Jazz we can!

Sonntag, 23.12.2012 um 20 Uhr im Gemeindemuseum Absam

Hi5 das sind, Chris Norz, Philipp Ossanna, Matthias Legner und Clemens Rofner. Das 2010 gegründete Quartett Hi5 gehört inzwischen zu den Highlights der Tiroler Jazzszene. Unlängst haben
sie den Joe-Zawinul-Preis gewonnen und touren derzeit mit ihrem zweiten Album » tangled simplicity « durch die renommierten JazzClubs … wie z. B. dem Porgy & Bess in Wien oder dem JazzIt in Salzburg. Am Vorabend des 24. Dezembers kommen sie in den Dachboden des Gemeindemuseums, um eine Anekdote
von Louis Armstrong auf den Kopf zu stellen: Der hat sich nämlich, als er einmal eine Weihnachtsplatte im Sommer aufgenommen hat, einen geschmückten Christbaum ins Studio stellen lassen, um in die richtige Stimmung zu kommen. Denn, »hipness is not a state of mind, it’s a fact of life«, wie Zawinuls erster Arbeitgeber Cannonball Adderley so richtig festgestellt hat …

Eintritt frei!

Mehr Infos zu Veranstaltungen in der Region Hall-Wattens unter http://www.hall-wattens.at/de/events/

Vortrag: Dezentrale Krankenmorde in psychiatrischen Anstalten in Österreich

Morgen Dienstag, 16. Oktober 2012 um 20:00 Uhr, findet im Gemeindemuseum Absam ein interessanter Vortrag von Dr. Herwig Czech zu einem überaus ernstem Thema statt:

„Die Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten tötete nicht mehr nach einem vorher festgelegten Plan, der sich an den Tötungskapazitäten orientierte, sondern sie tötete nach örtlichem Bedarf – dezentral organisiert.“ ( Götz Aly, Medizin gegen Unbrauchbare ) 1941 Im August 1941 ließ Hitler die systematische Ermordung von Psychiatriepatientinnen und -patienten in zentralen Tötungsanstalten im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ unvermittelt stoppen.

Doch das bedeutete nicht das Ende der als „Euthanasie“ verharmlosten Massenmorde. Während die „Kindereuthanasie“ ungebrochen weiterging und sogar auf bis zu 17-Jährige ausgedehnt wurde, kam es in vielen psychiatrischen Anstalten besonders ab der zweiten Kriegshälfte zu einem Massensterben, das auf eine Kombination von Vernachlässigung, Hunger und Kälte bzw. oft auch auf direkte Morde zurückzuführen war. Diese zweite Phase der NS – Euthanasie ( in der älteren Literatur auch als „wilde Euthanasie“ bezeichnet ) gehört, zumindest was Österreich angeht, zu den am wenigsten erforschten Bereichen der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik – eine zusammenfassende Darstellung für Österreich fehlt bis heute.

Der Vortrag von Herwig Czech bietet einen Überblick über den bisherigen Stand unseres Wissens zu diesen Geschehnissen sowie einen Ausblick auf offene Fragen und Leerstellen dieses lange vernachlässigten Aspekts der NS-Geschichte. Referent Dr. Herwig Czech ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und Universitäts-Lektor am Institut für Zeitgeschichte in Wien.

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen unter www.absammuseum.at oder http://www.hall-wattens.at/de/events/vortrag-von-dr-herwig-czech.html

Luftblasen und die Titanic – Ein Vortrag des Experimentalphysikers Prof. Metin Tolan

Ein heißer oder, besser gesagt, „eiskalter“ Veranstaltungstipp für Donnerstag – nicht verpassen!

Donnerstag, 23. August 2012
18:00 Uhr Gemeindemuseum Absam

Die Matrosen im Krähennest der Titanic hatten keine Ferngläser. Die Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 war mondlos und daher dunkel. Die See war ruhig, die Matrosen konnten also auch keine Wellen sehen, die an dem Eisberg gebrochen wären. Und der verhängnisvolle Eisberg war vermutlich blau.

Eisberg Metin Tolan: »Unter bestimmten Bedingungen bilden sich Eisberge, die nicht so schön weiß sind, wie wir sie kennen, sondern bläulich. Eisberge entstehen dadurch, dass der Schnee, der in Grönland fällt, durch neuen Schnee zusammengedrückt wird. Dann entsteht Eis, es kommt ins Rutschen und gelangt ins Wasser. Eisberge sind deshalb in der Regel weiß, weil die Luftblasen darin alles Licht reflektieren. Unter bestimmten Witterungsbedingungen werden besonders wenige Luftbläschen eingeschlossen. Dann dringt das Licht ein und nur die energiereichsten Strahlen kommen zurück: die blauen.«

Enten »Metin Tolan hat sich dank seiner Bücher über die Physik in James-Bond-Filmen oder die des Fußballspiels auch einen Ruf bei Nicht-Physikern erworben: Und zwar den eines glänzenden Unterhalters, der nahezu jedem Schul-Physik-Geschädigten die Angst vor der Materie nimmt und dabei sogar noch grundlegende Kenntnisse vermittelt. Verständlich und nachvollziehbar erklärt der Physiker zum Beispiel, was die Titanic und eine Ente gemeinsam haben. Was kompliziert erscheint, erklärt Tolan mit leichter Hand, und vor allem unter weitgehendem Verzicht auf Formeln.« (Deutsch- landradio Kultur)

Absam Und was Absam mit dem Krähennest der Titanic zu tun hat, ist letztlich auch eine physikalische Frage …

eintritt frei

Metin Tolan ist Professor für Experimentalphysik und Prorektor für Studium an der Technischen Universität Bochum. Dort forscht er über das Grenzflächenverhalten so genannter »weicher Materie« (Polymere, Flüssigkeiten, Biomaterialien) mit Röntgenstrahlung. Seine Bücher »Geschüttelt, nicht gerührt« und »Manchmal gewinnt der Bessere« über die Physik in James-Bond-Filmen und beim Fußballspiel wurden zu Bestsellern.

Salz vom Himmel im Halltal? Ein Filmnachmittag im Gemeindemuseum Absam

Kam das Salz im Halltal wirklich vom Himmel? Dieser Frage wird am Sonntag, dem 20. Mai, ab 16 Uhr im Gemeindemuseum Absam nachgegangen.

»Nahe am Gipfel der Alpen, ringsum von nichts als nahen Felswänden eingeschlossen, keine Aussicht, als die Berge und den Himmel über sich, und die steil abfallende Tiefe des Hallthales unter sich, mit kümmerlicher Vegetation, umgeben von dem Schweigen einer wilden Alpennatur, welches nur von Zeit zu Zeit durch die Erscheinung eines aus- oder einfahrenden Bermanns und das periodische Auslaufen der Hunde unterbrochen wird, auf dieser so einsamen Höhe fühlt man recht die Würde des Bergbaus.« – aus einem Bericht über den Salzbergbau im Halltal aus dem Jahr 1814.

Die Herrenhäuser in St. Magdalena

Am Beginn des Programms werden zwei historische Filme aus den Jahren 1926 und 1935 gezeigt. Der erste mit dem Titel „Hall in Tirol – Die alte Salinenstadt“ ist ein Stummfilm aus dem Jahr 1926. Damals versuchte man, Hall als Fremdenverkehrs- und Kurort zu etablieren. Zwischen den zahlreichen gestellten und damit auch geschönten Szenen dieses Films aus der Haller Altstadt finden sich auch einige Aufnahmen von der Arbeit am Salzbergbau in Absam. Und auch der zweite Film, bereits ein Tonfilm aus dem Jahr 1935, behandelt kurz den damals touristisch genutzen Schaubetrieb im Halltal.

Karl Feistmantl aus Absam hat von 1949 bis lange nach der Schließung im Jahr 1967 im Salzbergbau in Absam aber auch in der Saline in Hall gearbeitet und kennt als ehemaliger Steiger die gesamte Betriebsanlage. Zusammen mit dem Publizisten Günter Amor wird er die Filmszenen erläutern und besonders über die in Jahrhunderten im Halltal entstandene Industrielandschaft und die dort angewandten Techniken berichten.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

Mehr Infos unter http://www.hall-wattens.at oder www.absammuseum.at