Osterfestival 2012: Hochkarätige Events in Hall

Das Osterfestival 2012 ist bereits in vollem Gange. Hier eine kurze Übersicht der Veranstaltungen, die in dieser Woche in Hall stattfinden:

Mittwoch, 28.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

Klaus HUBER, Younghi PAGH – PAAN & Ensemble PHACE: „Ein Hauch von Unzeit“

©Osterfestival

Im Zentrum der zweiten Begegnung mit Klaus Huber steht das Werk „Ein Hauch von Unzeit“, das den Musikern die Freiheit lässt, eine eigene Fassung des Werks auszuarbeiten. Das österreichische Ensemble PHACE | contemporary music interpretiert auch Musik der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan. Beide Künstler haben sich ihr Leben lang nicht nur musikalisch für die Grundrechte des Menschen eingesetzt.

„Die multiple Version von „Ein Hauch von Unzeit III“ verwirklicht einen Schwebezustand zwischen strengem Kanon und Aleatorik, indem jeder der im Raum verteilten Musiker seine ‚idiomatische Umsetzung‘ des [initiativen] Flötenparts ins Ensemble einbringt. Die Omnipräsenz der Musik, ihrer Motive, ist nicht nur im Raum, sie ist auch in ‚fluktuierender Gleichzeitigkeit‘ vorhanden.“ Klaus Huber

Donnerstag, 29.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

KONZERT & FILM: Klassische Musik aus dem Iran & FILM Persepolis (2007)

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Alireza Ghorbani ist einer der wichtigsten Vertreter des traditionellen iranischen Gesangs. Aus der traditionellen Musik des Perserreiches entstanden, gab es in der musikalischen Kultur des Iran bereits seit dem 15. bis ins 20. Jahrhundert einen Stillstand, da islamische Geistliche keine Veränderung religiöser Musik zuließen. Die Musik überlebte entweder im privaten Raum oder sie wurde im indischen Exil weiterentwickelt. Auch der persische Gesang, dessen Einzigartigkeit im tahrir und seinen charakteristischen wunderbaren Verzierungen liegt, hat durch die Ausübung und mündliche Weitergabe im Geheimen alle Unterdrückungen der verschiedenen autoritären Regime überlebt.

„… Ich will diese Bitterkeit nicht. Im Westen wird uns zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen der Mittlere Osten aufgetischt, als Gewalt, Gewalt, Gewalt. Ich erzähle keine einfache Story, aber ich will niemandem das Paket, das ich trage, einfach aufhalsen. Humor ist ein Mittel, es den Zuschauern ein wenig einfacher zu machen. Eine Geste der Höflichkeit.“ Marjana Satrapi über ihren Film Persepolis

Freitag, 20.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

PUPPENTHEATER & KONZERT: Punch & Judy in Afghanistan / Musik aus Afghanistan 

©Osterfestival

Neville Tranter, vielfach ausgezeichneter Meister des Puppentheaters, betrachtet in „Punch & Judy in Afghanistan“, was passiert, wenn Naivität und Zynismus sich treffen. Nigel, ein Puppenspieler, soll mit seinem Assistenten in Afghanistan die Truppen unterhalten. Während einer Sightseeing-Tour brennt das Kamel mit dem Assistenten auf dem Rücken durch und Nigel beginnt ihn zu suchen. Auf dieser Reise begegnet er den eigenartigsten Persönlichkeiten: einem sensationssüchtigen Journalisten, einem traumatisierten Soldaten und schließlich gibt es da auch Mister Punch und seine Frau Judy (P&J – die populären Figuren des englischen Volkstheaters, ähnlich wie bei uns der Kasperl). Mit schwarzem Humor, stimmlicher und spielerischer Virtuosität lässt Tranter eine skurrile Welt entstehen.

Der zweite Teil des Abends ist der afghanischen traditionellen Musik gewidmet. Unter den Taliban (1992-2001) war alle Musik – außer die von Männern gesungene religiöse – verboten. Tonträger und Instrumente wurden öffentlich verbrannt; Musiker mussten fliehen, da sie verfolgt wurden. Viele sind nach Pakistan, in den Iran oder auch in den Westen ausgewandert. Daud Khan, einer der angesehensten Interpreten afghanischer Musik, emigrierte vor über 30 Jahren nach Deutschland. Er spielt mit den verschiedensten Musikern u.a. auch mit Jordi Savall.

Samstag, 31.03.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall

TANZ / PERFORMANCE: Talking Head (2010)

©Osterfestival

„Talking Head“ ist eine Satire auf die neue Welt der Kommunikation mit ihrer „Pseudo-Freiheit“ (z. B. Facebook, Twitter). Der österreichische Choreograph Chris Haring (Goldener Löwe Biennale di Venezia 2007) und seine Cie Liquid Loft spielen mit den neuen technischen Möglichkeiten, die unser Zusammenleben radikal verändert haben. Eine Tänzerin und ein Tänzer scheinen Hauptdarsteller zu sein, oder nicht? Computer-bewaffnet bewegen sie sich im Fiktiven des Cyberspace. Eine Stunde ansteckender Spielfreude, pointierter Präzision, Humor und großer Virtuosität.

Weitere Infos: http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html

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