Vor Ort: Die neuen Wunderkammern der Swarovski Kristallwelten

Die Swarovski Kristallwelten haben den permanenten Anspruch an sich selbst, sich stetig zu erneuern und zu verändern. So ist es auch jetzt, „nur“ zweieinhalb Jahre nach der großen Erweiterung, für sie an der Zeit gewesen, vier der sogenannten „Wunderkammern“ neu zu gestalten.

Für diesen Job mit ins Boot geholt haben sie namhafte Künstler aus der ganzen Welt. Wir haben uns vor Ort für euch die neuen Wunderkammern angesehen.

Manish Arora – Stardesigner aus Indien

Das das Funkeln und Glitzern der Kristalle Manish Arora immer wieder inspiriert, hat er in zahlreichen Kooperationen mit Swarovski immer wieder bewiesen.Manish Arora1

Die Zusammenarbeit mit ihm funktioniert seit jeher sehr gut. Nun wurde er eingeladen, eine der neuen Wunderkammern zu gestalten.

Seine Werke sind schrill, leuchtend, farbenprächtig, aber eines ganz sicher nie: langweilig. Außerdem konzentriert er sich auf ein Thema, das auf der ganzen Welt Bedeutung hat: Liebe.

Manish Arora 2

In seiner Wunderkammer funkeln zahllose Liebesbotschaften auf der Fassade eines indischen Tempels, dazu läuft fröhliche indische Musik.

André Heller: Ein Visionär für den Frieden

André Heller ist bekannt dafür, sich kritisch mit Themen des Zeitgeistes auseinanderzusetzen. In seiner neuen Wunderkammer erwartet den Besucher ein Wow-Effekt: zahlreiche weltberühmte Friedensstifter treten als lebensechtes Hologramm auf die virtuelle Bühne und sprechen zum Thema Frieden.

 Sie lädt Besucher ein, für einen Moment innezuhalten, über das Leben nachzudenken und darüber, wie jeder einzelne einen Beitrag zum Frieden leisten kann.

Andre Heller 1

Innovative Projektionstechniken machen es möglich, dass Besucher lebensgroße Hologramme von Menschen treffen, die den Friedensnobelpreis erhielten oder ihr Leben dem wichtigen Thema Frieden gewidmet haben. Dazu gehören Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Albert Einstein und Rigoberta Menchú. Außerdem sind Bertha von Suttner, Pablo Picasso, Nelson Mandela, John Lennon und Yoko Ono dabei.

Arik Levy: EmotionalFormation

Arik Levy hat bereits vor einigen Jahren die Wunderkammer mit dem Namen „Transparente Opazität“ bespielt. Nun hat er sie ergänzt. Er schafft mit „EmotionalFormation“ ein Labyrinth, in dem man laufend neue Perspektiven und Strukturen entdeckt. Danach tritt man in das strahlende Weiß der Transparenten Opazität.

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Fernando Romero: Die Faszination der Sonne

Außerdem schuf der mexikanische Stararchitekt Fernando Romero eine Wunderkammer rund um sein Kunstwerk El Sol. Hier dreht sich alles um die Beziehung des Menschen zur Sonne. 2.880 maßgefertigte Swarovski Kristalle formen eine Kugel, die exakt eine Milliarde Mal kleiner ist als der zentrale Himmelskörper. Weiters leuchtet aus der Kugel heraus  eine weitere, aus LED’s bestehende Kugel.

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Inspirieren ließ sich Fernando Romero von der bedeutsamen Geometrie der Azteken- und Maya-Pyramiden und schuf so eine Hommage auf das kulturelle Erbe seines Heimatlandes Mexiko. Gleichzeitig setzte er auf moderne Technologien als Grundlage für El Sol. So dauerten Design und Entwicklung drei Monate, bevor Techniker die Entwürfe in mehr als 350 Arbeitsstunden umsetzten.

Tipp: Winterpavillon von Tord BoontjeTord Boontje 3

Die neuen Wunderkammern haben mir sehr gut gefallen. Aber richtig in Vorweihnachtsstimmung bin ich im Winterpavillon von Tord Boontje gekommen.

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Der Pavillon steht auf dem Freigelände der Kristallwelten.

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Alle Infos zu den Swarovski Kristallwelten findet ihr hier.

Vom Zahnstocher zum Auto – auf den Spuren des Alltagsdesigns

Der Dokumentarfilm „Objectified“ macht sich auf die Spuren von Industriedesignern.

Gemeindemuseum Absam am Freitag, 27. Juli um 20 Uhr, Eintritt frei

Nach dem Film: Gespräch mit dem Wiener Architekten und Designer Michael Embacher

Keine Zahnbürste, kein Messer, keine Fernbedienung, keine Türklinke verlässt heute die Produktionshalle, ohne dass ein Industriedesigner zuvor Form, Farbe, Material und Funktionalität überlegt, ausprobiert und gestaltet hätte. Hinter fast allem, was wir täglich in die Hand nehmen, steckt mehr als die Absicht, etwas rein Funktionales herzustellen. Ästhetisch und unaufdringlich soll das Produkt sein, zeitgemäß und wiedererkennbar. Produkte sollen zu einem selbstverständlichem Teil des Lebens werden, über den niemand mehr nachdenkt. Gary Hustwit: »I’m interested in industrial designers because their work influences so many aspects of our world yet most of the time it’s taken for granted.«

Der Film kommt ohne einen Erzähler und ganz ohne klassische Interviewsituationen aus und zeigt dem Zuschauer dafür mit ausdrucksstarken Bildern und emotionalen Sprechern, welche Design-Überlegungen hinter dem Post-it oder einem Zahnstocher stecken können. So erzählt unter anderem der deutsche Braun-Designer Dieter Rams über seine legendärsten Entwürfe.

Hustwits Film begnügt sich jedoch nicht mit der Glorifizierung der kreativen Köpfe, die der Welt der Produkte zu einer facettenreicher Ästhetik verhelfen. Hustwit zeigt auch die Kehrseite des immer härter und schneller werdenden Wettbewerbs um das neueste, schönste und beste Produkt auf dem Markt: Riesige Müllberge aus Elektroschrott, alte Zahnbürsten, die an bisher unberührte Strände angeschwemmt werden, und die durch den Konsum geförderte Vergänglichkeit von Produkten.

Englisch mit Untertiteln, 75 Minuten

Weitere Infos unter www.museumabsam.at oder www.hall-wattens.at