SommerWinter
Menü

Sakramentsgarden – immaterielles Kulturerbe der UNESCO in der Region Hall-Wattens

In Hall, Thaur und Volders wird die Tradition einer eigenen Ehrengarde für kirchliche Prozessionen über Jahrhunderte gelebt. Im Jahre 2013 wurden die "Partisaner Garde zu Hall in Tirol", der "Partisanerbund Thaur" und der "Partisanerbund Volders" gemeinsam mit der "Salva Guardia zu Schwaz" als "Tiroler Sakramentsgarden" in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO Österreich eingetragen.

Zur Geschichte: Die erste urkundliche Erwähnung einer Sakramentsbegleitung in der Stadt Hall in Tirol ist für das Jahr 1326 datiert. Seit 1435 begleitete die "Unsere Lieben Frau-Bruderschaft" den Priester bei Versehgängen. Im Zuge der Wiedererweckung der katholischen Glaubensrichtung in Hall wurde im Jahre 1578 von Erzherzogin Magdalena, der Gründerin des Haller Damenstiftes, bestimmt, dass eine Ehrengarde in Spanischer Hoftracht die Prozessionen der Marianischen Kongregation begleiten solle. Da diese Garde als Waffe die damals üblichen Partisanen trug, wurden sie "Partisaner Garde" genannt. Auch in Thaur ist seit 1660 ein "Partisaner Bund" bis heute bei Prozessionen im Einsatz. In Volders ist die Tradition einer Sakramentsbegleitung erst seit dem Jahre 1854 gesichert. Ihre Besonderheit ist, dass nur der Hauptmann eine Partisane trägt. Die Gardisten hingegen tragen wertvolle kaiserliche Helmbarten von 1558 und 1564.

Gelebte Tradition: Alle drei Sakramentsgarden treten bei kirchlichen Prozessionen in der eigenen Gemeinde als Ehrenschutz des Allerheiligsten in Erscheinung. Ein gemeinsamer Höhepunkt der Tiroler Sakramentsgarden war sicherlich die Eskorte für Papst Johannes Paul II bei seinem Besuch in Innsbruck im Jahre 1988.