Wo die Tiroler Krippenkunst ihren Anfang nahm
In drei Orten der Region Hall-Wattens gibt es alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit einen ganz besonderen Schatz zu bestaunen: Die drei ältesten Krippen des Landes, ja und wahrscheinlich sogar Mitteleuropas befinden sich in der Pfarrkirche von Tulfes (1608), der Jesuitenkirche in Hall (1609) und dem Maxnhof in Thaur (1. Hälfte 17. Jh.). Diese besonderen Krippen können auch beim sogenannten „Krippeleschaug’n“ bewundert werden.
Tulfer Dorfkrippe: Wo Hirten Lederhosen tragen
Die Dorfkrippe ist weit mehr als eine biblische Darstellung; es ist ein kulturhistorisches Unikat. Die kunstvoll aus Holz geschnitzten Gliederpuppen beeindrucken durch ihre beweglichen Arme und Füße. Ein besonderes Detail: Die Hirtenfiguren sind nicht etwa orientalisch gewandet, sondern tragen die traditionelle Tiroler Tracht inklusive Lederhosen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden immer wieder neue Figuren ergänzt.
Die Geschichte dieser Krippe liest sich wie ein Roman. Ursprünglich in der Innsbrucker Spitalskirche beheimatet, gelangte sie 1786 für lediglich fünf Gulden nach Tulfes. Nach einem rätselhaften Verkauf an das Landesmuseum Ferdinandeum im Jahr 1905 bewiesen die Tulfer Dorfbewohner nach dem Ersten Weltkrieg die tiefe Verbundenheit zur Dorfkrippe: Mit dem Rest der gesammelten Spenden für neue Kirchenglocken kauften sie ihr „Krippele“ zurück.
Dorfchronist Otto Zeisler hebt die Bedeutung dieses historischen Kleinods nochmals hervor: „Die Tulfer*innen sind stolz auf ihre Kirchenkrippe und kennen ihre bewegte Geschichte." Der Tulfer Krippenschatz wird jedes Jahr vor dem dritten Adventsonntag aufgestellt und ist bis kurz vor dem Sebastianitag am 20. Jänner zu sehen.
Tipp: Das Jesukind in der Pfarrkirche Tulfes ist immer ab dem 24.12. zu bewundern.
Die Geschichte dieser Krippe liest sich wie ein Roman. Ursprünglich in der Innsbrucker Spitalskirche beheimatet, gelangte sie 1786 für lediglich fünf Gulden nach Tulfes. Nach einem rätselhaften Verkauf an das Landesmuseum Ferdinandeum im Jahr 1905 bewiesen die Tulfer Dorfbewohner nach dem Ersten Weltkrieg die tiefe Verbundenheit zur Dorfkrippe: Mit dem Rest der gesammelten Spenden für neue Kirchenglocken kauften sie ihr „Krippele“ zurück.
Dorfchronist Otto Zeisler hebt die Bedeutung dieses historischen Kleinods nochmals hervor: „Die Tulfer*innen sind stolz auf ihre Kirchenkrippe und kennen ihre bewegte Geschichte." Der Tulfer Krippenschatz wird jedes Jahr vor dem dritten Adventsonntag aufgestellt und ist bis kurz vor dem Sebastianitag am 20. Jänner zu sehen.
Tipp: Das Jesukind in der Pfarrkirche Tulfes ist immer ab dem 24.12. zu bewundern.
Die drei ältesten Krippen Mitteleuropas
Auch die Entstehung dieser Krippen reicht also zurück in die Barockzeit und in die Zeit der Gegenreformation. Umso weniger erstaunlich ist es, dass die Jesuitenkirchen bzw. -klöster in Hall und Innsbruck die ersten waren, die im Besitz einer solchen waren.
Von der Tiroler Krippe bis zur orientalischen Krippe
Diese Krippen wurden im Tiroler Stil geschaffen, erst mit den ersten Pilgerreisen entstanden Krippen im orientalischen Stil. Der Thaurer Einsiedler Felix Zimmerling war einer der ersten, dessen Reise ihn im Jahre 1852 ins Gelobte Land führen sollte. Auch waren die ersten Krippen Kloster- oder Kirchenkrippen. In adeligen oder großbürgerlichen Haushalten gab es in seltenen Fällen private Krippen. Die älteste noch erhaltene, private Krippe ist jene am Maxnhof in Thaur, der ganze Stolz der Familie Huetz.
Josef Bachlechner der Ältere: Der Krippenvater von Tirol
Ist von Krippen und Tiroler Brauchtum und Tradition die Rede, so darf ein ganz besonderer Mann und Künstler nicht vergessen werden: Josef Bachlechner der Ältere (1871-1923). Der in Bruneck geborene Südtiroler Bildhauer unterhielt in Hall eine große Werkstätte; nach ihm ist heute noch die Bachlechnerstraße benannt. Der vor allem in neugotischem Stil schaffende Künstler hat die Krippe in Tirol mehr oder weniger in jeden Haushalt gebracht.
UNESCO Immaterielles Weltkulturerbe: Das „Krippeleschaug’n“
Seit dem Jahr 2021 Es gibt einige Kriterien hierfür: Das jährliche Aufstellen der Krippe kommt einem Ritual, aber auch einem Akt der Gemeinschaft gleich. Oft ist dieses Ritual mit einem gemeinsamen Gebet verbunden. Gleichzeitig geht es dabei um ein Bewahren von künstlerisch Wertvollem, das beinhaltet auch die Instandhaltung und Restaurierung von Figuren, Berg und Hintergrund.
Nicht weniger bedeutend ist das Zusammenführen von Menschen, das Krippeleschau´gn. Der Umgang in Kirchen und Privathäusern, der gemeinsame Austausch unter den Krippenfreund*innen. Immer mehr Menschen bauen sich ihre eigene Krippe nach Maß, die Krippe ist schon längst in fast jeden Haushalt eingezogen und stellt vielfach das Zentrum des Weihnachtsgeschehens in der Familie dar. Krippenbaukurse sind oft schon Monate oder sogar Jahre im Vorhinein ausgebucht.
Nicht weniger bedeutend ist das Zusammenführen von Menschen, das Krippeleschau´gn. Der Umgang in Kirchen und Privathäusern, der gemeinsame Austausch unter den Krippenfreund*innen. Immer mehr Menschen bauen sich ihre eigene Krippe nach Maß, die Krippe ist schon längst in fast jeden Haushalt eingezogen und stellt vielfach das Zentrum des Weihnachtsgeschehens in der Familie dar. Krippenbaukurse sind oft schon Monate oder sogar Jahre im Vorhinein ausgebucht.
Termine Krippelschaug’n
Ab ca. 22. Dezember 2026 findet das Krippeleschaug’n in verschiedenen Orten der Region statt.
Alle Infos und Termine unter: www.hall-wattens.at/krippen
Alle Infos und Termine unter: www.hall-wattens.at/krippen