Traumtag in Blau-Weiß

Wer kennt es nicht, diese tiefblauen Wintertage mit knietiefen, glitzernden, Pulverschnee. Dazu in der wärmenden Februarsonne vor der Alm sitzen, der Geruch nach Holz, das tropfende Taugeräusch der Eiszapfen….märchenhaft?!

Solch einen Tiroler Traumtag erhofften wir uns (den Pulverschnee hatten wir schon abgeschrieben) und genau diesen haben wir gefunden. Mit Pulverschnee!  Schnell sind an diesem Samstag die Schneeschuh und die Jause ins Auto geladen, denn die Berge rufen ziemlich laut!

Von Volders geht es noch ein gutes Stück mit dem Auto bergauf zum Parkplatz kurz oberhalb der Krepperhütte. Genug gesessen, genug gefahren, unsere Beine wollen gehen, der Wanderhund kann schon längst nicht mehr stillhalten und unser Kopf will hinauf in die Höhe. Bergluft schnuppern und zufrieden hinab schauen!

Ein kurzes Stück geht es entlang der Rodelbahn, bevor diese rechts liegen gelassen wird und man dem Wanderweg folgt. Die Möglichkeit über den Steig, der nach 5m hinter dem Parkplatz abzweigt, erscheint uns zu „glatt getreten“.

Im leichten Bergauf geht es nun eine gute Stunde durch den Wald, bis wir die ersten vielversprechende Ausblicke auf das Inntal erhaschen…weiter…schneller…wir wollen rauf!largoz

Der Wald lichtet sich mehr und mehr und wir erreichen das glitzernde Winterwunderland der Largozalmen. Eine Ansammlung mehrere kleiner Almhäuser, die sich geduckt an den Berg anschmiegen.

An den Largozalmen

Der Schnee hier oben ein TRAUM und kurz ist die warme Sonnenbank schon sehr verlockend, hier die nächsten Stunden einfach nur hocken zubleiben, die Aussicht zu genießen und sich die ersten Sommersprossen des Jahres einzufangen. Aber… der Hund ist noch nicht müde und wir sind hungrig auf Berg! 😉

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Der weitere Aufstieg

Die Schneeschuhe werden angeschnallt und stapfend geht es durch den reichlichen Schnee! Ein Pulvertraum, den wir wirklich nicht erwartet hätten! Stellenweise führt der Weg nun etwas steiler bergan, aber schon bald werden keine Gedanken mehr an die Mühen verschwendet, denn etwas anderes zieht uns an…der Ausblick der hier oben immer prächtiger und beeindruckender wird.

Besonders die Berge im hinteren Voldertal und der Bergrücken vom Glungezer südwärts mit ihren schneebeladenen Mulden, Hänge und Spitzen lassen uns staunen und kurz durchschnaufen.hinteres voler2

Der Ausblick wird immer verlockender

Weiter gehen nicht vergessen… zwischen den letzten Zirben hindurch steuern wir auf den Gipfelhang zu, der nun in einem weiten Linksbogen immer näher rückt. Die etwas steileren Hänge voller Schnee sollen für den Abstieg herhalten..

Nach knapp 3 Stunden heißt es BERG HEIL und es folgt ein glückliches Schweigen und Staunen, selbst der Hund scheint nun glücklich und zufrieden und genießt den Ausblick. 😀lagoz

Dieser Ausblick vom Largoz reicht vom Karwendel mit dem mächtigen Bettelwurf, weit hinauf ins Oberland und weit hinunter ins Unterland – bis zum Wilden Kaiser.

oben

Nach einer gemütlichen Rast voller Staunen und Schauen, folgt der wohlverdiente Abstieg. Ein Traum mit Schneeschuhen durch diesen Pulverschnee hinab zu rennen und diesen schlussendlich im Gesicht, unter der Kleidung und überall sonst zu haben!pulvertraum

Pulvertraum im Abstieg

Nun wartet die Sonnenbank vor der duftenden Almhütte und natürlich eine selbstmitgebrachte Jause. So lässt es sich leben!jause

Der weitere Abstieg folgt recht zügig der Aufstiegsroute.

Glücklich, müde und zufrieden… das machen halt doch nur die Berge!

Wanderung Blaue Seen – G´schriebener Stoan

Nach dem Motto „Morgenstund´ hat Gold im Mund´“ starten wir pünktlich um 8.30 Uhr ab Tulfes mit der Glungezerbahn in Tulfes. Wir, das sind Robert, Klaus, Sonja und Anita.

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Das Wanderquartett: Anita, Robert, Klaus und Sonja

Der Aufstieg mit den beiden Sesselliften entschleunigt uns endgültig – man hat das Gefühl, anschieben zu müssen (!) – und lässt uns die fantastische Aussicht auf Inntal und Karwendelgebirge so richtig genießen! In eineinhalb Stunden geht es von der Tulfein Alm über den Sommerweg bzw. Osthang auf den Glungezer Gipfel auf 2677m. Der Rundblick ist einfach nur schön!

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Am Glungezergipfel

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Schafe am Glungezer

Robert drängt zum Weitermarsch Richtung Grat über den Gamslahner Spitz´ weiter über das Kreuzjöchl, wo wir nach etwa einer halben Stunde Kraxelns über Stock und vor allem Stein zu den Blauen Seen absteigen. Eine Herde Schafe schaut uns ziemlich verdutzt an. Außer uns ist spätestens seit dem Gipfel kein Mensch mehr unterwegs.

Plötzlich sieht man vier Seen von oben, die sogenannten Blauen Seen, die im herbstlichen Licht zwar eher smaragdgrün ausschauen, aber in jedem Fall zu einem hochalpinen Bad auf 2240m einladen.

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Blaue Bergseen

Immerhin hat es hier oben noch 25 Grad. Nach insgesamt 2,5 Stunden haben wir uns unsere Jause wirklich verdient, unsere Haxen spüren wir auch, das Gehen auf Schieferplatten ist zwar nicht unbedingt angenehm aber dafür abenteuerlich und – einmal überstanden – ein Grund, stolz zu sein, es geschafft zu haben.

Bei Speck, Salami, Bergkäse und Bauernbrot, einem Zirbenschnapserl und Beerensaft lässt es sich leben… der Blick über die Seen Richtung Karwendelgebirge ist der Wahnsinn, die Wolken spiegeln sich im Wasser, es ist still, wir hören nur die Kolkraben und sind umgeben von einem Meer aus Disteln. Keine Menschenseele außer uns, und das an einem der stärksten Wandertage der Saison!

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Fantastisches Bergpanorama

Ein Stückerl weiter Richtung Zirbenweg kommen wir am sogenannten „G´schriebenen Stoan“ vorbei. Wir entdecken zwar Zeichen, die wirklich alt sein könnten, sind uns aber nicht sicher… Energie verspüren wir auf jeden Fall, ob die allerdings der guten Jause, dem traumhaften Wetter und der netten Gesellschaft zuzuschreiben ist oder wirklich dem Stein, bleibt wohl ewig ein Rätsel. 🙂

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Der „Gschriebene Stoan“

Nach einem Blick auf die Uhr machen wir uns auf den Weg. Ein „Galter“ rät uns zu einer Abkürzung hinauf und zurück zum Glungezer Steig. Nach weiteren 200 Höhenmetern sind wir wieder auf der Höh´ und gehen Richtung Neuner Spitz´ Boden weiter, hinunter auf den Zirbenweg, von wo wir ziemlich flott Richtung Tulfein Bergstation zurückmarschieren, um die letzte Bahn noch zu erwischen.

Freundlicherweise wartet der Liftangestellte auf uns und mit ihm sechs weitere Kollegen. Ein Dank der Glungezerbahn und ihrer Belegschaft! Ins Tal hätten wir es nach 6,5 Stunden reiner Gehzweit wohl nicht mehr geschafft…  vor allem Sonja, die auch noch beide Schuhsohlen verliert!

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Hilfe! Die Fußsohlen lösen sich!

Was für eine Hetz´! Sonja (un)chained… wir lassen den Tag gemütlich bei leckerem Kuchen und Kaffee im Larchenhüttl ausklingen. Heute werden wir sicher gut schlafen!

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…und ab sind sie…