Skitouren-Wochenende zwischen 1000 Spitzkehren und 2857m über dem Meer

Ein Winterwochenende auf einer Hütte in der Region Hall- Wattens, dazu wichtige Informationen zum Thema Lawine, eine traumhafte Skitour und die Erkenntnis „irgendwie komme ich in jedem Schnee runter“, so kann man das Lawinencamp des Alpenvereins Hall auf der Lizumer Hütte zusammenfassen.

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Lizumer Hütte

3 Tage sollten wir hier alles Wissenswertes zum Thema Tourenplanung, Lawinenkunde, Verschüttetensuche ect. lernen… Also alles, was man können und wissen sollte, möchte man erste Schritte in das ungesicherte alpine Gelände im Winter wagen. Natürlich sollten auch der Skitouren- und Abfahrtsgenuss nicht zu kurz kommen!

Nach unserer ersten kürzeren Tour auf die Mölser Scharte am Freitag, bei der wir schon viel Wissenswertes mitnehmen konnten, zum Beispiel: meide Schneewehen – aber ein Schneebiwak kann man schon drunter anlegen, wenn der Föhn so bläst…

Schneebiwak

Schneebiwak

… wurde am Nachmittag auf der Lizumer Hütte noch Theorie besprochen, sowie eine Tourenplanung für den nächsten Tag gemacht. Wie wird die Lawinenlage morgen ausschauen, wie steil sind die Hänge,  wie viel Zeit werden wir benötigen?

Tourenplanung

Tourenplanung

Uns fiel ein wenig die Kinnlade runter, als der Geier als eine der möglichen Touren vorgeschlagen wurde…. Gingen uns doch die vielen Spitzkehren durch den Kopf, während wir auf den Anfangsteil des Aufstiegshanges blickten. Ganz zu schweigen von der Abfahrt….freies Gelände, keine präparierten Pisten, Fels…aber hey,  zum Glück keine Bäume 😉

Bei den herrschenden Top-Bedingungen am Samstag wollten wir dann aber doch nicht auf diese Tour verzichten! Immerhin lag die Lawinenwarnstufe auf dem niedrigen Niveau eines „Zweiers“ und der blitzblaue Himmel versprach einen Tag voller Sonnenschein. Außerdem hatten wir volles Vertrauen in unseren Bergführer, der unsere bescheidenen Geländefahrkünste seit des ersten gemeinsamen Tourtags sicher richtig einschätzte. 😉

Kurz vor dem Start

Los ging’s – Die Lizumer Böden führten uns sanft und beruhigend immer näher an den ersten steileren Hang hin.

Lizumer Talboden

Lizumer Böden

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Dann folgten die ersten Spitzkehren… 1000 Stück, hatte Bene am Vortag gesagt, 1000 braucht man, dann sitzen sie! Heute sollten die ersten 20-30 hinter uns gebracht werden. Fluchen hilft – glaube ich! 😉

Spitzkehren...

Spitzkehren…

Es lief gut, der Schnee griff und selbst die Querungen stellten keine Schwierigkeiten dar. In Abständen von 10 Metern folgten wir Bene immer weiter herauf. 10 Meter Sicherheitsabstand… manch einer machte daraus 500 Meter – konditionell bedingt 😀

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Bis wir endlich einen Blick „über“ die Berge wagen konnten und die Tuxer uns ein Lachen ins Gesicht zauberten. Nach weiteren 15 Minuten war er da, mein erster richtiger Wintergipfel!

Am Geier

Am Geier

An keinem anderen Ort der Welt wollte ich in diesem Moment sein!

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Im Hintergrund Wildspitze, Zuckerhütl… in der Bildmitte das Naviser Kreuzjöchl

Traumhaft! Gewaltig!

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Der Tuxer Ferner und der Weitblick nach Südtirol

Genießen! Das Gefühl konservieren!

das etwas andere Gipfelkreuz

Das etwas andere Gipfelkreuz – Geier

Nach einer erneuten Übungsrunde „suchen-finden-sondieren-ausbuddeln“ ging es wieder herunter zur Lizumer Hütte. Selten haben Kuchen und ein 3 – Gänge – Menü am Abend so gut geschmeckt. Der Stolz und die Freude stand jedem an diesem Tag ins Gesicht geschrieben.

Am Sonntag ging ein Teil der Gruppe noch eine Übungsskitour Richtung Eiskarspitze. Ich entschied mich dafür mit fünf weiteren Kursteilnehmern an der Hütte zu bleiben und noch einmal intensiv in das Thema Verschüttetensuche einzutauchen. Die Abfahrt zum Lager Walchen mit den Skiern forderte am Nachmittag nochmals Beinschmalz. Kniehoher Sulzschnee machte es uns nicht leicht und kurz vor dem Ziel taufte ich dann noch meinen Ski mit glasklarem Bergquellwasser 😀

Glücklich und zufrieden ging es zurück in die „Zivilisation“ – die Gedanken blieben noch eine Weile oben!

Ausblick genießen

Ausblick genießen

Glungezerhütte 2610m – kulinarisch hoch hinaus!

Bernhard Koller ist der „Neue“ am Berg und hat sich am Glungezer bereits voll etabliert. Mit Start der Wintersaison 2017/18 hat Bernhard Koller mit seiner Familie die Glungezerhütte vom Vorpächter Gottfried Wieser übernommen.

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Freundlich und ambitioniert überzeugt das neue Team der Glungezerhütte. Neben klassischen Gerichten wie zum Beispiel einer Nudel- oder Gerst’lsuppe bietet Bernhard nach wie vor auch nepalesische Köstlichkeiten an.

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Kathmandu – Spaghetti und Nepalesische Linsensuppe erfreuen sich großer Beliebtheit.

Das „Signature“-Rezept der Glungezerhütte, die Spagetti à la Kathmandu, mit Hühnerbruststreifen, Chili, Kurkuma, Ingwer und Gemüse wurden bereits vom Vorgänger Gottfried am liebsten zubereitet – nach einem Original-Sherpa-Rezept!

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Das perfekte Ziel für Skitourengeher

Tourengeher können je nach Kondition und Lust den Ausgangspunkt für einen Aufstieg zur Glungezerhütte (2610m) frei wählen. Der Glungezergipfel befindet sich auf einer Seehöhe von 2677m. Der Aufstieg zur Hütte ist sowohl über die Piste als auch über freies Gelände möglich.

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Beliebte Ausgangspunkte für eine Skitour sind:

  • Mit den Liftanlagen der Glungezerbahn geht es für gemütliche Skitourengeher bis hin zum Schartenkogel (2304m) und von dort mit den Tourenski weiter.
  • Für sportlich Motivierte startet die Tour bereits nach der ersten Sektion der Glungezerbahn bei der Mittelstation Halsmarter (1560m).
  • Sportskanonen starten die Skitour bei guter Schneelage bereits im Dorf Tulfes bei der Talstation der Glungezerbahn (922m)
  • Bei exzellenter Schneelage und Kondition ist der Ausgangspunkt für die Tour auf die Glungezerhütte im Dorf Volders (558m).

Bis zum Schartenkogel verläuft die Skitour auf und neben der Piste. Vom Schartenkogel bis zur Glungezerhütte befindet man sich im freien Gelände.

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Nach einem Aufstieg zur Glungezerhütte (Alpenvereinshütte Sektion Hall in Tirol) hat man sich eine Stärkung redlich verdient.

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Nicht nur mit kulinarischen Köstlichkeiten werden Sportler auf der Hütte belohnt, sondern auch mit einem fantastischen Ausblick ins Inntal.

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Die Abfahrt von der Hütte bis zum Schartenkogel ist keine offizielle Piste. Dementsprechende Ausrüstung und Erfahrung wird vorausgesetzt. Die Abfahrt im Gelände ist durch Markierungen gekennzeichnet. Ab dem Schartenkogel befindet man sich auf den präparierten Pisten der Glungezer-Bergbahn.

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Weitere Informationen:

Ski Heil!

Skitour auf den Largoz

_OMI0251Heute präsentiert euch Susi, unsere Wanderführerin, eine Skitour auf den Largoz in den Tuxer Alpen:

Die Skitour auf den Largoz ist eine relativ einfache Tour, die den ganzen Winter über, auch bei nicht ganz perfekten Verhältnissen, gut zu gehen ist. Atemberaubende Blicke ins Inntal, ins gegenüber liegende Karwendel und in die Tuxer Alpen! Ab dem Largoz – Almdorf befindet man sich in sehr schönem freien Skigelände.

Wegbeschreibung

Man fährt mit dem Auto bis zur Krepperhütte (1378 m) wo sich gleich oberhalb der Hütte ein Parkplatz befindet. Die ersten Minuten geht es der Rodelbahn entlang, dann geradeaus dem Forstweg folgen. Bei der nächsten Weggabelung führt die Spur nach rechts in den Wald – an einem Baum finden wir einen roten, auffälligen Pfeil.

Skitour Largoz (c)Hermann Sonntag

Skitour Largoz (c)Hermann Sonntag

Nun geht es immer wieder die Forststraße querend bis zur Waldgrenze und weiter über freie Wiesen nach ca. eineinhalb Stunden zum Almdorf der Largoz-Alm (1920 m). Über schöne Hänge geht es höher, etwas ostwärts halten, bis man das riesige Gipfelkreuz sieht (2214m).

Skitour Largoz

Skitour Largoz

Sehr schönes Schigelände zum Abfahren, im unteren Teil kann man das nicht so attraktive Waldstück gut auf der Rodelbahn überwinden.

Bei guter Schneelage und geschlossener Schneedecke bis ins Tal ist diese Tour auch von der Kirche in Volders aus möglich – dann beträgt der Gesamt-Höhenunterschied 1600 hm!Skitour auf den Largoz

Noch mehr Skitoureninfos gibts hier

Wichtige Hinweise
Der Tourismusverband der Region Hall-Wattens übernimmt keinerlei Haftung oder Verantwortung für Schäden oder Unfälle. Die Tourenbeschreibungen sind ein subjektiver Eindruck der möglichen Routen und ersetzen nicht ein gründliches Studium der Karten oder Führerliteratur. Der Tourismusverband erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Informiert euch vor jeder Tour genau über den aktuellen Lawinenlagebericht – sowie über den aktuellen Wetterbericht. Eine entsprechende Ausrüstung sowie VS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel sind für jede Skitour Grundvoraussetzung.

 

Skitouren am Glungezer

_OMI0251Heute präsentiert euch Susi, unsere Wanderführerin, einen ihrer liebsten Skitourenberge: Den Glungezer.

Der Glungezer gehört mit Sicherheit zu einem der meistbesuchten Skitourenberge in der Region Hall-Wattens. Durch die verschiedenen Ausgangspunkte der Tour ist der Berg für Konditionsstarke genauso interessant wie für etwas Schwächere.

Die verschiedenen Touren sind durchwegs lang, können aber je nach Schneelage oder eben Kondition mit einer Liftunterstützung verkürzt werden. Die Hänge sind überwiegend lawinensicher und führen dennoch ins hochalpine Gelände mit herrlichem Ausblick auf das Gipfelmeer der Tuxer Alpen, des Karwendels, der Zillertaler Alpen und der Hohen Tauern.

Einmalig ist am Ende des Aufstiegs, wenige Meter unter dem Gipfelkreuz, die Glungezerhütte, eine alpine Schutzhütte die zur Rast, Stärkung (traumhafte Küche!) und Übernachtung einlädt.

Skitour am Glungezer (c)hall-wattens.at

Skitour am Glungezer (c)hall-wattens.at

Startet man die Tour in Volders bei der Karlskirche, gehört sie mit 2120 HM zu einer der längsten Aufstiege und Abfahrten in Tirol! Also nichts für Konditionsschwache 😉 Voraussetzung dafür ist aber eine geschlossene Schneedecke bis ins Inntal.

Ich will euch heute aber die verschiedenen Varianten zum Glungezer von Tulfes aus beschreiben.

Kurze Rast bei der Schaferhütte (c)hall-wattens.at

Kurze Rast bei der Schaferhütte (c)hall-wattens.at

Lässt die Schneelage es zu, kann man von der Talstation Glungezerbahn starten. Hier kann man auch kostenlos parken. Man geht entlang der Talabfahrt bis zur Tulferhütte und von dort weiter über die Piste.

Lässt die Schneelage einen Anstieg von Tulfes aus nicht zu oder hat man auf weniger Höhenmeter Lust, fährt man mit dem Sessellift bis zur Mittelstation Halsmarter (Anstieg verkürzt sich um 650 HM). Wer noch weiter rauf möchte, ohne in die Ski zu steigen, kann noch den Schlepplift benützen (Anstieg verkürzt sich um weitere 500 HM), der Schleppliftausstieg befindet sich oberhalb der Tulferhütte. Von dort geht man der Piste entlang in Richtung Schartenkogel. Nach ca. 40 Minuten Aufstieg sieht man auf der rechten Seite die kleine Schaferhütte, welche vor dem Aufstieg zur Hütte und Gipfel noch zu einer kleinen Rast einlädt (nicht bewirtschaftet!).IMG_0072

Von dort geht es ins freie aber viel begangene und befahrene Gelände. Man folgt den Spuren und erreicht nach ca. einer Stunde die Glungezerhütte (2610 m) und knapp oberhalb den Gipfel (2678 m). Den Gipfel mit Gipfelkreuz kann man während des Aufstieges immer wieder sehen.

Zum Abfahren geht man von der Hütte fünf Minuten Richtu482527_10152289734428306_1035828691_nng Sonnenspitz (Norden), ein netter Gipfel mit traumhaftem Ausblick, den man auch noch gleich „mitnehmen“ kann und fährt links unterhalb den vielverspurten Hang ab. Nach diesem Hang befindet man sich wieder bei den Aufstiegsspuren und fährt direkt daneben bis zur Schaferhütte und von dort über die Schipiste ab ins Tal.

Eine schöne Skitour mit vielen verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten!

http://www.hall-wattens.at/de/skitouren.html

Wichtige Hinweise
Der Tourismusverband der Region Hall-Wattens übernimmt keinerlei Haftung oder Verantwortung für Schäden oder Unfälle. Die Tourenbeschreibungen sind ein subjektiver Eindruck der möglichen Routen und ersetzen nicht ein gründliches Studium der Karten oder Führerliteratur. Der Tourismusverband erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Informiert euch vor jeder Tour genau über den aktuellen Lawinenlagebericht – sowie über den aktuellen Wetterbericht. Eine entsprechende Ausrüstung sowie VS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel sind für jede Skitour Grundvoraussetzung.

 

Sonnenskilauf am Glungezer

Aufgrund des herrlichen Wetters zum Wochenende hin hier ein kleiner „Appetithappen“ – so toll ist es derzeit beim Sonnenskilauf am Glungezer!

Spuren im unberührten Schnee

Auf der frisch geschaufelten Sonnenterasse  der Glungezerhütte kann das wunderschöne Bergpanorama entspannt genossen werden:

Relaxen auf der "Sonnenterasse"

Eine besonders originelle Idee feierte vergangenes Wochenende Premiere: Der kleine „Korblift“ bringt Erfrischungen und kleine Snacks direkt zu den Gästen  – man muss seinen Platz an der Sonne also nicht mehr verlassen… 😉

Eine originelle Idee: Der Korblift bringt Erfrischungen direkt zu den Liegestühlen!

Weitere Infos zu Schneelage, Wetter und Pisten gibts unter: www.glungezer.at oder www.hall-wattens.at/de/ski-alpin.html