Hall in Tirol als Kandidat für UNESCO – Weltkulturerbestätte

Tolle Neuigkeiten gibt es aus Hall in Tirol: Heute, am 31. Jänner 2014, wurden von der Republik Österreich gemeinsam mit einer Delegation aus Hall beim UNESCO – Sitz in Paris die offiziellen Bewerbungsunterlagen als UNESCO – Weltkulturerbestätte eingereicht. Hall wurde für seine einzigartige Münzprägestatte (heutiges Museum Münze Hall) für die UNESCO – Auszeichnung nominiert; auch das bestens erhaltene Altstadtensemble zählt mit zur Einreichung.

Nun wird in einem eineinhalbjährigen Prozess untersucht, ob Hall in Tirol alle UNESCO – Vorgaben erfüllt bzw. zeitgerecht nachjustiert werden, bevor dann im Juni 2015 in Paris entschieden wird, ob Hall und seiner Münzprägestätte die Auszeichnung zum UNESCO – Weltkulturerbe verliehen wird.

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Insgesamt gibt es in Österreich bis dato neun UNESCO – Weltkulturerbestätten:

  • Das historische Zentrum der Stadt Salzburg (1996)
  • Schloss und Gärten von Schönbrunn (1996)
  • Die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut (1997)
  • Die Semmeringeisenbahn (1998)
  • Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg (1999 u. 2010)
  • Die Kulturlandschaft Wachau (2000)
  • Das historische Zentrum von Wien (2001)
  • Die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See, gemeinsam mit Ungarn (2001)
  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz (2011)

Hall in Tirol wäre somit die zehnte UNESCO Welterbestätte – und übrigens im Falle der Auszeichung die einzige weltweit, die das Thema Münzprägung zum Inhalt hat.

Über die UNESCO:

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) erhebt herausragende Kultur- und Naturstätten zum Welterbe. Diese seien aufgrund ihrer Einzigartigkeit nicht als Eigentum eines einzigen Staates anzusehen, sondern als ideeller Besitz der gesamten Menschheit.

Mehr Informationen zur UNESCO: http://www.unesco.at/kultur/welterbe/

Mehr Informationen zu Kultur in der Region Hall-Wattens unter www.hall-wattens.at/kultur

Sakramentsgarden in der Region Hall-Wattens: Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

In Hall, Thaur und Volders wird die Tradition einer eigenen Ehrengarde für kirchliche Prozessionen über Jahrhunderte gelebt.  Im Jahre 2013 wurden die  „Partisaner Garde zu Hall in Tirol“, der „Partisanerbund Thaur“ und der „Partisanerbund Volders“ gemeinsam mit der „Salva Guardia zu Schwaz“ als „Tiroler Sakramentsgarden“ in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO Österreich eingetragen.

Geschichte:

Die erste urkundliche Erwähnung einer Sakramentsbegleitung in der Stadt Hall in Tirol ist für das Jahr 1326 datiert.  Seit 1435 begleitete die „Unsere Lieben Frau-Bruderschaft“ den Priester bei Versehgängen. Im Zuge der Wiedererweckung der katholischen Glaubensrichtung in Hall wurde im Jahre 1578 von Erzherzogin Magdalena, der Gründerin des Haller Damenstiftes,  bestimmt, dass eine Ehrengarde in Spanischer Hoftracht die Prozessionen der Marianischen Kongregation begleiten solle. Da diese Garde als Waffe die damals üblichen Partisanen trug, wurden sie „Partisaner Garde“ genannt. Auch in Thaur ist seit 1660 ein „Partisaner Bund“ bis heute bei Prozessionen im Einsatz. In Volders ist die Tradition einer Sakramentsbegleitung erst seit dem Jahre 1854 gesichert. Ihre Besonderheit ist, dass nur der Hauptmann eine Partisane trägt. Die Gardisten hingegen tragen wertvolle kaiserliche Helmbarten von 1558 und 1564.

Gelebte Tradition:

Alle drei Sakramentsgarden treten bei kirchlichen Prozessionen in der eigenen Gemeinde als Ehrenschutz des Allerheiligsten in Erscheinung. Ein gemeinsamer Höhepunkt der Tiroler Sakramentsgarden war die Eskorte für Papst Johannes Paul II bei seinem Besuch in Innsbruck im Jahre 1988.

Weiterführende Infos:

www.partisanergarde.at

www.partisanerbund-thaur.at.tf

www.unesco.at

Mehr über die Traditionen in der Region Hall-Wattens: http://www.hall-wattens.at/de/tradition.html