Reines Trinkwasser für höchste Lebensqualität

Die 25-Gradmarke ist geknackt und viele sind bereits voller Vorfreude auf ein Bad in einem der traumhaften Tiroler Bergseen oder Bäder. Wasser ist ein echtes Lebenselixier und gleichzeitig ist erfrischendes Trinkwasser wohl der beste Durstlöscher nicht nur bei sommerlicher Hitze.

Das Tiroler Tor zum Karwendelgebirge ist das Halltal.

Das Tiroler Tor zum Karwendelgebirge ist das Halltal.

„Mit dem Wasser aus dem Trinkwasserstollen im Halltal erhalten rund 20.000 Bewohner in der Region Hall-Wattens Trinkwasser von höchster Qualität. Die Sicherung der Trinkwasserversorgung ist sowohl durch die Lage des Stollens als auch zusätzlich durch eine Notversorgungsleitung zwischen Hall und Innsbruck garantiert. Im Ernstfall könnte Hall auch Innsbruck teilweise mit dem lebensnotwendigen kühlen Nass versorgen“, berichtet der lokale Wasserversorger Hall AG.

Der Margarethen-Trinkwasserstollen reicht tief in das Karwendelmassiv

Der Notfall dürfte in Hall eigentlich kaum mehr eintreten. Denn seit das Trinkwasser für Hall und Absam nicht mehr aus Quellenfassungen am Fuße der Bettelwurfreise, sondern aus einem Trinkwasserstollen im Inneren des Bettelwurfmassiv stammt, ist die Versorgung vor Naturkatastrophen wie Muren- und Lawinenabgängen gefeit. „Sogar ein Erdbeben kann der Versorgungsleitung nichts anhaben“, bekräftigte schon vor Jahren der Tiroler Landesgeologe Dr. Gunter Heißel.

Diese krisensichere Leitung „verdankt“ Hall jedoch einem echtem Notfall vor 25 Jahren: Am 31. Juli 1992 verschüttete eine riesige Mure die Quellfassung im Halltal und legte die Wasserversorgung in Absam und Hall lahm. Zahlreiche Quellen der Trinkwasserversorgung für die zwei Orte wurden schwer beeinträchtigt oder gänzlich zerstört. Gut eine Woche lang mussten die Haller mit Wasser aus LKW-Containern versorgt werden, bis eine 4,5 Kilometer lange Notversorgungs-Leitung aus Innsbruck das lebensnotwendige Nass wieder sprudeln ließ. Nach diesem Schock beschlossen die Gemeinden Hall und Absam einen gemeinsamen neuen Stollen zu bauen, der tief in den Bauch des Berges reicht, um an das hochwertige Bergwasser zu gelangen.

Der Margarethen-Stollen führt einen Kilometer in das Karwendelmassiv. Foto: Markus Hauser

Der Margarethen-Stollen führt einen Kilometer in das Karwendelmassiv.
Foto: Markus Hauser

Knapp einen Kilometer geht der Margarethen-Trinkwasserstollen, der zwischen 1995 und 2002 gebaut wurde, ins Berginnere und umfasst neben dem Hauptstollen auch zwei Seitenstollen für die Versorgungssicherheit.

Zehn Jahre vom Berg auf natürliche Weise gefiltert

Durch den speziellen Aufbau des Gesteins im Berginneren – hauptsächlich Kalk und Dolomit und reich an Trennflächen – sickert das Wasser in eine Art natürliche Wanne, die gut 3000 Meter in die Tiefe reicht. Das hier angesammelte Wasser zapft der Trinkwasserstollen an und liefert damit Wasser ins Tal, das im Mittel zehn Jahre vom Berg auf natürliche Weise gefiltert wurde. Dieses kühle Nass hat daher eine einmalige Qualität.

Zum einen ist das Wassereinzugsgebiet im Karwendel, das niederschlagsmäßig optimal gelegen ist, zwischen Laliderer Wänden, Stempeljoch und Vomperloch auf rund 16 Quadratkilometern als Schongebiet ausgewiesen. Außerdem sickert das Oberflächenwasser durch sehr kompakten Fels, die Fassung im Stollen liegt rund 850 m tief im Berg. Damit erhalten Absam und Hall ein Wasser mit 5 bis 6 deutschem Härtegrad, also eher weiches Wasser, mit einer konstanten Temperatur von 5,5 bis 6 Grad Celsius. Dieses bakteriologisch völlig reine Wasser kann so wie es ist an die Kunden weitergeleitet werden.  Zwischen 250 und 450 Liter Wasser – jahreszeitlich bedingt –  fließen pro Sekunden aus dem Stollen aus. Über zwei Leitungen zu den Hochwasserbehältern von Absam (im Halltal) und Hall (in der Walderstraße) werden die Gemeinden versorgt.

Zwischen 250 und 450 Liter bestes Trinkwasser – fließen pro Sekunden aus dem Stollen aus. Zuvor ist es rund zehn Jahr durch den Fels gesickert und gereinigt worden. Foto: Markus Hauser

Zwischen 250 und 450 Liter bestes Trinkwasser – fließen pro Sekunden aus dem Stollen aus. Zuvor ist es rund zehn Jahre lang durch den Fels gesickert und gereinigt worden.
Foto: Markus Hauser

Das vorzügliche Wasser wissen Einheimische sehr hoch zu schätzen. Ebenso lassen sich Gäste nach ihrer Ankunft oftmals erst einmal einen kühlen Schluck kristallklares Wasser aus dem Karwendelgebirge schmecken und genießen auf diese Weise einen perfekten Start in den Urlaub.

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