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Die Legende des Hl. Romedius

So wie bei vielen anderen Heiligen ist auch das Leben des Hl. Romedius von der Legende begleitet.

Sie berichtet, wie ein Heiliger vom gläubigen Volk erlebt wurde und heute noch erlebt wird. Die mündliche Tradition berichtet, dass Romedius im Thaurer Schloss geboren wurde. Er wird deshalb auch als „Adeliger von Thaur“ bezeichnet. Die Eltern gaben ihm eine christliche Erziehung, die in ihrem Sohn Romedius reiche Früchte trug. Die Legende berichtet weiter, dass Romedius nach dem Tod seiner Eltern mit seinen beiden Begleitern Abraham und David eine „Wallfahrt“ nach Rom machte, um dort die Gräber der Apostel Petrus und Paulus zu besuchen. Dort fand er wohl auch eine Bestärkung zum beabsichtigten gottgeweihten Leben.

Romedius kehrte nicht mehr nach Thaur zurück, sondern blieb in der Diözese Trient. Seine reichen Güter in Thaur verschenkte er an die Hochstifte Trient und Augsburg. Dann zog er mit Erlaubnis des wohl befreundeten Bischofs von Trient und begleitet von Abraham und David in das Nonstal zurück, das zur Diözese Trient gehörte. Dort hatten am 29. Mai 397 Sisinnius, Martyrius und Alexander bei der Verkündigung des Evangeliums den Märtyrertod erlitten. Im Nonstal fand Romedius einen geeigneten Platz für sein Einsiedlerleben. Als er beim Bischof von Trient weilte, überkam ihn eine Ahnung seines nahen Todes. Zum Bischof sage er daraufhin: „Wir werden uns auf Erden nicht wiedersehen. Wenn du die Glocke in deinem Turm dreimal von selber läuten hörst, soll dir das ein Zeichen sein, dass meine Stunde geschlagen hat. Empfehle dann meine Seele dem Herrn!“

Bald nach seiner Rückkehr in die Einsiedelei starb Romedius. Es soll am 15. Jänner gewesen sein. Am gleichen Tag läutete in Trient dreimal von selber die Glocke am Turm. Von da an hieß man den schlanken Turm an der Rückseite des Trienter Domes den „Turm vom Hl. Romedius“. Zur Erinnerung an dieses Wunder wird die Glocke einmal im Jahr, und zwar am 15. Jänner, zu Ehren des Hl. Romedius geläutet.

vgl. Paul Haider: Romedius Büchlein, 1985, S. 20-23, auszugsweise