Hall als Schauplatz einer internationaler Filmproduktion – Hollywood lässt grüßen

In den letzten Wochen wurden zahlreiche Szenen für das Bergsteigerdrama „K2 – The Italian Mountain“ an verschiedenen Schauplätzen in der Region Hall-Wattens unter der Regie von Robert Dornhelm gedreht. Nun sind die Dreharbeiten mit zahlreichen bekannten italienischen Schauspielern fast beendet. Das Team des TVB Region Hall-Wattens durfte bei den Dreharbeiten dabei sein und spannende Einblicke gewinnen:

Für fast acht Wochen hat das international besetzte Filmteam in Tirol seine Zelte aufgeschlagen, für den Fernsehfilm, der später auch in die Kinos kommen wird, sind 4,5 Millionen Euro Budget veranschlagt. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein!

Mehr Infos zur Region und bald auch News zum Film gibts unter www.hall-wattens.at

Die 2. Woche beim Osterfestival 2012

Nachdem die erste Woche regen Publikumszulauf und großes Medieninteresse Auch die zweite Woche des Osterfestivals wartet mit vielen hochkarätigen Veranstaltungen in Hall auf:

Dienstag, 03.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

ensemble recherche: HUBER, PAUSET, RIHM, SCIARRINO

©Osterfestival

Das ensemble recherche ist seit Jahren beim Osterfestival Tirol zu hören. Aufs Neue wird faszinierend sinnlich und kompetent jene Neue Musik zugänglich gemacht, die meist schon wenig später zu den Klassikern der Gegenwart zählen darf. Bei aller instrumentalen Virtuosität geschieht – neben dem artistischen, ästhetischen Vergnügen auch die klare Deutung unseres Seins in seinen aktuellen Nöten, Zielen, Wegen und Umwegen. Die „Schwarzmärkte“ von Brice Pauset z. B. wurden von der iranischen Künstlerin Chohreh Feyzdjou (gest. 1996) inspiriert: In ihrer Kritik an einem ohne schöpferische Konflikte glatt und konsumierbar gemachten Leben weist sie auf den Verlust der Zusammenhänge, der Bedeutungen der Freiheit des Einzelnen für alle.

Donnerstag, 05.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

KLAGELIEDER: AUBERY Leçons des Ténèbres

©Osterfestival

Die Leçons des Ténèbres („Finstermetten“) sind Klagegesänge über die Zerstörung des Lebens und der Kultur, dem Propheten Jeremia zugeschrieben. Neben den bekanntesten Vertonungen des französischen Barock von Jean Gilles, François Couperin, Marc-Antoine Charpentier, de Lalande oder Michel Corrette ist die Musik von Mathieu Aubery eine Entdeckung. Über den Komponisten wissen wir fast nichts, außer dass er von 1722 bis 1736 Mitglied der spanischen Königlichen Kapelle war. Seine Leçons sind in bestem französischen Stil gehalten: Zwei Solisten bringen in hochexpressivem, elegant verziertem Gesang die immer gültige Klage über den Verlust des guten Lebens, eindringlich begleitet von wenigen Instrumentalisten: Convertere Jerusalem… Wende dich zurück zu deinem Gott!

Karfreitag, 06.04.2012, 15:00 Uhr, Stiftskirche:

Karfreitagsliturgie in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, was der durchschnittliche Bürger kaum je nur denken möchte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns, wird genau erzählt, in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, Jahrhunderte alten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus – vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen sie „O crux, ave“ – „Sei gegrüßt, Kreuz“ – und in langer Klage über sein Leid fragt Christus selbst „Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te? Responde mihi.“ – „O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt‘ ich dich? Antworte mir!“ An diesem Nachmittag um 15 Uhr ist die Passion, die Tragödie der Menschen und alle Hoffnung zu erleben. Still und machtvoll wie selten eine unserer vielen Klagen.

Karsamstag, 07.04.2012, 07:00 Uhr, Stiftskirche:

Trauermette in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Unter den Offizien der Karwoche beeindruckt vor allem der Gesang der Frühmette, der so genannten Trauermetten: Das Dekor ist von schlichter Strenge, ohne Teppiche und Schmuck, der Altar bleibt unbedeckt. Die bewusst einfach gehaltene Kleidung der Kirchenfürsten betont die vorrangige Bedeutung der Passion Christi in Lesung und Gesang der Heiligen Schriften. Zu sehen sind nur ein großer fünfzehnkerziger Leuchter, die sechs Altarkerzen und, in der Mitte des Chors, das Pult, von dem aus die „Lektionen“ gesungen werden. Im Verlauf des Gottesdienstes werden von einem Priester eine nach der anderen Kerze ausgelöscht. Ganz zum Schluss wird die letzte Kerze einen Augenblick hinter dem Altar verborgen, wobei die Anwesenden durch Klopfen auf die Stühle gewissermaßen Aufruhr simulieren („fragorem facientes“), um das Wiedererscheinen zu erzwingen. (Bericht 16. Jh).

Karsamstag, 07.04.2012, 18:00 Uhr, Salzlager Hall:

KAPSBERGER Musik der Karwoche

©Osterfestival

Giovanni Girolamo Kapsberger (ca. 1580-1651) ist mit seinen virtuosen Lautenstücken erst seit Kurzem wieder in unserem Gedächtnis. Zu höchsten Ehren kam er unter Papst Urban VIII. (Barberini), dessen lateinische Gedichte er vertonte. Von 1625 bis zum Tod seines Förderers 1644 stand Kapsberger im Dienst der Familie Barberini. Er war sowohl als Theorbist wie auch als Komponist berühmt. Das Ensemble Vivante lässt seine geistliche Vokalmusik erstmals wieder erklingen und zeigt, dass „il Tedesco della tiorba“ zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Karsamstag, 07.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

MONTEVERDI-Zeit: Passion, Ostern

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Das Konzert bringt Musik, die von den Nonnen im Kloster der „Bräute Jesu“ zu Bologna aufgeführt und teilweise auch komponiert wurde. (S. Cesis, C.M. Cozzolani, R. Aleotti, M.X. Perucona, L.O. Vizzana, C.F. Rusca, I. Leonarda und R.G. Badalla). Besser bekannt sind die Männer, die für das Kloster geschrieben haben: Banchieri oder auch Monteverdi. Das Repertoire reichte von polyphonen Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert Werken für verschieden große Ensembles über Solomotetten bis zu Lamentationen des Adeligen Alessandro Della Ciaia aus Siena. Und es gab da auch dramatische Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert wurden.

Weitere Infos: http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html

 

 

 

 

Osterfestival 2012: Hochkarätige Events in Hall

Das Osterfestival 2012 ist bereits in vollem Gange. Hier eine kurze Übersicht der Veranstaltungen, die in dieser Woche in Hall stattfinden:

Mittwoch, 28.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

Klaus HUBER, Younghi PAGH – PAAN & Ensemble PHACE: „Ein Hauch von Unzeit“

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Im Zentrum der zweiten Begegnung mit Klaus Huber steht das Werk „Ein Hauch von Unzeit“, das den Musikern die Freiheit lässt, eine eigene Fassung des Werks auszuarbeiten. Das österreichische Ensemble PHACE | contemporary music interpretiert auch Musik der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan. Beide Künstler haben sich ihr Leben lang nicht nur musikalisch für die Grundrechte des Menschen eingesetzt.

„Die multiple Version von „Ein Hauch von Unzeit III“ verwirklicht einen Schwebezustand zwischen strengem Kanon und Aleatorik, indem jeder der im Raum verteilten Musiker seine ‚idiomatische Umsetzung‘ des [initiativen] Flötenparts ins Ensemble einbringt. Die Omnipräsenz der Musik, ihrer Motive, ist nicht nur im Raum, sie ist auch in ‚fluktuierender Gleichzeitigkeit‘ vorhanden.“ Klaus Huber

Donnerstag, 29.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

KONZERT & FILM: Klassische Musik aus dem Iran & FILM Persepolis (2007)

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Alireza Ghorbani ist einer der wichtigsten Vertreter des traditionellen iranischen Gesangs. Aus der traditionellen Musik des Perserreiches entstanden, gab es in der musikalischen Kultur des Iran bereits seit dem 15. bis ins 20. Jahrhundert einen Stillstand, da islamische Geistliche keine Veränderung religiöser Musik zuließen. Die Musik überlebte entweder im privaten Raum oder sie wurde im indischen Exil weiterentwickelt. Auch der persische Gesang, dessen Einzigartigkeit im tahrir und seinen charakteristischen wunderbaren Verzierungen liegt, hat durch die Ausübung und mündliche Weitergabe im Geheimen alle Unterdrückungen der verschiedenen autoritären Regime überlebt.

„… Ich will diese Bitterkeit nicht. Im Westen wird uns zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen der Mittlere Osten aufgetischt, als Gewalt, Gewalt, Gewalt. Ich erzähle keine einfache Story, aber ich will niemandem das Paket, das ich trage, einfach aufhalsen. Humor ist ein Mittel, es den Zuschauern ein wenig einfacher zu machen. Eine Geste der Höflichkeit.“ Marjana Satrapi über ihren Film Persepolis

Freitag, 20.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

PUPPENTHEATER & KONZERT: Punch & Judy in Afghanistan / Musik aus Afghanistan 

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Neville Tranter, vielfach ausgezeichneter Meister des Puppentheaters, betrachtet in „Punch & Judy in Afghanistan“, was passiert, wenn Naivität und Zynismus sich treffen. Nigel, ein Puppenspieler, soll mit seinem Assistenten in Afghanistan die Truppen unterhalten. Während einer Sightseeing-Tour brennt das Kamel mit dem Assistenten auf dem Rücken durch und Nigel beginnt ihn zu suchen. Auf dieser Reise begegnet er den eigenartigsten Persönlichkeiten: einem sensationssüchtigen Journalisten, einem traumatisierten Soldaten und schließlich gibt es da auch Mister Punch und seine Frau Judy (P&J – die populären Figuren des englischen Volkstheaters, ähnlich wie bei uns der Kasperl). Mit schwarzem Humor, stimmlicher und spielerischer Virtuosität lässt Tranter eine skurrile Welt entstehen.

Der zweite Teil des Abends ist der afghanischen traditionellen Musik gewidmet. Unter den Taliban (1992-2001) war alle Musik – außer die von Männern gesungene religiöse – verboten. Tonträger und Instrumente wurden öffentlich verbrannt; Musiker mussten fliehen, da sie verfolgt wurden. Viele sind nach Pakistan, in den Iran oder auch in den Westen ausgewandert. Daud Khan, einer der angesehensten Interpreten afghanischer Musik, emigrierte vor über 30 Jahren nach Deutschland. Er spielt mit den verschiedensten Musikern u.a. auch mit Jordi Savall.

Samstag, 31.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

TANZ / PERFORMANCE: Talking Head (2010)

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„Talking Head“ ist eine Satire auf die neue Welt der Kommunikation mit ihrer „Pseudo-Freiheit“ (z. B. Facebook, Twitter). Der österreichische Choreograph Chris Haring (Goldener Löwe Biennale di Venezia 2007) und seine Cie Liquid Loft spielen mit den neuen technischen Möglichkeiten, die unser Zusammenleben radikal verändert haben. Eine Tänzerin und ein Tänzer scheinen Hauptdarsteller zu sein, oder nicht? Computer-bewaffnet bewegen sie sich im Fiktiven des Cyberspace. Eine Stunde ansteckender Spielfreude, pointierter Präzision, Humor und großer Virtuosität.

Weitere Infos: http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html