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Wallfahrtsort St. Georgenberg

Um die Mitte des 10. Jahrhunderts, vor mehr als tausend Jahren, hat sich Rathold von Aibling gegenüber dem heutigen Georgenberg als Einsiedler niedergelassen. Der Legende nach wollte er das vorgesehene Kirchlein woanders bauen, doch ein Zeichen wies die Stelle als Platz für die zu errichtende Kirche. Blutige Späne, die von einer Verletzung eines Handwerkers stammten, wurden von Vögeln hinauf auf den heutigen Georgenberg getragen. Laut Chronik des Stiftes, soll auch auf Rathold von Aibling der Platz der Kapelle "Unserer lieben Frau unter der Linde" zurückgehen, da er ein in Santiago de Compostela erworbenes Marienbildnis unter einer Linde angebracht haben soll.
Bald bildete sich eine Gemeinschaft, die einem Eremitenkloster ähnelt. Bischöfe, Kaiser und Ritter stifteten Höfe, Leibeigene und auch die Reliquie des Hl. Georg (ein Oberarmknochen, der heute noch in der Wallfahrtskirche verwahrt und gezeigt wird). Im Jahre 1138 erhob Bischof Reginbert von Brixen die Gemeinschaft zur Benediktinerabtei. Am Anfang des 11. Jahrhunderts setzten bereits Buß- und Pilgerfahrten ein. Diese wurden durch den ersten Brand gebremst, lebten allerdings aufgrund des "Blutwunders" 1310 wieder auf. Weitere Heimsuchungen wie die Beulenpest, ein zweiter Brand, die Glaubensspaltung und schließlich die Pestepidemie brachten die Wallfahrt fast 100 Jahre lang zum Erliegen. Dann 1637 kam, nach einem Brand durch einen Blitzschlag, die Idee auf, das Kloster ins Inntal zu legen. Diese Idee stieß zuerst auf Wiederstand. Da das Kloster durch Lawinen oftmals gefährdet war und schließlich 1705 durch einen Waldbrand zum vierten Mal völlig zerstört wurde, setzte man die Idee des Neubaus im Inntal um. Die viereckige Anlage konnte bald bezogen werden, obwohl die Bauarbeiten bis 1709 dauerten. Zunächst wurde die Kirche auf dem St. Georgenberg wieder aufgebaut (Kirchweihe 1735) und erst anschließend die barocke Abteikirche in Fiecht errichtet. 1797 benutzte man die Abtei im Tal als Lazarett für 200 Soldaten und der Konvent zog für kurze Zeit wieder auf den St. Georgenberg. 1807 hielten die "Napoleonischen Wirren" Tirol besetzt und das Kloster wurde aufgelöst. Nur drei Patres in Fiecht und zwei am St. Georgenberg durften bleiben, alle anderen mussten das Land verlassen bis zur Wiedervereinigung. Im Oktober 1940 mussten sich die Mönche abermals auf den St. Georgenberg zurückziehen und am 16. Mai 1941 schloss die Gestapo das Kloster und verwies die Mönche aus dem Gau Tirol-Vorarlberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Gemeinschaft zunächst nur auf den St. Georgenberg zurückkehren, da das Talkloster nach Abzug der Besatzungstruppen erst gründlich renoviert werden musste. 1955 zogen die Mönche wieder ins Kloster in Fiecht.

Quelle: Silberregion Karwendel

Entfernung: ca. 17 Kilometer

Gehzeit:
Über die Wolfsklamm ab Stans oder entlang des Kreuzweges ab Vomperberg - beide Wege ca. 1,5 Stunden.