Der Romedius-Pilgerweg über die Alpen

Auf zwölf Etappen auf den Spuren des heiligen Romedius von Tirol ins Trentino

Weit sichtbar über dem Inntal thront die kleine Romediuskapelle bei Thaur als Ausgangsort für den Romedius-Pilgerweg: Vor Ort verspürt man, egal ob Pilger oder Wanderer die schwer beschreibbare Magie des besonderen Ortes, welche alle Kraftorte gemeinsam haben. Die Kapelle ist dem Heiligen Romedius geweiht.

Prachtvolle Kapelle: Der beeindruckende Innenraum der Romedius-Kapelle

Prachtvolle Kapelle: Der beeindruckende Innenraum der Romedius-Kapelle

Die Romedius-Kapelle auch „Romedikirchl“ genannt, wurde auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes, in der Nähe des Thaurer Schlosses im Jahre 1779 anstelle einer romanischen Doppelkapelle errichtet. Östlich ist die zweigeschossige ehemalige Eremitage angebaut. Der untere Raum weist ein gotisches Gewölbe auf, das obere Geschoß beherbergt heute die Sakristei.

Romedius Kapelle aussen

Ein Kraftplatz hoch über den Tiroler Inntal: Das „Romediuskrichl“ über Thaur

Blick von Romedius ins Inntal

Beim Start hat man gleich die Berge des Alpenhauptkammes im Blick, der Zielort San Romedio ist noch zwölf Tagesetappen entfernt.

Der heilige Romedius soll, adeliger Herkunft vom Schloss zu Thaur, sein gesamtes Hab und Gut verschenkt haben, um nach Rom zu pilgern und wurde dann in Tavon auf dem Nonsberg Einsiedler.

Mit Bär, Pilgerstab und Pilgermuschel unterwegs

Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden. Die wahrscheinlich bekannteste berichtet, dass er eines Tages, als er schon alt war, den Bischof von Trient besuchen wollte. Bei seiner Abreise schickte er seinen Gefährten, das Pferd zu satteln. Dieser kam aber zurück und berichtete, dass ein Bär das Tier zerfleischte. Romedius erteile ihm daraufhin den Auftrag, dem Bären das Zaumzeug anzulegen. Überraschenderweise fügte sich das wilde Tier und so ritt er auf dem Bären nach Trient. Deshalb wird der heilige Romedius meistens mit dem Pilgerstab, der Pilgermuschel und oft auch mit einem Bären dargestellt.

Der heilige Romedius wird häufig mit dem Bären als Begleiter dargestellt, er gilt als der Schutzpatron der Wanderer und Pilger.

Der heilige Romedius wird häufig mit dem Bären als Begleiter dargestellt, er gilt als der Schutzpatron der Wanderer und Pilger.

Der Heilige Romedius passt als „Schirmherr“ für den Romedius-Pilgerweg von Thaur nach St. Romedi im italienischen Trient in doppelter Hinsicht: Neben dem Namensgeber gilt der Heilige Romedius als Schutzpatron der Pilger und Wanderer. Beste Vorzeichen also für die zwölf Etappen des Romedius-Pilgerweges. Seit diesem Frühsommer empfiehlt sich der neue Romediwirt mit seiner ausgezeichneten Küche direkt neben der Kapelle als erster Einkehrpunkt auf der Reise.

Der Romediwirt direkt neben der Kapelle lädt mit ausgezeichneter Küche zur Einkehr und Stärkung.

Der Romediwirt direkt neben der Kapelle lädt mit ausgezeichneter Küche zur Einkehr und Stärkung für den Pilgerweg.

Der vielseitige Pilgerweg wurde durch den Dekan Pfarrer Martin Ferner und Johann Staud  aus Thaur ausgearbeitet. Welchen Weg der heilige Romedius genau genommen hat, ist unbekannt, ebenso ob dieser noch existiert. Entlang des Pilgerweges wird seinen Spuren bei der Überquerung des Alpenhauptkammes von Nordtirol in den Trentino nachgegangen. Wer sich dem Romedius-Pilgerweg ganz widmen möchte, sollte sich zwölf Tage Zeit nehmen. Natürlich kann sich jeder Pilger seine Zeit und Etappen auch selbst einteilen.

Kraftplätze aneinandergereiht wie an einer Perlenkette

Den Pilger erwarten auf dem Weg kulturelle und landschaftliche Schönheiten: So geht an den ersten Tagesetappen vorbei an der wilden Sillschlucht, über Maria Waldrast, vorbei am türkisfarbenen Oberberger See weiter zur Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Auf italienischer Seite warten dann mit der knapp 2.700 Meter hohen Schneebergscharte der höchste Punkt ebenso wie das liebliche Südtiroler Städtchen Meran, das mit 293 Meter Seehöhe den tiefste Punkt der Tour markiert.
Auf den beiden Schlussetappen geht es dann von Unserer Lieben Frau im Walde über Romeno nach San Romedio zum Ziel der Fußwallfahrt. Jeder Einzelne dürfte am Ende seine eigene Bilanz für den Marsch auf der Via Romedio ziehen, neben zahllosen individuellen Impressionen und Erinnerungen hat jeder Wanderer bzw. Pilger beeindruckende 9.600 Höhenmeter erwandert.

9.600 Höhenmeter und zahlreiche Gipfel und Täler erwarten den Wanderer

9.600 Höhenmeter und zahlreiche Gipfel und Täler erwarten den Wanderer

Hinweis: Der Romedius-Pilgerweg eignet sich für Bergwanderer mit guter körperlicher Verfassung und Kondition. Einzelne Streckenabschnitte verlangen Trittsicherheit sowie Orientierungsvermögen und Bergerfahrung.

Die Schutzhütten bzw. Gaststätten sollten schon im Voraus gebucht werden, damit die bequeme Übernachtung gesichert ist. Vorab bitte über die Wegbeschaffenheit informieren, generell ist die Zeit von Mitte Juni bis Oktober für diesen Pilgerweg gut geeignet.

Das Pilgerheft und zahlreiche Informationen finden man hier.

Weitere Pilgerziele, Informationen zur Wallfahrt und Kraftorte in den Bergen sind hier zusammengestellt.

Beeindruckende Herbstwanderung auf’s Issjöchl

Am Samstag um acht Uhr morgens starten wir, noch bei leichtem Nebel im Tal unsere Tour auf’s Issjöchl. Taleinwärts im Wald, anfangs parallel der ehemaligen Mautstraße, dann neben dem erfrischenden Gebirgsbach  wandern wir über den Knappensteig bis nach St. Magdalena.

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Das malerisch gelegene St. Magdalena

Wir halten immer wieder Ausschau mit unseren Ferngläsern nach Gämsen, aber noch will sich keine zeigen. Gut gestärkt mit Jause und Getränken geht es ca. eineinhalb Stunden weiter über einen wildromantischen Bergweg  bis zum Issanger. Jeder ist beeindruckt von der atemberaubenden Schönheit dieser Hochebene. Ein wahres Naturschauspiel und eine, wegen dem perfekten Herbstwetter fast schon kitschige Kulisse.

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Wir bewundern Wiesen voller Herbstzeitlosen, Disteln, Bergflockenblumen, Schwalbenwurzenzian, verschiedene Beeren und vieles mehr, auch Gämsen zeigen sich uns immer wieder.

Nach unserer zweiten kurzen Rast am Issjöchl geht es fast nur mehr bergab, vorbei am König Max – Stollen bei den Herrenhäusern. Wir kehren auch kurz in die Obleitner – Kapelle ein, benannt nach ihrem Gestalter, dem bekannten Haller Bildhauer Karl Obleitner. Hier wacht die Heilige Barbara aber schon viel länger als Schutzpatronin aller Bergleute über das Salzbergwerk und die dort Beschäftigten.

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Die Obleitner-Kapelle beim König-Max-Stollen im Halltal

Danach geht es zurück nach St. Magdalena und über den Knappensteig retour zum Ausgangspunkt.

Um 14 Uhr sind alle glücklich und zufrieden wieder im Tal, beeindruckt von der wunderbaren Tiroler Bergwelt!

Die Route im interaktiven Ortsplan