Was grünt da so grün?

setzlinge oberer stadtplatz hallEine feine Sache wäre es, hätte man pünktlich zum Frühlingsbeginn eine blühende Pracht in seinem Garten, Beet oder zumindest auf dem Bakon – nur, nicht jeder ist mit einem gründen Daumen und/oder entsprechendem Fachwissen gesegnet 😉

Das Haller Stadtmarketing hat sich etwas einfallen lassen: am 23. April 2016 findet der erste Haller Setzlingsmarkt unter dem Motto „Tauschen, kaufen und genießen“ statt.

Hier werden in der Haller Altstadt Setzlinge, Saatgut, Pflanzen und Kräuter aller Art  von 9:00 bis 13:00 Uhr in gehandelt, getauscht und natürlich auch zum Verkauf angeboten.

Bei der Premiere dieser Veranstaltung  werden an zehn Marktständen von privaten GärtnerInnen sowie vom Sozialen Zentrum St. Josef – Gartengruppe, dem PSP Kräuterfeld, dem Obst- und Gartenbauverein Kolsass/Kolsassberg/Weerberg, vom Kräuterhof Lechenhof und von der Waldorfsschule Innsbruck verschiedenste Pflanzen präsentiert.

Eingeladen dazu sind alle HobbygärtnerInnen und PflanzenliebhaberInnen, die sich untereinander austauschen, verkaufen und den Frühling genießen möchten.

Setzlingsmarkt Hall in Tirol

Wertvolle Tipps und Tricks kann man sich nicht nur bei den HobbygärtnerInnen, sondern auch beim Infostand der Arche Noah holen, oder mit dem richtigen Garten- oder Pflanzenbuch von der Buchhandlung Riepenhausen gleich mit Nachhause nehmen.

Die Teilnahme ist kostenlos!

Wenn ihr euch auch eure Setzlinge, Pflanzen und Kräuter anbieten oder tauschen wollt, meldet euch bitte bei Petra vom Stadtmarketing: p.poeschl@hall-in-tirol.at oder 05223 / 45544 – 39

Klein, fruchtig, köstlich: Die Wald-Erdbeere

Die Wald-Erdbeere gehört zu den Rosengewächsen und wächst hauptsächlich an Waldrändern und Lichtungen. Sie dient den Menschen sowie vielen Tieren schon seit langem als Nahrung, was auch die botanische Artbezeichnung ausdrückt (vesca=essbar). Sie ist außerdem eine Heilpflanze und wurde im Mittelalter in der Malerei als Symbolpflanze häufig abgebildet – was viele nicht wissen: Die Wald-Erdbeere ist nicht die Wildform der Gartenerdbeere!Kräuter_2

Die Wald-Erdbeere ist eine mehrjährige, krautige und wintergrüne Pflanze, welche 5 -25 cm hoch wird und somit auch wesentlich kleiner ist als die Gartenerdbeere. Die Stängel der rosettenförmigen Pflanze tragen wenige, weiße, fünfzählige Blüten, bei denen sich in der Mitte etwa 20 gelbe Staubblätter befinden. Sie blühen je nach Standort von April bis Juni und danach bilden sich im Laufe des Sommers die kleinen, roten Wald-Erdbeeren, um die es sich botanisch gesehen um eine Sammelnussfrucht handelt, nicht um eine Beere.

In der Volksmedizin und im Volksglauben werden Erdbeerblätter aufgrund des Gerbstoffgehaltes als Heilmittel bei Durchfall verwendet. Man übergießt die klein geschnittenen Blätter mit heißem Wasser, lässt sie fünf bis zehn Minuten ziehen, seiht den Tee ab und trinkt mehrmals täglich eine Tasse. Ein berühmter schwedischer Botaniker aus dem 18. Jhd. soll sich angeblich durch eine Kur aus Erdbeerblättertee und frischen Wald-Erdbeeren von der Gicht befreit haben!

Die Früchte der Wald-Erdbeere sind seit Menschengedenken das Symbol der Weltlust, der Verlockung und der Sinnesfreude. Eine zweite Bedeutung hat diese Pflanze im Christentum. Mit den rosenförmigen Blüten, keinen Dornen, den Beeren ohne Kern und Schale, das gleichzeitige Tragen von Früchten und Blüten ist sie zum Sinnbild der Rechtschaffenheit geworden. Sie ist auch oft Begleitpflanze auf mittelalterlichen Gemälden von Maria.

Tipp: Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.

Blumen im Frühling – Der Frauenschuh

Der gelbe Frauenschuh ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas und wird in allen Ländern streng geschützt.

Der gelbe Frauenschuh ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die zwischen 15 und 60 cm Wuchshöhe erreicht. Am leicht behaarten Stängel befinden sich drei bis fünf stängelumfassende Laubblätter, die nach außen spitz zulaufen. Praktisch: Die Blätter sind verstärkt durch Längsfalten und leiten dadurch das Regenwasser zum Stängel hin ab.Frauenschuh (c)hall-wattens.at (4)

Die Blüten sind dreizählig. Die vier äußeren purpur- bis schokoladenbraunen Blätter sind etwa 5 cm lang und sind spitz-lanzettlich. Diese umgeben den gelben „Schuh“. Der „Schuh“ erreicht eine Länge von 4 – 8cm, damit zählen die Blüten des Frauenschuhs zu den größten unserer Flora und stellen die größte Einzelblüte unter den europäischen Orchideen dar.Frauenschuh (c)hall-wattens.at (3)

Die Blütezeit beginnt je nach Wetterlage ab Mitte Mai und dauert ca. bis Ende Juni. Bis zur Blühreife der Pflanze könne 16 Jahre vergehen! Bevorzugt wächst er in schattigen Laubwäldern oder an buschigen Berghängen bis zu Höhenlagen von 2000 Metern. Bekannte Vorkommen werden jedes Jahr zur Blütezeit von vielen Menschen besucht, z. Bsp. im Lechtal.

Wenn ihr auf einer Wanderung einen gelben Frauenschuh sehen solltet: Bitte nur betrachten, bestaunen und bewundern, aber niemals pflücken: Er gilt nach der Roten Liste als gefährdet, ihn mitzunehmen ist ein Straftatbestand. 

Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies wieder ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.

Blumen im Frühling – Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblume gehört zur Familie der Primelgewächse. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Den Namen hat die Blume durch die Ähnlichkeit des Blütenstandes mit einem Schlüsselbund. Nach einer Legende ließ Petrus seine Schlüssel auf die Erde fallen und an dieser Stelle wuchsen Himmelschlüssel! Es gibt für sie aber auch viele andere Namen im Volksmund: Wiesen-Primel, Allelujableaml, Himmelschlüssel….

Schlüsselblumen Tirol (c)hall-wattens.at (1)Die Schlüsselblume ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe zwischen 8 und 20 cm. Sie wächst meist in kleineren Gruppen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni.

TIPP: Da die Schlüsselblume entkrampfend und schleimlösend wirkt, ist sie als Hustentee hervorragend geeignet. Für den Hustentee verwendet man einen Teelöffel Schlüsselblumen-Wurzeln oder/und Blüten, übergießt das mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und ausgekühlt zwei bis drei Tassen pro Tag trinken.

Man kann die Schlüsselblumen–Blüten für eine Frühjahrsteemischung auch sehr gut mit folgenden Kräutern mischen: Birkenblätter, Brennnesselblätter, Löwenzahn, Vogelmiere, Ehrenpreis…

Echte Schlüsseblume (c)hall-wattens.at (2)

Achtung, bitte nicht pflücken: Die Schlüsselblume ist eine geschützte Pflanze!

Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies wieder ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.

Blumen im Frühling – Der Huflattich

Zeitig im Frühjahr blühen beim Huflattich zuerst nur die korbförmigen, gelben Blütenstände, die ungefähr 300 weibliche, gelbe Zungenblüten und 30 bis 40 männliche, gelbe Röhrenblüten enthalten. Erst nach dem Verblühen folgen die Blätter. Während der Blütezeit sind die Stängel mit braunen oder rötlichen, behaarten Schuppenblättern versehen. Verblühte Huflattich lassen traurig ihre Köpfe hängen.

Über der Erde schaut der Huflattich recht bescheiden in seiner Größe aus; erreicht er doch nur eine maximale Höhe von 20 Zentimetern; unter der Erde aber hat er einen Wurzelstock mit kriechenden, bis zu zwei Meter langen (!) unterirdischen Wurzelausläufern.

Huflattich

Der Huflattich gehört somit zu den allerersten Frühjahrsblumen und wird hauptsächlich von Bienen und Käfern bestäubt. Selten kommt auch Selbstbestäubung vor. Die Samenverbreitung erfolgt ähnlich wie beim Löwenzahn durch Schirmflieger über den Wind. Die Huflattichblüte wird auch sehr gerne mit dem Löwenzahn verwechselt. Die Blätter des Huflattich hingegen sind sehr ähnlich den Blättern der Weißen Pestwurz.

Man verwendet den Huflattich in der Naturheilkunde zur Bekämpfung von Erkrankungen der Atmungsorgane, vom einfachen Husten bis hin zu Asthma.

Aber auch gegen Hautprobleme kann man den vielseitigen, gelben Frühblüher verwenden – er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und blutstillend.

Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies wieder ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.

Blumen im Frühling – Die Schneerose

Auch wenn der Großteil der Landschaft in Tirol wieder von Schnee bedeckt ist – eine Frühlingsblumen lassen sich auch vongroßen Schneemengen nicht unterkriegen. Ein tapferes Beispiel ist Schneerose Halltal (c)hall-wattens.atdie Schneerose:

Der volkstümliche Name „Schneerose“ bezieht sich auf die extrem frühe Blütezeit der Pflanze. Man nennt sie auch gerne Christrose, nach einer alten Tradition sie so zu kultvieren, dass sie zu Weihnachten blüht. Verwildert wächst die Schneerose in Tallagen und bis zu einer Höhenlage von 1900m.

Schneeröschen halltal (c)hall-wattens.atDie immergrüne, mehrjährige Pflanze mit dunkelgrünen Blätter und weißen Blüten erreicht eine Wuchshöhe zwischen 10 – 30 cm. An geeigneten Standorten kann der Pflanzenstock bis zu 25 Jahre alt werden.

Durch die sehr frühe Blütezeit der Pflanze ist eine Bestäubung durch Insekten nicht immer möglich. Als Ausgleich dafür bleiben die Narben der Schneerose lange befruchtbar und können auch die eigenen Pollen aufnehmen. Diesen Vorgang nennt man Selbstbestäubung.

Die Schneerose ist oftmals in der Pflanzengesellschaft Schneeheide-Kiefernwald anzutreffen. Schneerosen werden häufig kultiviert, verwildern jedoch selten.

Achtung: Auch wenn wild wachsende Schneerosen noch so schön leuchten: Die wunderschönen Blumen sind streng geschützt und dürfen nicht gepflückt werden.

Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies wieder ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.