Plattlerverein Senseler aus Volders: "Brauchtum bedeutet bei uns vor allem Lebensfreude“
Seit über vier Jahrzehnten steht der Trachtenverein Senseler Volders für die lebendige Pflege von Tradition, Brauchtum und Gemeinschaft. Gegründet im Jahr 1981 und seit 1984 auch mit einer eigenen Kindergruppe, zählt der Verein heute rund 130 Mitglieder – davon etwa 60 Erwachsene und 70 Kinder, die wöchentlich zusammen schuhplattln.
Ein Gespräch mit den beiden Jugendvortanzenden Leonie Lassl und Simon Klotz vom Trachtenverein Senseler Volders über Tradition, Gemeinschaft und das große Jubiläum 2026.

Leonie, Simon, wenn man euch in eurer Tracht sieht, spürt man sofort: Da steckt mehr dahinter als nur ein schönes Gewand. Was macht die „Schuachplattler“ in Volders aus?
Leonie: Es ist dieses Gefühl von Identität und Wurzeln. Das Fundament dafür ist unsere Nachwuchsarbeit. Unsere Mitglieder kommen direkt aus Volders und der Umgebung. Dass wir so viele junge Leute haben, garantiert uns, dass unser Kulturgut nicht im Archiv verschwindet, sondern mitten im Dorfleben bleibt.
Und dazu seid ihr noch sehr schön angezogen.
Leonie: Ja, das stimmt. Wir, die Damen im Verein, tragen die elegante Innsbrucker Festtagstracht, während unsere Mädels mit dem Pustertaler Werktagsdirndl unterwegs sind. Die Männer sowie die Buben tragen mit vollem Stolz die Volderer Herrentracht. Diese Vielfalt an Trachten verbindet unterschiedliche regionale Einflüsse und spiegelt unsere reiche Tiroler Tradition wider – es ist ein lebendiges Erbe, das wir nicht nur bewahren, sondern aktiv weitergeben.
Den Mittelpunkt eurer Auftritte bildet immer das Schuhplatteln. Für die Zusehenden sieht das oft spielerisch aus – aber was steckt wirklich dahinter?
Simon (lacht):Da täuscht man sich leicht! Das Platteln ist eine echte Kunstform und erfordert ordentlich Kondition, Präzision und ein verdammt gutes Rhythmusgefühl. Es muss alles auf den Punkt genau zusammenspielen. Wenn das Publikum dann begeistert mitgeht, weiß man, wofür man trainiert hat.
Die Senseler tanzen aber nicht nur, sie betreiben auch Brauchtumspflege. Was gehört da alles dazu?
Leonie: Wir leben den Jahreskreis ganz bewusst. Das geht vom gemeinsamen Backen der Osterbrezen bis hin zu den vielen kirchlichen Festen wie dem Patrozinium am 15. August. Brauchtum bedeutet für uns Gemeinschaftssinn, Verantwortung und Respekt. Das Vereinsleben wird von klein auf als etwas Positives erlebt. Besonders die Kinder lieben es, bei den Veranstaltungen dabei zu sein. So wächst nicht nur die nächste Generation von Tänzerinnen und Tänzern heran, es entstehen auch Freundschaften fürs Leben.
Man trifft euch ja bei fast jedem wichtigen Ereignis im Ort, ob Prozessionen, Bälle oder Tiroler Abende. Warum ist der Verein für Volders so bedeutend?
Simon: Wir sind ein fixer Bestandteil des kulturellen Lebens. Unsere Ausschänke bei den Festen sind Orte der Begegnung. Da kommen Einheimische und Gäste bei echter Tiroler Gastfreundschaft zusammen – ganz ohne Klischees, dafür mit viel Herzblut.
Das Jahr 2026 steht vor der Tür. Was erwartet uns da?
Leonie: Da haben wir etwas ganz Besonderes zu feiern: 45 Jahre Trachtenverein Senseler Volders!
Simon: Genau, das wird ein großes Jubiläumsjahr. Der absolute Höhepunkt wird der Bezirksball bei uns in Volders sein. Das wird der perfekte Moment, um zu zeigen, wie zeitlos und lebendig unsere Traditionen auch nach Jahrzehnten noch sind. Wir freuen uns schon darauf, gemeinsam mit dem ganzen Dorf und unseren Gästen anzustoßen!







