Blumen im Frühling – Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblume gehört zur Familie der Primelgewächse. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Den Namen hat die Blume durch die Ähnlichkeit des Blütenstandes mit einem Schlüsselbund. Nach einer Legende ließ Petrus seine Schlüssel auf die Erde fallen und an dieser Stelle wuchsen Himmelschlüssel! Es gibt für sie aber auch viele andere Namen im Volksmund: Wiesen-Primel, Allelujableaml, Himmelschlüssel….

Schlüsselblumen Tirol (c)hall-wattens.at (1)Die Schlüsselblume ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe zwischen 8 und 20 cm. Sie wächst meist in kleineren Gruppen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni.

TIPP: Da die Schlüsselblume entkrampfend und schleimlösend wirkt, ist sie als Hustentee hervorragend geeignet. Für den Hustentee verwendet man einen Teelöffel Schlüsselblumen-Wurzeln oder/und Blüten, übergießt das mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und ausgekühlt zwei bis drei Tassen pro Tag trinken.

Man kann die Schlüsselblumen–Blüten für eine Frühjahrsteemischung auch sehr gut mit folgenden Kräutern mischen: Birkenblätter, Brennnesselblätter, Löwenzahn, Vogelmiere, Ehrenpreis…

Echte Schlüsseblume (c)hall-wattens.at (2)

Achtung, bitte nicht pflücken: Die Schlüsselblume ist eine geschützte Pflanze!

Wer Lust hat, die Flora und Fauna unserer schönen Region unter fachkundiger Führung zu entdecken, kann dies wieder ab Mai 2015 hier im Rahmen des Wochenprogramms tun.

Tiere im Herbst – So machen sie sich winterfit: Das Reh

_OMI0251Unsere Nature Watch-Führerin Susi erklärt in einer kleinen Serie, wie das jeweilige Tier mit den feindlichen Lebensbedingungen umgeht.

 

 

 

 

 

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Aussehen

Das Reh ist das häufigste und kleinstes geweihtragendes Schalenwild – aber nur der Bock trägt ein Geweih. Zweimal im Jahr wechselt es sein Haarkleid: im Sommer rötlich, im Winter graubraun. Der weiße Fleck am Hinterteil wird Spiegel genannt.Reh (Capreolus capreolus)_FStraubinger

Fortpflanzung

Im Juli und August ist die Blattzeit (Paarungszeit). Oft sieht man aufgescharrte Stellen am Waldboden, das sind sogenannte Plätzstellen, mit denen der Böck den Boden zur Reviermarkierung aufscharrt. Im Mai/Juni werden meist zwei Kitze gesetzt (geboren). Die weißen Tupfen bei den jungen Tieren verschwinden ab August wieder.

Nahrung

Rehe sind sehr naschhaft und wählerisch. Sie äsen (fressen) vor allem in den Morgen- und Abendstunden.

Feinde

Zu den Feinden zählen der Fuchs, der Marder, der Uhu, wildernde Hunde, befahrene Straßen und leider auch der Mensch und seine Mähmaschinen, weil in den Feldern oft die Kitze von der Geiß abgelegt (in Sicherheit gebracht) werden.

Besonderheiten

Rehe haben ein besonders breites Klangrepetoir, um sich untereinander zu verständigen. Als Lautäußerungen kennen wir beim Rehkitz das Fiepen zwischen Geiß und Kitz, das bellende Schrecken der Geiß und des Bockes sowie das Fiepen der Geiß in der Brunft. Als Schmerzlaut kennen wir das Klagen, welches in Todesangst ausgestoßen wird. Der Abwurf des Geweihs erfolgt von Ende Oktober bis Jänner. Das junge Geweih, das Bastgeweih, wird jedes Jahr sofort neu geschoben (gebildet). Von diesem muss der Rehbock erst die Basthaut abfegen.Reh Trittsiegel (Capreolus capreolus)_Hinterautal_A.Heufelder_1_1500

Das Reh im Winter

Das Reh ist leider für kalte Temperaturen nicht sehr gut „ausgerüstet“ – Milde Temperaturen, so wie sie zur Zeit herrschen, sind für Rehe kein Problem. Was ihnen aber sehr zu schaffen macht, ist ein besonders früher Wintereinbruch und ein harter Winter. Diese führen in allen Altersklassen zu Verlusten, sie führen sogar zum Absterben von Embryonen. Hungernde Rehe sind anfälliger für Parasitenbefall!  In diesen Notzeiten muss das Rehwild gefüttert werden, weil sein natürlicher Lebensraum vom Menschen stark eingeengt wird.

Zum Schutz der Rehe sollten wir Menschen im Winter Abstand von Futterkrippen halten!

Ihr wollt selbst einmal diese Tiere in freier Wildbahn erleben? Geführte Nature Watch – Wanderungen mit Schneeschuhen oder zu Fuß bieten euch zahlreiche Gelegenheiten dazu, und zwar jeden Freitag von 01. Dezember 2014 bis 31. April 2015! Mehr Infos und Anmeldung hier

Fotonachweise: (c)Alpenpark Karwendel

Tiere im Herbst – so machen sie sich winterfit: Das Mufflon (Wildschaf)

_OMI0251Unsere Nature Watch-Führerin Susi erklärt in einer kleinen Serie, wie das jeweilige Tier mit den feindlichen Lebensbedingungen umgeht.

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Teil 3: Das Mufflon (Wildschaf)

Der Europäische Mufflon war ursprünglich nur auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien verbreitet, inzwischen aber in vielen Gegenden Europas zu finden unter Anderem bei uns im Halltal.Europäischer Mufflon (Ovis orientalis musimon)_M. Schinner_2 (3)

Aussehen

Mufflons haben eine Körperlänge von ca. 120 cm und eine Schulterhöhe von ca. 90 cm. Schafe (Weibchen) erreichen ein Gewicht von 25 bis 40 kg und Widder (Männchen) zwischen 35 bis 55 kg. Sie haben ein glattes Haarkleid. Im Sommer sind die Schafe bräunlich und die Widder fuchsrotbraun mit einem hellen Sattelfleck, im Winter sind beide etwas dunkler. Die Widder haben schneckenförmig eingedrehte Hörner die bis zu 80 cm lang werden können.

Lebensraum und Gefahren

Sie leben bevorzugt in Laub- und Mischwaldgebieten, wobei trockene und steinige Böden bevorzugt werden (zur Pflege der Klauen). Bei zu feuchten Bodenverhältnissen kann es leicht zu Schalenerkrankungen kommen, die zum Teil sogar zum Tode führen. Die größte Gefahr für Mufflons in unseren Gebieten sind harte Winter, für Lämmer auch der Adler. Wenn diese am Himmel kreisen suchen die Muttertiere deckungsreiches Gelände auf. Wenn Gefahr droht, kann man einen Pfeifton vernehmen, welcher durch Aufstampfen mit den Vorderläufen unterstützt wird.Europäischer Mufflon (Ovis orientalis musimon)_M. Schinner_1

Verhalten, Fortpflanzung und Nahrung

Mufflons leben meist in kleinen Rudeln mit einem älteren Schaf als Leittier. Widder bilden außerhalb der Brunftzeit ihre eigenen Verbände. In der Brunftzeit kämpfen die Widder um die Schafe – durch Einsatz der eingedrehten Hörner drängen sie ihre Konkurrenten ab. Die Brunft ist im Oktober/November, die Tragzeit beträgt ungefähr fünf Monate, die Setzzeit ist somit im März/April. Es werden ein bis zwei Lämmer geboren, die ungefähr ein halbes Jahr gesäugt werden. Mufflons sind Herbivoren (Pflanzenfresser) und haben ein sehr breites Nahrungsspektrum. Neben Kräutern, Gras, Feldfrüchten und Samen entrinden sie auch Waldbäume und verhindern dadurch das Aufkommen von Baumbewuchs.

Besonderheiten

Muffelwild hat einen ausgeprägten Gesichtssinn und kann im Vergleich zu anderen Wildtieren, die sich vornehmlich auf den Geruchssinn verlassen, einen Menschen auf über 800 Meter Entfernung erkennen. Ungefähr im Alter von einem Monat beginnt beim Widderlamm das Wachstum der schneckenartigen hohlen Hörner. Diese sitzen auf Stirnzapfen und wachsen pro Jahr um einige Zentimeter. In den Wintermonaten ruht das Wachstum, sie werden aber nicht abgeworfen. Das Alter des Tieres kann daher an den Jahresringen der Hörner abgezählt werden.Europäischer Mufflon (Ovis orientalis musimon)_M. Schinner_2 (1)

Das Mufflon im Winter

Wie alle Wildtiere in unseren Regionen sollten auch Mufflons in der kalten Jahreszeit nicht durch den Menschen gestört werden. Das Mufflon verlangt im Winter die Aufmerksamkeit  von Menschen: Rechtzeitige Winterfütterung und ausreichend Salzstellen sind für das Muffelwild im Winter sehr wichtig! Dafür sind sie auch gut beobachtbar. Ansonsten sind Mufflons wahre „Allroundtalente“, die auch im Winter ohne besondere Anpassungsstrategie in unseren Breitengraden gut überleben können.

Ihr wollt selbst einmal diese Tiere in freier Wildbahn erleben? Geführte Nature Watch – Wanderungen mit Schneeschuhen oder zu Fuß bieten euch zahlreiche Gelegenheiten dazu, und zwar jeden Freitag von 01. Dezember 2014 bis 31. April 2015! Mehr Infos und Anmeldung hier

Fotonachweise: (c)Alpenpark Karwendel

Tiere im Herbst – so machen sie sich winterfit: Das Rotwild

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Unsere Nature Watch-Führerin Susi erklärt in einer kleinen Serie, wie das jeweilige Tier mit den feindlichen Lebensbedingungen umgeht.

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Teil 2: Das Rotwild

Aussehen

Das Rotwild gehört zum geweihtragenden Schalenwild und nur der Hirsch trägt ein Geweih. Das Rotwild kann ca. 20 Jahre alt werden. Zweimal im Jahr wechselt es sein Haarkleid: im Frühling rotbraun, im Herbst graubraun.

Lebensraum

Rothirsch (Cervus elaphus)_4_1500

Rothirsch

Das Rotwild benötigt große, zusammenhängende Wälder. Vor allem in Mischwäldern hält es sich gerne auf, da hier das Nahrungsangebot größer ist. Es ist ein Rudeltier; die Geschlechter leben aber getrennt. Suhlen (Schlammlöcher) sind von großer Bedeutung, denn das Baden darin benötigt das Wild zur Körperpflege und zur Abkühlung.

Fortpflanzung

Ende September bis Anfang Oktober findet die Brunft (Paarungszeit) statt. Das imposante Röhren der Hirsche kann man weithin hören. Im Mai bzw. Juni wird meist ein Kalb gesetzt (geboren), das bis in den Herbst gesäugt wird. Die Kälberfleckung, das sind die weißen Tupfen, ist ungefähr bis August sichtbar. Das Kalb bleibt etwa ein Jahr bei der Mutter.

Besonderheiten

Der Abwurf des Geweihs findet von Ende Februar bis April statt. Das Geweih wird jedes Jahr sofort neu gebildet und wächst in 4 bis 5 Monaten wieder komplett nach. Beim Verfegen des Bastes (Abschürfen der „Geweihrinde“) können oft Rinde und Äste von jungen Bäumen verletzt werden. Wird das Wild beunruhigt, können auch Schälschäden entstehen: dabei wird mit dem Unterkiefer die Rinde von den Bäumen geschält. Der natürliche Wechsel zwischen Sommer- und Wintereinstand (Aufenthaltsgebiet) ist durch Straßenbau und Siedlungen unterbrochen worden und daher bleibt das Rotwild in Regionen, wo es freiwillig nicht bleiben würde. Dort hilft ihm der Jäger über den Winter.

Das Rotwild im Winter

Der erste Schnee ist gefallen – Igel, Siebenschläfer und Murmeltier halten einen tiefen Schlaf. Das Rotwild aber macht es anders: Es fährt, ähnlich der Gämse, seinen Stoffwechsel so weit herunter, dass die körpereigene „Heizung“ auf Sparflamme läuft. Oft verharren die Tiere bewegungslos auf einer Stelle und fallen in eine Art Winterruhe.

Hirschspur Trittsiegel (Cervus elaphus)_3_1500Da das Nahrungsangebot im Winter knapp ist, passt sich der Pansen (Mägen) der Tiere an die Bedingungen an und fassen 60 Prozent weniger als im Herbst. Werden die Tiere in ihrer Ruhepause gestört, benötigen sie mehr Energie, um flüchten zu können. Dieses untypische Verhalten bringt den Stoffwechsel des Rothirschs völlig durcheinander – er muss wieder hochgefahren und die Körperheizung aktiviert werden. Doch Energiespender wie Gräser, Kräuter und Flechten sind im Winter rar, so bleibt dem Rotwild nichts anderes übrig, als an jungen Bäumen zu knabbern – zum Ärger der Förster.

Psst, Winterzeit ist Ruhezeit für Rotwild!

Ihr wollt selbst einmal diese Tiere in freier Wildbahn erleben? Geführte Nature Watch – Wanderungen mit Schneeschuhen oder zu Fuß bieten euch zahlreiche Gelegenheiten dazu, und zwar jeden Freitag von 01. Dezember 2014 bis 31. April 2015! Mehr Infos und Anmeldung hier

Fotonachweise: (c)Alpenpark Karwendel

Tiere im Herbst – so machen sie sich winterfit: Die Gämse

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Ob Kältestarre, Winterschlaf oder Urlaub im sonnigen Süden – jedes Tier, das bei uns heimisch ist, verbringt den Winter auf andere Weise. Im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen dafür getroffen werden, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen.

Unsere Nature Watch-Führerin Susi erklärt in einer kleinen Serie, wie das jeweilige Tier mit den feindlichen Lebensbedingungen umgeht.

 

 

 

Teil 1: Die Gämse

Gämse (Rupicapra rupicapra)_Thaurer Zunterkopf_H.Sonntag_1

Aussehen

Die Gämsen gehören zum horntragenden Schalenwild und sowohl der Bock als auch die Geiß tragen Hörner, die nicht abgeworfen werden. Gämsen können bis zu 20 Jahre alt werden. Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – wechselt die Gams ihr Haarkleid. Im Winter ist sie fast schwarz.

Fortpflanzung

Gämsen leben in Rudeln zusammen. Es gibt Bockrudel und Geißrudel, die mit den Kitzen zusammen sind. Ihr Lebensraum ist das Gebirge. Im November findet die Brunft (Paarungszeit) statt, bei der die Böcke ihr Revier und ihre Geißen verteidigen. Im Mai bzw. Juni wird dann meist ein Kitz geboren (gesetzt). Gämse (rupicapra rupicapra) 20131208_Karwendeltal_Franz (5)

Nahrung 

Gämsen fressen vorwiegend Kräuter, Blumen, Flechten und Moose.

Gefahren

Gefahren für die Gämsen sind vor allem schneereiche Winter, Krankheiten, eine feuchtkalte Witterung in der Setzzeit und die natürlichen Feinde wie der Adler, der Uhu, der Fuchs, der Marder und der Kolkrabe.

Besonderheiten

– An den „Krucken“ (Hörnern) kann man das Alter der Gams durch Zählen der Jahresringe bestimmen, die durch das Wachstum zwischen April und November entstehen.

– Das typische Salzlecken ist eine wichtige Hegemaßnahme für den Haarwechsel des Wildes. 

– Wenn Gefahr droht, stößt die Gams einen lauten Warnpfiff aus, in der Brunft kann man das typische „Blädern“ (Ruf nach der Geiß, also der weiblichen Gämse) hören. 

Die Gämse im Winter:

Die Gämse muss im Winter mit ihrer Energie gut haushalten, was für die Tiere eine große Herausforderung darstellt. Sie hat dazu folgende „Strategien“ entwickelt:Gämse (Rupicapra rupicapra)_S.Hoelscher_001

– Gämsen wechseln ihr Fell im Spätsommer zu einem dunklen Winterkleid, welches vor Wärmeverlust schützt.

– Die Tiere verringern die Durchblutung der äußeren Körperteile. Dadurch kühlen diese aus und es wird nur mehr der Kern des Körpers auf hoher Temperatur gehalten. Außerdem lässt sie sich oft einschneien.

– Durch das dadurch entstandene Stoffwechseltief können Beunruhigungen wie Schifahrer, Tourengeher oder Schneeschuhwanderer für das Wild lebensbedrohlich sein.

Achtung: Man sollte generell in der kalten Jahreszeit darauf achten, dass man die Tiere in ihrem Lebensraum nicht stört. Die Energie, die sie für eine Flucht aufwenden müssen, kann für die Tiere unter Umständen tödlich sein!

Ihr wollt selbst einmal diese Tiere in freier Wildbahn erleben? Geführte Nature Watch – Wanderungen mit Schneeschuhen oder zu Fuß bieten euch zahlreiche Gelegenheiten dazu, und zwar jeden Freitag von 01. Dezember 2014 bis 31. April 2015! Mehr Infos und Anmeldung hier

Fotonachweise: (c)Alpenpark Karwendel, Fotografen: Hermann Sonntag, Sina Hölscher