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TIPP: Literaturfestival Sprachsalz

Sprachsalz 2017 - Literatur von allen Seiten!

Otto der Mops, Maskottchen des Literaturfestivals

8. - 10. September 2017, Hall in Tirol

Auch die kommenden Internationalen Literaturtage Sprachsalz sind ein Fest der literarischen Vielstimmigkeit, wenn zu zahlreichen Veranstaltungen mit heimischen und internationalen Autorinnen und Autoren geladen wird.

Bei den 15. Literaturtagen Sprachsalz in Hall in Tirol präsentieren heimische und internationale Schriftsteller, Sänger und Schauspieler Erzählenswertes.


Zu den Sprachsalz- Autorinnen und Autoren 2016 zählten:

Viv Albertine (England);
Hans Augustin (Österreich);
Marcel Beyer (Deutschland);
Safiye Can (Deutschland);
John Cleese (England);
Stephan Eibel Erzberg (Österreich);
Martin Fritz (Österreich);
Jón Gnarr (Island);
Iman Humaidan (Libanon);
Uta Köbernick (Schweiz/Deutschland);
Rolf Lappert (Schweiz);
Jeremy Reed (England);
Tom Schulz (Deutschland);
Christoph Simon (Schweiz);
Alina Simone (USA).

2016 - Festival des Sprachklangs: Ein Rückblick

Dicht besetzte Terrassen, stapelweise signierte Bücher und Gespräche bis tief in die Nacht: Mit euphorischen Besuchern und vollends zufriedenen Veranstaltern gehen die diesjährigen Literaturtage Sprachsalz Sonntagabend erfolgreich zu Ende. Die Kraft von guter Unterhaltung bewiesen Publikumslieblinge wie Jón Gnarr, Uta Köbernick, Christoph Simon und John Cleese.

„Auch in diesem Jahr haben wir die unterschiedlichsten Formen der Literatur erlebbar gemacht, von experimentellen Sprachformen bis zum sprachwitzigen Experiment, von epischen Geschichten bis zur pointierter Komik“, betont Urs Heinz Aerni, der gemeinsam mit Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Elias Schneitter und Heinz D. Heisl für das Programm verantwortlich zeichnet. „Ob sogenannte ‚Star-Autoren’ oder Debütanten, die Vielfalt der Texte macht stets eine Stärke von Kultur aus.“

Eigenwilliges und Eigensinniges stand im Fokus des diesjährigen Festivals: Bereits am Freitagnachmittag, der mit „99 Thesen“ des Tiroler Autors Martin Fritz eröffnet wurde, konnte ein Großteil der Lesungen vor imposanter Bergkulisse auf der Terrasse des Parkhotels stattfinden. Alina Simone, die sich am Vorabend als Sängerin und Gitarristin vorstellte, begeisterte mit ihren Texten ebenso wie der Schriftsteller Hans Augustin.

Für viele wurden die Lesungen zweier Autoren am Freitag und Samstag zur Entdeckung: Zum Publikumsliebling entwickelte sich Stephan Eibel Erzberg, der amüsant seinen druckfrischen Gedichtband „unter einem himmel“ präsentierte.
Dass Literatur immer auch eine Antwort auf die Gegenwart ist, zeigte die libanesische Schriftstellerin Iman Humaidan, die berührend von individuellen wie kollektiven Erfahrungen von Flucht berichtete.

Erfolgreich war wiederum die Kooperation mit Ablinger.Garber, die ihren Medienturm für mehrere Veranstaltungen öffneten: Christoph Simon, zweifacher Schweizer Meister im Poetry Slam, zeigte dort mit einem Best-Off aus seinem Programm „Glück ist“ unter anderem, was pointierter Sprachwitz vermag.

Sprachsalz-Club
Unter dem Titel „Sprachsalz-Club“ wurde auch in diesem Jahr der Lesungsbegriff erweitert: Die deutschen Lyriker Safiye Can und Tom Schulz beeindruckten bei ihren Lesungen mit außergewöhnlicher Bühnenpräsenz und Texten voll überraschender wie unerwarteter Akzente. Bei einem Gespräch im Rahmen des Sprachsalz-Clubs unter dem Titel „Erst denken, dann schreiben – oder erst schreiben, dann denken?“ unterhielten sie sich über Inspiration, Schaffensrausch, das Poetisieren der Welt und die Arbeit der Überarbeitung.

Der isländische Künstler Jón Gnarr stellte bei Sprachsalz seine autobiografischen Bücher „Indianer und Pirat: Kindheit eines begabten Störenfrieds“ und „Hören Sie gut zu und wiederholen Sie“ vor. Er erzählte von seiner frühen Faszination von Punk und seiner Liebe zu Nina Hagen – bis er sie singen hörte. Beim Sprachsalz-Club am Sonntagmorgen sprach er über seine reale Rolle als Bürgermeister von Reykjavík und deren fiktiver Interpretation in einer TV-Serie, die im Oktober ins Fernsehen kommt.

Sprachfest: der Samstagabend
Gefeiert wurde einmal mehr beim großen Festabend am Samstag: Neben Jón Gnarr las der preisgekrönte Schweizer Schriftsteller Rolf Lappert aus seinem Generationenbuch „Pampa-Blues“, seinem einzigen Jugendroman. Die diesjährige Salzburger Stier-Preisträgerin Uta Köbernick überraschte mit starker musikalischer Kleinkunst und ihrem Lied „Sport und Politik: fifty – fifty!“ über die österreichische Bundespräsidentenwahl. Und John Cleese lachte gemeinsam mit dem Publikum herzhaft bei der deutschen Lesung von Ernst Gossner aus Cleeses Autobiografie „Wo war ich nochmal?“. Er thematisierte heutige Probleme eines Komikers – „It’s hard to be a comedian when the world is sillier than you ever can be.“ – und sprach sich für mehr Humor aus: „Er entspannt die Menschen – wenn sie lachen, kommen sie nicht auf dumme Gedanken.“

Sprachmusikalische Akzente
Bei einer Veranstaltung in Kooperation mit den Klangspuren Schwaz präsentierte das Internationale Ensemble Modern Akademie Frankfurt (IEMA) unter anderem ein Werk von Enno Poppe. Im Anschluss daran las der diesjährige Büchner-Preisträger Marcel Beyer und sprach mit Enno über ihre gemeinsame Arbeit, Literatur und Musik in ein unmittelbares Verhältnis zu setzen, aus der drei Opernprojekte hervorgegangen sind.
Eine Entdeckung war der britische Avantgardekünstler Jeremy Reed, der Freitagnacht gemeinsam mit Gerald McGee bei einer musikalischen Performance eindrucksvolle Bilder lieferte.

Sprachsalz-Mini
Gemeinsam mit dem Tiroler Künstler Christian Yeti Beirer konnten junge Besucher eigene Bücher und Lesezeichen gestalten und wurden bei Extra-Lesungen von Sprachsalz-Autoren gut unterhalten.

Die 15. Literaturtage Sprachsalz finden von 8. bis 10.9.2017 in Hall in Tirol statt.

Acker Award für das Literaturfestival Sprachsalz

Für ihr Engagement und die „Kunst des Konventionsbruchs“ wurden die Organisatoren dieser Tage mit dem US-amerikanischen Acker Award ausgezeichnet.