist eine große Hilfe, neue Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Die Wanderung zu unserem Kraftort Mölssee
Am schönsten ist der Besuch des Bergsees im Zuge einer Rundwanderung. Je nach Jahreszeit empfängt ein roter Teppich blühender Almrosen die Bergsteiger in der Wattener Lizum. Diese Rundwanderung bietet neben den beiden zu durchwandernden Tälern (Mölstal und Wattental), mit der urigen Lizumer Hütte auch einen Ort des kulinarischen Genußes.

Wegbeschreibung
Vom Parkplatz am Lager Walchen im Wattental folgt man zuerst der geteerten Strasse taleinwärts. Am Ende des Kasernengeländes biegt man nach rechts ins Mölstal ab und folgt dem Almweg 328. Der Weg ist am Anfang noch recht steil, windet sich jedoch später sanfter empor. Immer malerischer wird der Ausblick auf das Talende und den linksseitigen, steil abfallenden Flanken der Seekarspitze, des Sunntigers, Malgrüblers und Haneburgers. Vorbei am Mölser Niederleger lässt sich schon das flacher werdende Wegstück erahnen, welches vorbei an Zirben bis zum Mölser Hochleger führt. Bis hierhin sind es ca 1 1/2 Stunden zu gehen.

Linker Hand befindet sich ein Schild an einer Almhütte, welches uns den Weg entlang eines Steiges hinauf auf eine Geländestufe weist. Ein rauschender Bach begleitet diesen ca. 20 Minuten dauernden steilen Aufstieg. Oben angekommen, liegt unser Kraftort auf 2.280 m, eingebettet von der Mölser Scharte und den umliegenden Erhebungen. Ein wahrlich traumhafter Ort für eine Rast!

Danach geht es weiter bergauf bis zur Mölser Scharte. Der Blick hinunter auf den Mölssee lässt sein Blau immer intensiver werden! An der Mölser Scharte angekommen, erstreckt sich der breite Talkessel der Wattener Lizum vor einem. Danach steigt man zur Lizumerhütte ab. Wer möchte, kann noch einen Abstecher auf den Mölser Berg (2479 m) einlegen.

Der Abstieg von der Lizumerhütte erfolgt über den idyllischen Zirmweg, welcher übrigens auch einer unserer Kraftorte ist. Die Wanderung dauert insgesamt etwa 5 Stunden.

Der Kraftort Mölssee in der Wattener Lizum

auf einen Blick

  • traumhafte Tuxer Alpen
  • Fische im Mölssee
  • Blog Mölssee: 0,0346 km² blaues, frisches Bergglück!
  • Kaiser Maximilian I. und der Mölssee
  • Haller Stadtarzt Guarinoni und der Mölssee
  • Sagen und Geschichten
  • Ältestes Nordtiroler Eisenbergwerk

Der Mölssee

Interessant ist, dass die Schreibweise dieses Sees oft ganz unterschiedlich anzutreffen ist. So findet sich in älterer Literatur oft der Ausdruck Mölsersee oder auch Mölstalsee. Wir hingegen beschreiben das Gewässer in unseren Unterlagen immer mit Mölssee.

Die Lage des Mölssees
Der Mölssee liegt im Mölstal, einem Seitental des Wattentales. In einer Höhe von 200 m südöstlich über dem Mölser Hochleger befindet sich in einem kleinen flachen Kessel unterhalb der Mölserscharte (2379 m) und des Roßkopfes (2454 m) dieser wunderbare Bergsee auf 2238 m Seehöhe. Er weist eine Länge von 144 m, eine maximale Breite von 65 m und eine Oberfläche von 8430 m2 auf. Seine maximale Tiefe beträgt 6,75 m, sein Volumen 26 450 m3. Er wird nie wärmer als 16 Grad Celcius. Der Gebirgssee zeichnet sich durch seine Trinkwasserqualität aus und dank des kristallklaren Wassers finden hier zahlreiche Karpfen- und Forellenarten ihr zu Hause. Laut Studie und Messung von Pater Paul Gutmann ist der Mölssee das lichtdurchlässigste Gewässer Österreichs.

Südlich der Mölserscharte fällt ein Kar steil zum See ab. Die abgerundeten Formen der Felsen sprechen deutlich dafür, dass ein Gletscher aus diesem Kar herabgereicht haben muss. Der See ist nur zu Fuß zu erreichen, ist aber nicht immer zugänglich, da er in einem militärischen Sperrgebiet liegt.

Geschichtliche Erwähnungen des Mölssees
Bekannte und wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte berichten bereits vom Mölssee. So zB findet der See Erwähnung im Fischereibuch von Kaiser Maximilian I. aus dem Jahre 1500. Dort ist die Rede von "zwen Wildsee im Tale Mels mit Forchen und Renken".
Auch der Haller Stadtarzt Hippolyt Guarinoni beschreibt den See in seinem Buch "Greuel der Verwüstung des menschlichen Geschlechtes" vom Jahr 1610 als den "Wattensee", der im höchsten Gebirge liege und die besten Saiblinge enthalte. Er besuchte den See auf einer Gebirgswanderung vom Voldertal über das Joch in das Wattental. Hierbei wollten seine Gefährten der Sage gemäß durch Einwerfen von Steinen in den See ein Gewitter hervorbringen, aber ohne Erfolg.

Quelle: Stolz, Gewässer Tirols, 1936

Fischbestand im Mölssee in der Wattener Lizum

Salvelinus_alpinus

Besuchern des Sees fällt sofort auf, dass sich in diesem sehr hoch gelegenen Bergsee Fische tummeln, genauer gesagt Saiblinge und Karpfen. Das mag verwundern und ist eine Besonderheit dieses Gewässers. Wie und warum diese Wirbeltiere dorthin gekommen sind und wie es möglich ist, dass sie den Winter dort überleben, wurde 1962 in einer hydrobiologischen Studie von Pater Paul Viktor Gutmann aus dem zoologischen Institut der Universität Innsbruck erarbeitet.

Der im Mölssee anzutreffende Seesaibling wird auch als Saibling, Rotiorelle, Ritter oder Bergforelle bezeichnet. Die Saiblinge (Salvelinus) sind eine Gattung aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae). Zu seinem Gedeihen verlangt er klares, kaltes, am besten unterirdischen Quellen entströmendes Wasser, wie dies auch bei unserem Kraftortsee der Fall ist. Pater Gutmanns Studien belegen, dass der Hauptzufluß aus einem kleinen Quellsee 80 m oberhalb des Sees in Richtung Mölserscharte gelegen ist. Zwei weitere Quellen münden direkt in den See. Vermutlich existieren unter dem Wasserspiegel auch einige Quellaustritte, da der Ausfluß im Vergleich zu den sichtbaren Einflüssen wesentlich grösser ist. Unter anderem sind unterirdische Quellen auch deshalb anzunehmen, da Saiblinge Kaltwasser liebende Tiere sind. Während Pater Gutmann im Sommer u.a. auch die Wassertemperatur dokumentierte, konnte er feststellen, dass im Sommer an starken Einstrahlungstagen das Seewasser bis zum Grund fast 15° C betrug. Die Saiblinge tummelten sich zu dieser Zeit an den kalten Quellaustritten. Die Hauptnahrung bildet im Winter die Bodenfauna.
Sind diese Bedingungen erfüllt und bietet das Wasser nur einigermaßen ausreichende Ernährung, so sind alle übrigen Lebensbedingungen eigentlich recht nebensächlich.

Aber wie sind denn nun die Fische in den See gekommen. Diese Frage stellt sich bei allen Fischvorkommen in Hochgebirgsseen. Sind sie auf natürliche Weise an ihren Standort gelangt oder wurden sie künstlich eingesetzt. Der Abfluss des Sees, der über mehrere Steilstufen, wenn auch ohne ausgesprochene Wasserfälle in den 450 m tiefer gelegenen Mölsbach mündet, bietet bei seiner geringen Wasserführung keine Möglichkeit, zum See hochzusteigen. Die Besiedlungsgeschichte des Mölstales, soweit von Pater Paul Gutmann erforscht, sowie besonders die Berichte über den Fischbestand, sprechen hingegen klar dafür, dass die Bevölkerung dort Fische eingesetzt hat.

Früher war das Tal nicht so verlassen und einsam wie es heute ist. Nach O. Stolz (1930, p. 168) wurden im Jahre 1288 zwei Schwaighöfe am Möls Niederleger aus dem Besitz eines Adelsgeschlechtes angekauft, und Stolz belegte mit einer Rechnung, dass damals vier "swaigales", also Dauersiedlungen, vorhanden waren. Der wahrscheinlich keltische Name Möls-melles, Mels, "zu den meles", wie es in alten Urkunden lautet, weist noch in viel frühere Zeit zurück, als ursprünglich angenommen wurde. Meles ist heute noch in den Worten "meleze" (französisch) und "melezs" (rumänisch), was im Deutschen "Lärche" bedeutet, enthalten. Die Möls kommt demnach Larch gleich, die Form "zu den meles", also "zu den Lärchen" ist sehr sinnvoll, wenn man weiss, dass die Lärchen am Möls-Niederleger auch heute weitaus dominieren und die Umgebung der Alm schmücken. Reges Leben herrschte im Mölsgebiet zur Blütezeit des Bergbaues. M. Isser (1888, p. 264) berichtet über den Mölsberg: "Die alten Gruben liegen in der Nähe des Mölser Sees. Sie standen im 13. und 14. Jahrhundert in lebhaftem Betrieb und speisten die ansehnlichsten Schmelzwerke im Dorfe Wattens. Ihre Auflassung erfolgte zu Anfang des 16. Jahrhunderts infolge des raschen Aufblühens der Schwazer Werke, die ungleich erträglicher waren".

Die Annahme liegt nahe, dass die Bergleute, die lange Zeit in diesen Höhen verbringen mussten, sich zur Vervollständigung ihrer Speisekarte Fische gehalten haben, der erste Einsatz also aus dieser Zeit stammt. Der erste Nachweis von Fischen im See findet sich im Fischereibuch Kaiser Maximilians (1504 p. 7, III, 1). Und hundert Jahre später berichtet Guarinoni (1610 VI. Buch, XIV. Cap. p. 1207) von seinem Besuch des Sees und einem mißglückten Versuch, Saiblinge zu fangen. Über die Höhe des Fischbestandes drückt er sich nicht weiter aus und auch andere Quellen berichten nur dürftig über den Fischbestand des Sees. Jedoch bezeugt dies eindeutig den künstlichen Besatz, wenigstens seit dem 16. Jh. Im Fischereibuch Kaiser Maximilians werden Forellen und Renken genannt. Es muss sich hier, vornehmlich bei den Renken, um Einsatz durch Menschen handeln, da diese Tiere, die sich als Planktonfresser und Bewohner großer Seen im Mölsersee aus Nahrungsmangel längere Zeit niemals halten konnten, unmöglich den See selbständig aufgesucht haben. Aber auch die Forellen konnten in dieser Zeit, in der die Abflussverhätnisse sich von den heutigen nicht unterschieden haben, zum See nicht selbst aufgestiegen sein. Der Bericht von Guarinoni über die Saiblinge bestätigt, dass sich diese Fischart vermutlich als Einsatzfische bewährten und durch die Jahrhunderte bis heute als einzige Fische des Sees genannt werden.

Von 1939 bis 1945 war das Lizum-Möls-Gebiet ein Hochgebirgs-Truppenübungsplatz. Für die Bevölkerung war in diesen Jahren das Gebiet abgesperrt und die Almen wurden nicht bewirtschaftet. Metallreste am Seegrund künden heute noch davon, dass der Fischbestand durch manche Explosion von Handgranaten etc. in diesen Jahren dezimiert worden ist. Nach dem Urteil der Einheimischen, ist der heutige Bestand bedeutend geringer als in den Jahren vor dem Kriege.

Quelle: Der Mölsersee im Wattental in Tirol. Eine hydrobiologische Studie von P. Paul, Viktor Gutmann O.F.M., Aus dem zoologischen Institut der Universität Innsbruck - in Veröffentlichungen des Museums Ferdinandeums, Band 41, Jg 1961, Wagner Innsbruck, 1962

Sagen und Geschichten rund um den Mölssee in der Wattener Lizum

Während näherer Untersuchungen des Mölssees wurden die Zu- und Abflüsse des Gewässers verändert. Und dies hatte Auswirkung auf die geheimnisvollen, sagenhaften Erzählungen rund um den Bergsee.
Doch lässt sich längst belegen, dass es weder Ungeheuer noch unterirdische Verbindungen bzw. unheimliche Strudel im See gibt. Trotzdem halten sich diverse Geschichten wie zB dass in alter Zeit einmal ein Butterrührer in den See fiel und spurlos verschwand. Im Bodensee wäre dieser hölzerne Rührer, der ein Namenszeichen trug, dann nach einiger Zeit aufgetaucht. In gleicher Weise sei einmal ein Stier, der sich an einem heißen Tag zu weit in den See gewagt habe, unauffindbar versunken und seinen Kadaver hätte auch der Bodensee an seinem Ufer angeschwemmt.

Die Sage vom unergründlichen Mölssee
Der sagenumwobene Mölssee galt lange Zeit als unergründlich tief, ja er soll sogar über unterirdische Kanäle mit dem Mittelmeer verbunden sein. Sooft es am Mittelmeer stürmte, würde auch der Mölssee tosen, selbst wenn im Wattental ruhiges, schönes Wetter herrscht. Und klingt dann aus seinen Tiefen weithin hörbarer Lärm, heißt es, der See bellt und will das Nahen eines Gewitters ankündigen.

Im Wattener Buch von 1958 räumte der Tiroler Jurist und Heimatforscher Dr. Alfons Kasseroler mit dem Mythos des unergründlichen Mölssees auf. Er berichtete, dass der Bergsee gründlich untersucht und ausgelotet wurde - und an seiner tiefsten Stelle nur sechs Meter misst.

Quelle: Geheimnisvolles Hall, Christine Zucchelli

Eisenbergwerk im Mölstal am Wattenberg

Nordtirols ältestes Eisenbergwerk und das Wattenberger Wappen
Um 1300 wurde im Mölstal ein Eisenbergwerk eingerichtet, dessen Stollen tief in das Massiv der Naviser Sonnenspitze reichten. Es ist dies übrigens das älteste Nordtirols. 1315 wurde das Bergwerk im Mölstal aufgeschlagen. Die Förderung von Eisen und Kupfer war recht ergiebig und wurde bis ins 17. Jahrhundert betrieben. Warum das Wappen vom Wattenberg einen Schüler mit Buch und Feder abbildet, hat übrigens mit dem Eisenbergwerk zu tun. Denn durch diesen neu gewonnenen Wirtschaftszwei, stieg das Ansehen der Bewohner, die ihre Bergbau-Erfahrung beim später einsetzenden Silberbergbau in Schwaz einbringen konnten. Bildung wurde wichtig und daher wurde 1524 ein bezahlter Schulmeister nach Wattenberg entsandt. Wattenberg war somit die Landgemeinde mit der ältesten Dorfschule, weshalb der Tiroler Landtag am 12. September 1978 genau dieses Wappen an die Gemeinde verlieh.

Gold im Mölstal
Dass im Mölstal oder Wattental jemals größere Goldvorkommen abgebaut wurden, ist so gut wie ausgeschlossen. Goldfarbene Kiese, die auch Spuren von Gold enthalten können und dann als göldische Kiese bezeichnet werden, hat man jedoch sicherlich aus den Bächen des Tales gewaschen. Dieses Goldwaschen aus Bächen und Flüssen war in weiten Teilen Tirols seit dem späten Mittelalter üblich, ist aber im 17. Jahrhundert abgekommen. Viel länger hielten sich die Sagen von ungeheuren Goldadern zwischen Mölstal und Klammalm.

Diese Sagen sind nachzulesen im Buch von Christine Zucchelli, Geheimnisvolles Hall: "Das Goldbergwerk", "Die Venediger" oder "Die Goldlacke".

Quelle: Christine Zucchelli, Geheimnisvolles Hall

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