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Kirchen und Klöster - Hall

Pfarrkirche St. Nikolaus - Hall

Die Haller Stadtpfarrkirche wurde vor 1281 erbaut und dem hl. Nikolaus, dem Patron der Bergleute und Schiffer, geweiht.

Das einschiffige Gotteshaus im gotischen Stil erhielt nach der Stadterhebung Halls im Jahr 1303 zumindest einen größeren Chorraum. 1345 wurde der Kirchturm aufgezogen, dessen Oberteil beim Erdbeben 1670 einstürzte und durch einen barocken Zwiebelturm ersetzt wurde. Obwohl 1352 ein neues Langhaus errichtet wurde, erwies sich die Kirche nach wenigen Jahrzehnten wieder als zu klein. 1420 wurde die Kirche wiederum erweitert, welches sich jedoch als schwieriges Unterfangen herausstellte. Da die Kirche am Rand einer Geländeterrasse steht, musste die südliche Langhausmauer an die Stelle der alten gesetzt werden, sodass die Erweiterung des Innenraumes nur in westlicher und nördlicher Richtung möglich war.

Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche auch im Inneren barockisiert. Die Deckenfresken stammen vom Wiener Hofmaler Adam Mölk. Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1657 und wurde vom Rubensschüler Erasmus Quellinus geschaffen.

Im nördlichen Seitenschiff befindet sich die Waldaufkapelle. Hierher stiftete Ritter Florian Waldauf zu Waldenstein (gest. 1501) ein aus dem Tiroler Bauernstand aufgestiegener Vertrauter Kaiser Maximilians I, im Jahre 1501 seine aus über 100 kostbar gefassten Reliquien bestehende „Heiltumsstiftung“. Bescheidene Reste davon befinden sich jetzt noch in mehreren Wandvitrinen. Mittelpunkt der Kapelle ist die Marienstatue aus dem Kreise Michael Pachers.

Neben der Pfarrkirche befindet sich die Magdalenenkapelle. Bei der im Kern romanischen, 1330 in der heute bestehenden Form erneuerten doppelgeschossigen Kapelle handelt es sich um die ehemalige Friedhofskapelle der Stadt. Im Untergeschoss ist heute ein Geschäft eingebaut, während der obere, vom Kirchplatz ebenerdig erreichbare Kapellenraum seit 1923 als Kriegerdenkmal dient. Die Fresken in den beiden Schildbögen der Ostwand zeigen im nördlichen Feld die thronende Madonna, flankiert von 4 Heiligen, im südlichen Feld die Anbetung der hl. drei Könige; die Malereien sind dem beginnenden Weichen Stil zuzuschreiben und um 1400 zu datieren. Gut ein halbes Jahrhundert später ist das große Weltgerichtsfresko im westlichen Feld der Südwand entstanden. Besonders eindrucksvoll ist die untere Bildzone mit der Auferstehung der Toten aus ihren Gräbern und dem Höllenschlund. Der vollständig erhaltene Flügelaltar ist um 1490 entstanden und stammt aus der ehemaligen Klosterkirche St. Magdalena im Halltal. Der geöffnete Schrein zeigt die Schnitzfiguren der Muttergottes zwischen der hl. Margaretha und Katharina, in der Predella ist die Geburt Christi plastisch dargestellt. Die Flügelbilder lassen innen Szenen aus dem Marienleben, außen die hl. Heinrich und Sebastian erkennen.

St. Magdalenenkapelle - Hall

Die Doppelkapelle wurde bereits 1330 urkundlich erwähnt.

Das untere spätgotische Geschoß beherbergt Verkaufslokale, der obere freskengeschmückte Teil dient heute als Kriegergedächtniskapelle. Sehenswert sind der spätgotische Flügelaltar (2. Hälfte 15. Jh.) und die Wandgemälde aus 3 Epochen (1410-1610).

Die Besichtung der Magdalenenkapelle ist möglich.

Damenstift Kloster Herz-Jesu - Hall

Zwei Jahre nachdem die Münzprägung aus der Burg Sparberegg in die Burg Hasegg verlegt worden war, zog Erzherzogin Magdalena, die Schwester Erzherzog Ferdinands II., 1569 mit ihren Schwestern und anderen Adeligen in das neu gegründete Damenstift. Der von Giovanni Luchese erbaute Komplex wurde 1611 und 1691 mit einem kräftigen, repräsentativen Stuck versehen. 1783 wurde das Kloster aufgehoben, ein Großteil des reichen Kunstbesitzes vernichtet. Seit 1912 wird das ehemalige Damenstift wieder als Kloster der Schwestern vom Herzen Jesu genutzt.

Jesuitenkirche - Hall

Für die geistliche Betreuung des Damenstiftes wurde 1571 ein Jesuitenkolleg gegründet. Ab 1573 führte der Orden auch ein Gymnasium. Das Kloster wurde 1671-84 vollständig erneuert. Die beiden Kirchen am Stiftsplatz sind die einzigen Kirchenbauten der höfischen Spät-Renaissance Tirols. Die 1610 geweihte Kirche (Stuck von 1653) wurde in der 2. Hälfte des 17. Jh. barockisiert. 1773 wurde das Kloster aufgehoben. Heute ist im weitläufigen Komplex mit einem der schönsten barocken Innenhöfe Tirols das Bezirksgericht untergebracht.

Die Besichtigung der Jesuitenkirche ist möglich.

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